Die Macht im Hintergrund
Wirtschaftsvereinigung Steinfurt: Mitgliederrekord und 40-jähriges Jubiläum

Rheine/Kreis Steinfurt -

Die Wirtschaftsvereinigung Steinfurt, kurz WVS, sei ja eher „eine Macht im Hintergrund“, meinte gestern ihr Geschäftsführer Werner Stegemann. Doch es gibt auch Anlässe, da ist die von der WVS sonst so geschätzte „westfälische Bescheidenheit“ ausnahmsweise mal nicht angebracht. So, wenn man einen neuen Mitgliederrekord feiern kann und gleichzeitig das 40-Jährige Jubiläum vor Augen hat. So lud die WVS gestern auch zur Pressekonferenz nach Rheine, um ausnahmsweise sich selber in den Mittelpunkt zu rücken

Freitag, 02.12.2011, 13:12 Uhr

Genau 160 Unternehmen aus nahezu allen Branchen und mit zusammen 20 000 Beschäftigten zähle jetzt die WVS und sie alle profitierten von einem weit verzweigten Netzwerk, von Einkaufsvorteilen, Fachinformationen und den Bildungsangeboten der WVS-Akademie, meinte Stegemann . Grundsätzlich stehe die Mitgliedschaft jedem Unternehmen offen, das bereit ist, den Mitgliedsbeitrag von mindestens 1000 Euro pro Jahr zu bezahlen und der sich dann nach Umsatz und Mitarbeiterzahl nach oben staffelt. Von den 160 Unternehmen, die dieses Geld gerne ausgeben, haben 16 übrigens mehr als 500 Mitarbeiter, 25 haben 100 bis 500, 44 51 bis 100 und 55 unter 50 Arbeitnehmer. Für Jungunternehmer gibt es einen Sonderstatus mit 250 Euro Beitrag.

Der WVS verstehe sich als Interessengemeinschaft der mittelständischen Unternehmen im Kreis und den angrenzenden Regionen“ sagte Dr. Manfred Konietzko , Vorstandsvorsitzender der WVS und Vorstandsmitglied der Apetito AG Rheine . Der Vereine vertrete unternehmerische Interessen in Politik und Öffentlichkeit.

Was genau solche Interessen sind, das sei nicht immer leicht zu bestimmen, räumte Konietzko ein. Deshalb halte man sich in der Regel aus tagespolitischen Fragen raus, beschränke sich auf Stellungnahmen zu den großen Rahmenbedingungen unternehmerischen Handelns. Mehr Deregulierung, weniger Bürokratie, Stärkung von Eigeninitiative seien nur einige Stichworte in diesem Zusammenhang. Die könne man auch nicht im Gesamtplenum einer Mitgliederversammlung „beschließen“, sondern hier sei „das richtige Gefühl“ gefragt und ein permanenter Austausch untereinander.

Gelegenheiten dazu gibt es viele. Spargelessen, „Sommergeflüster“ im Kloster Gravenhorst , eine Business-Lounge, diverse Arbeitskreise und Vortragsveranstaltungen – es sei diese Mischung zwischen gesellschaftlichem Event und Fachdiskussion, die von den Mitgliedern geschätzt werde, nicht zuletzt, weil solche Anlässe immer auch eine „Plattform zum netzwerkeln“ seien.

Das Service- und Seminarangebot werde im kommenden Jahr ausgebaut macht der WVS seien Mitgliedern ein Jubiläumsgeschenk. Und eine angemessene Feier werde es im September auch geben: „Die Planungen laufen bereits.“

Bei aller Feierlaune – WVS-Chef Konietzko geht auch nachdenklich ins Jubeljahr. Der anhaltende Fachkräftemangel steht ganz oben auf seiner Agenda. Und politisch will sich der WVS besonders zu einem Thema einbringen: Der Staatsverschuldung. „Deutschland hatte 2011 21,7 Milliarden Euro Mehreinnahmen und setzt trotzdem auf mehr Neuverschuldung. Das ist nicht in Ordnung“, schimpft er. Ansonsten gebe es keinen Grund für Aktionismus: „Das fortzuführen und zu vertiefen, was wir erreicht haben, das ist das Wichtigste.“

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