Ehrenamtliche greifen zu Hammer und Meißel
Echte „Maloche“ fürs Bürgerhaus

Senden -

In der Regie des Heimatvereins haben sich am Wochenende für das Alte Zollhaus schweißtreibende ins Zeug gelegt und gemeinsam eine abgängige, lange Mauer abgerissen. Ab Pfingsten soll der Außenbereich des entstehenden Bürgerhauses gestaltet werden. Dann steigt auch die Schützenbruderschaft St. Johanni mit ins Boot.

Sonntag, 11.04.2021, 15:46 Uhr aktualisiert: 11.04.2021, 15:58 Uhr
Mit vereinten Kräften haben ehrenamtliche Helfer eine Gartenmauer am Alten Zollhaus abgerissen. Sie soll erneuert werden. Dabei werden die alten, noch brauchbaren Steine wiederverwertet.
Mit vereinten Kräften haben ehrenamtliche Helfer eine Gartenmauer am Alten Zollhaus abgerissen. Sie soll erneuert werden. Dabei werden die alten, noch brauchbaren Steine wiederverwertet.

„Die Mauer ist härter, als wir dachten. Wir müssen ganz schön stemmen“, lautete das erste Fazit von Karl Schulze Höping, dem zweiten Vorsitzenden des Sendener Heimatvereins. Gemeinsam mit zunächst zehn weiteren Freiwilligen aus dem Bauhelferteam hatte er am Freitagnachmittag begonnen, am Alten Zollhaus die Mauer zur Münsterstraße abzutragen. Die Mauer ist erst Anfang des 20. Jahrhunderts entstand und somit der jüngste Teil des historischen Gesamtkomplexes. „Damals wurde mit Zement und Sand gemauert und nicht mehr wie vorher mit Kalk“, so der Vertreter des Heimatvereins.

Entsprechend anstrengend und zeitraubend war es für die Helfer, die unbeschädigten Steine mit Hammer und Meißel von Zementresten zu befreien. Denn so viele Steine wie möglich sollen für die neue Mauer verwendet werden, die an gleicher Stelle entstehen soll. „Die alte Mauer war ohne Fundament errichtet worden. Durch den Verkehr auf der Münsterstraße hatte sie sich verschoben, da war nichts mehr zu retten“, so Schulze Höping. Mit 15 Helfern und Treckern ging es später weiter, sodass trotz der „erschwerten Bedingungen“ das Arbeitsziel übertroffen wurde.

Etwa ab Pfingsten erfolgt der Auftakt für die Gestaltung der Außenanlagen rund um das zukünftige Bürgerhaus. Hier hat unter anderem die Schützenbruderschaft St. Johanni Senden tatkräftige Unterstützung zugesagt. Zuvor soll jedoch die Treppe für den Notausgang im Obergeschoß an der Nordseite installiert werden: Der Kran dafür steht bereits. Bei der Gestaltung des Außengeländes ist Schulze Höping eines wichtig: „Die Magnolie und die Blutbuche auf dem Gelände müssen auf jeden Fall erhalten werden.“

Überhaupt ist die Unterstützung aus der Bevölkerung enorm: Aus Vereinen und Parteien sind Vertreter bei den Arbeitseinsätzen dabei und machen das Alte Zollhaus zu einem „echten“ Bürgerhaus.

Für Martin Lütkemann, der von Anfang an beim „Projekt Bürgerhaus“ dabei ist, macht das auch den großen Reiz für sein Engagement aus: „Die Gemeinschaftsarbeit ist ein schönes Erlebnis, dadurch werden auch Sisyphusarbeiten erträglich“, so seine Beobachtung. Und man merke, dass man durch seine Initiative auch selbst etwas bewegen kann und nicht immer nach der „Obrigkeit“ rufen müsse.

Was die nervigste Arbeit der Ehrenamtlichen im Zuge der Restauration war, da ist sich die Gruppe, die mit Lütkemann die Backsteine von Zementresten befreit, einig: das Entfernen des Schutts aus dem Zwischenboden des Hauses. „Das hat furchtbar gestaubt“, erinnert sich Rolf Wiederkehr. Die schönste Arbeit bisher war dagegen das Aufbringen des Lehmputzes: „Da konnte man sofort sehen, was man geschafft hat.“

Schulze Höping bedankt sich aber nicht nur bei den ehrenamtlichen männlichen Bauarbeitern, sondern auch bei den Frauen des Heimatvereins, die die „Malocher“ regelmäßig mit Kaffee und Kuchen oder Mettbrötchen mit Zwiebeln versorgen. Leerer Magen arbeitet eben nicht gerne und lässt die Motivation sinken.

Aktuell besteht das Bauhelferteam aus rund 80 Freiwilligen, die je nach Zeit und Möglichkeiten am Alten Zollhaus aktiv werden. Wer noch dazustoßen möchte, kann sich gerne bei Karl Schulze Höping unter post@architekt-schulze-hoeping.de melden.

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