Kreis Steinfurt
Auf dem Weg in die Erste Liga

Rheine/Kreis Steinfurt. Vier Sterne, vergeben vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub ADFC, zeichnen jetzt den Ems-Radweg als ersten Radfernweg in Norddeutschland als zertifizierte Qualitätsradroute aus...

Dienstag, 30.09.2008, 19:09 Uhr

Rheine/Kreis Steinfurt . Vier Sterne, vergeben vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub ADFC , zeichnen jetzt den Ems-Radweg als ersten Radfernweg in Norddeutschland als zertifizierte Qualitätsradroute aus. Und ein fünfter Stern – das wäre dann das Maximum – ist erreichbar, vielleicht schon im nächsten Jahr. Denn, daran ließen Landrat Thomas Kubendorff und Reinhard Winter , 1. Kreisrat des Landkreises Emsland, gestern bei der offiziellen Urkundenübergabe im Kloster Bentlage keinen Zweifel: Die Radweg-Anrainer streben die „erste Liga der Radfernwege“ in Deutschland an und mittelfristig einen Platz unter den „Top 5“.

Beide lobten die gute länderübergreifende Zusammenarbeit und die Einsicht aller beteiligten Anrainer, darunter auch die Kreise Warendorf, Paderborn und Gütersloh, dass man nur zusammen etwas für den Tourismus in der Region erreichen könne. „So eine Auszeichnung ist ein ganz wichtiger Schritt “, meinte Kubendorff und verwies darauf, dass touristischer Erfolg auch Vorteile im Wettbewerb um begehrte Fachkräfte bedeute.

„Diese Zusammenarbeit darf keine Eintagsfliege sein“, forderte Reinhard Winter. Man müsse sich als „verbundene Region“ aufstellen. Ob nun ein paar Übernachtungen mehr für das Ems- oder das Münsterland abfielen, das spiele keine Rolle, denn: „Entscheidend ist, dass die Leute überhaupt zu uns kommen.“ Ziel müsse sein, den Ems-Radweg zu einer „Drehscheibe“ auszubauen, mit Querverweisen und spannenden Nebenrouten. Das Vier-Sterne-Prädikat bringe die Wettbewerbsfähigkeit des Weges auf jeden Fall „massiv nach vorne“. „Wir wollen, dass man uns in einem Atemzug mit den Besten nennt“, meinte Winter.

Dass die Chancen dafür gar nicht schlecht sind, bekräftigte Bertram Giebeler, stellv. Bundesvorsitzender des ADFC. Der Ems-Radweg habe auf jeden Fall das Potenzial, von seinem jetzigen Platz 13 unter die Top 5 der beliebtesten Radwege vorzustoßen. Eine kontinuierliche Qualitätssicherung sei auch hier der Schlüssel zum Erfolg, ermunterte er die Anrainer, auch nach dem 5. Stern zu greifen.

Hierfür, so führte Dr. Elke Freitag vom Projektbüro „Interessengemeinschaft Emsradweg“ aus, gebe es gute Voraussetzungen. Auf niedersächsischer Seite gebe es bereits einen Bewilligungsbescheid über 560 000 Euro an EU-Fördermitteln und auf NRW-Seite laufe gerade das Verfahren für 1,76 Millionen Euro EU-Fördermittel. Schon heute habe der Ems-Radweg in den Kriterien Routenführung, Infrastruktur, Vermarktung und ÖPNV-Anbindung, das Optimum von 5 Sternen erhalten; die Sicherheit sei mit 4 Sternen bewertet worden und drei Sterne habe es für die Oberflächenstruktur gegeben. Dass in den Kreisen Gütersloh und Paderborn die Wegweisung noch nicht optimal sei, daran werde intensiv gearbeitet.

Insgesamt, so waren alle Beteiligten einig, sei die Ausgangssituation für einen fünften Stern „hervorragend“. Zu den großen Pluspunkten des Ems-Radweges zähle im Übrigen seine enge Vernetzung mit der Bahnlinie Münster-Emden. Hier gebe es schon heute die meisten Fahrrad-Mitnahmeplätze Deutschlands. Bis zu 20 Räder mitsamt Gepäck passten in die Großwaggons; alle 15 Kilometer gebe es Zu- oder Aussteigemöglichkeiten, und das im Stundentakt.

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