Kreis Steinfurt
Neue Wunderwaffe stoppt Raser

Donnerstag, 22.04.2010, 16:04 Uhr

Kreis Steinfurt - Die Chancen für Raser, ungestraft zu bleiben, werden im Kreis Steinfurt immer geringer. Möglich macht das ESO 3.0, die neueste Wunderwaffe der Polizei gegen unbelehrbare Schnellfahrer. ESO 3.0 greift dabei auf neueste Technik zurück. Fünf optische Sensoren, die in einem etwa 60 Zentimeter langen grauen Kasten hintereinander angebracht sind, messen das Tempo eines vorbeifahrenden Fahrzeugs. Im Gegensatz zu Radargeräten funktioniert das auch in Kurven, Tunneln oder anderen unübersichtlichen Messstellen. ESO 3.0 erkennt dabei automatisch die Fahrspur und arbeitet tags wie nachts zuverlässig.

Und, so erläutert Klaus Stockel , Leiter der Direktion Verkehr bei der Kreispolizeibehörde, gestern bei einem Ortstermin an der Landstraße zwischen Burgsteinfurt und Horstmar, ESO 3.0 erfasst auch Motorradfahrer. Die kamen bislang trotz eklatanter Geschwindigkeitsüberschreitungen oft ungeschoren davon. Denn auf der Blitzaufnahme von vorne waren weder das Gesicht noch ein Kennzeichen zu erkennen. ESO 3.0 dagegen macht ein Foto von vorne und von hinten. Oberkommissar Norbert Müller demonstriert am berührungsempfindlichen Touch-Screen das Ergebnis. Deutlich ist dort das Gesicht des erwischten Motorradfahrers zu erkennen - durch das Visier aufgehellt mit einem Rotblitz. Und auf dem Foto einer zweiten Kamera prangt das Kennzeichen. „Wir werden immer besser. Raser sollten sich nirgendwo mehr sicher fühlen“, sagt Stockel und kündigt an, dass der ESO-Messwagen demnächst vor allem an den bekannten Motorrad-Strecken eingesetzt wird. Denn das vergangene Wochenende mit drei schweren Motorradunfällen habe gezeigt, dass zu Saisonbeginn, viele Fahrer ihre Maschinen noch nicht beherrschten.

„Das ist kein Radar, kein Leser, keine Lichtschranke“, erläutert Müller das Messprinzip.Vielmehr handele es sich um eine passives optisches Messgerät, einen so genannten Einheitssensor. Im Gegensatz zu anderen Systemen, die ein Gegenstück auf der anderen Straßenseite brauchen, wird ESO nur auf einer Seite aufgebaut.

80 000 Datensätze kann das System speichern. So viel wird aber praktisch nie gebraucht. Nach einer Woche Einsatz werden die gespeicherten Daten per gesichertem USB-Stick zur Bußgeldstelle transferiert und dort ausgewertet. Der Autofahrer, den Müller gerade mit 96 km/h bei erlaubtem Tempo 70 „geblitzt“ hat, muss mit 70 Euro, einem Punkt und 25 Euro Bearbeitungsgebühr rechnen.

Weil ESO 3.0 gerade an unübersichtlichen Stellen zum Einsatz kommt, verzichtet die Polizei hier darauf, Temposünder sofort mit ihrem Fehlverhalten zu konfrontieren - einfach, weil es meistens keinen Platz gibt, sie herauszuwinken. Drei, vier Wochen später trudelt dann der Bußgeldbescheid ein. Das sei zwar ein Verzicht auf die unmittelbare erzieherische Wirkung, aber eben doch wirkunsvolle Repression und - weil man nie sicher sein kann - Prävention, sagt Erich Holtkamp, Leiter des Verkehrsdienstes bei der Kreispolizei. Immer noch sei überhöhte Geschwindigkeit die Hauptunfallursache, erinnert er an die Fakten. Deshalb werde ESO 3.0 auch besonders an unfallträchtigen Strecken eingesetzt.

Zwar verfügt die Kreispolizei nur über eines der über 100 000 Euro teuren Systeme, doch es wird nahezu täglich zum Ensatz kommen.

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