Kreis Steinfurt
„Ein Probe-Fracking steht definitiv nicht an“

Donnerstag, 17.03.2011, 10:03 Uhr

Kreis Steinfurt - „Bisher hat Exxon nur einen Antrag auf eine vertikale Kernbohrung gestellt und kein Probe-Fracking beantragt“, stellte Volker Milk , Abteilungsleiter bei der Bezirksregierung Arnsberg immer wieder klar. Ebenso versicherte er wieder und wieder wie „hochsensibel“ seine Behörde in dieser Frage sei, wie viel Verständnis man für die Sorgen der Bürger habe, denn in der Tat sei das Thema, „was den Trinkwasserschutz angeht, nicht ohne.“ Aber natürlich werde die Bezirksregierung Arnsberg als Genehmigungsbehörde Erdgas-Probebohrungen in Nordwalde oder sonstwo nur zulassen, wenn sie „gegenüber der Umwelt verträglich sind.“ Allerdings gehe es um eine „gebundene Entscheidung“, das heißt, sollten keine öffentlichen Interessen dem entgegenstehen, müssten Bohrungen eben genehmigt werden.

Milk stellte sich gestern Abend den Fragen des Kreis-Umweltausschusses - nahezu eine Vorwegnahme des vom Kreis initiierten ersten „Runden Tisches“ zum Thema, der heute Nachmittag erstmals tagt, allerdings nur in nicht-öffentlicher Sitzung. Umso mehr betonte Milk, dass die Bezirksregierung nichts zu verbergen habe. Keinesfalls werde sie „irgendwelche Experimente mit ungewissem Ausgang“ zulassen. Milk stimmte Forderungen zu, dass das Bergrecht reformiert werden müsse, um auch dem Problem der unkonventionellen Erdgasförderung gerecht werden zu können. Allerdings habe seine Behörde auch jetzt schon „genügend Instrumente an der Hand, um sicherzustellen, dass die Dinge nicht aus dem Ruder laufen“. Dazu gehöre die wasserrechtliche Genehmigung, die der Kreis erteilen müsse und für die, so Baudezernent Franz Niederau, bislang noch nicht einmal ein Genehmigungsantrag gestellt worden sei.

Geduldig erläuterte Milk, dass nur eine vertikale Probebohrung beantragt worden sei, bei der es darum gehe, Gesteins_ und Bodenproben zu entnehmen. Chemikalien kämen dabei nur in dem Rahmen zum Einsatz, wie sie beispielsweise bei Geothermiebohrungen „tausendfach“ in NRW Routine seien. Fracking , also das Erschließen von im Gestein gebundenem Gas durch Chemie, stehe hier nicht zur Rede. Ein solches Verfahren erfordere eine eigene Betriebszulassung und eine erneute wasserrechtliche Genehmigung.

Helmut Fehr (Grüne), stellte nach Zwischenfällen in Niedersachsen die Zuverlässigkeit der Firma Exxon in Frage, und stieß durchaus auf Verständnis. Ja die Zuverlässigkeit werde geprüft. Und immer wieder kamen, auch von Fehr, Fragen nach dem gefährlichen Fracking. „Für Fracking braucht man eine horizontale Bohrung und das steht im Moment nicht zur Rede“, antworte Milk. Ganz klar betonte er, dass eine Erkundungsbohrung in Nordwalde noch nicht genehmigt sei. Auf einen ganzen Fragen-Schwall des Grünen zu möglichen Problemen bei einer späteren Gas-Gewinnung wollte sich Milk aber nicht im Detail einlassen: „Ich mache keine spektakulären Aussagen zu ungelegten Eiern.“ Sollten die Probebohrungen genehmigt werden, sei eine strenge Kontrolle selbstverständlich: „Wir werden dem Unternehmen im Nacken sitzen“, versprach Milk.

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