CDU kürt Bundestagskandidatin für Steinfurt III
Knapper Vorsprung für Anja Karliczek

Ibbenbüren/Kreis Steinfurt -

Es war ein Wahlkrimi mit drei Kandidaten und ungewissem Ausgang. Am Ende machten die beiden Frauen die Wahl des CDU-Bundestagskandidaten im Wahlkreis Steinfurt III (U.a. (Ibbenbüren, Lengerich, Hörstel Emsdetten, Greven) unter sich aus, mit dem glücklicheren Ende für die 41-jährige Anja Karliczek aus Tecklenburg.

Sonntag, 09.12.2012, 16:12 Uhr

CDU kürt Bundestagskandidatin für Steinfurt III : Knapper Vorsprung für Anja Karliczek
Frauen-Power: Eine strahlende Anja Karliczek (links) bedankt sich bei den Delegierten für deren Vertrauen und freut sich über die Glückwünsche der Kreispartei-Chefin Christina Schulze Föcking. Erste Gratulantin war die knapp unterlegene Heike Weiß (kleines Foto). Karl-Heinz Hagedorn schied als erster aus. Foto: Achim Giersberg

22.45 am Freitagabend. Versammlungsleiterin Christina Schulze Föcking sagt: „Ich habe ein Ergebnis“. Die Spannung im überfüllten Saal bei „Mutter Bahr“ in Uffeln ist mit Händen zu greifen. Doch die Kreisvorsitzende zögert die Erlösung noch ein wenig hinaus, dankt allen drei Kandidaten, lobt deren Engagement, sagt: „Ich bin stolz auf euch.“ Doch dann gehört die Bühne der Siegerin – Anja Karliczek .

Hauchdünn ist ihr Vorsprung, aber er reicht aus, um sie zur neuen Hoffnungsträgerin der CDU im so wichtigen Wahlkreis Steinfurt III zu küren: Mit 99 von 191 möglichen Stimmen wählen die Delegierten die 40-jährige Hotelfachfrau aus Tecklenburg zu Bundestagskandidatin. Gegenkandidatin Heike Weiss erhält 92 Stimmen und gratuliert als erste.

Strahlend tritt die Siegerin ans Mikrofon, ihre Stimme zittert nur leicht. „Ganz herzlich“ bedankt sich für das Vertrauen, verspricht „alles zu dafür zu tun“, den Wahlkreis für die CDU zu gewinnen, prophezeit einen „knackigen Wahlkampf“ und stichelt schon mal in Richtung SPD: „Wir werden den anderen zeigen, wie man wirklich geschlossen auftritt.“

Vorangegangen war ein wahrer Wahl-Krimi. Schon vor dem offiziellen Auftakt um 20 Uhr ist der Saal rappelvoll. die Kreisvorsitzende Christina Schulze Föcking schlägt sich selbst zur Versammlungsleiterin vor, freut sich über den vollen Saal: „Das ist eine Augenweide und das Ergebnis, auf das ich gehofft habe.“ Denn die Änderung, den Kandidaten von 200 Delegierten satt wie bislang nur von 70 wählen zu lassen, war nicht ganz unumstritten. Doch der interne Wahlkampf hat die Basis mobilisiert. 189 Delegierte sind um 20.10 Uhr schon da – später werden es 191.

Ein kurzer Film zählt „zehn Fakten über Deutschland“ auf und bringt die Delegierten mit einer Erfolgsbilanz der schwarz-gelben Bundesregierung in Stimmung. Dann geht es los – die Kandidaten treten in alphabetischer Reihenfolge auf, haben jeweils 15 Minuten; während einer spricht, müssen die beiden anderen den Saal verlassen.

Karl-Heinz Hagedorn fängt an – und hält eine strake Rede. Energiepolitik, Preussag, Europa, soziale Gerechtigkeit – das sind seine Schwerpunkte. Hagedorn ist auch CDA-Kreisverbandschef, beruft sich auf die katholische Soziallehre – das Vorbild Karl-Josef Laumann lässt grüßen.

Dann Anja Karliczek. Schutz der Familie, Mittelstandspolitik sind ihre Schwerpunkte. Ihre Rede ist schwächer, nicht frei von Phrasen. Aber: Karliczek strahlt Ehrgeiz aus, wirkt sympathisch, offen, kämpferisch, „brennt“ für ihr Ziel.

Heike Weiß aus Lengerich liefert einen souveränen Auftritt ab, verweist geschickt auf ihre vielfältigen politischen Erfahrungen, verkauft ihre eher leise Art als die Kunst „kühlen Kopf und ruhiges Blut“ zu bewahren. Ländlicher Raum, Euro, Wirtschaft sind ihre Themen

Der erste Wahlgang endet mit einer Überraschung. Karl-Heinz Hagedorn – für viele der Favorit – erhält nur 45 Stimmen, scheidet als erster aus. Jetzt ist klar: Es wird eine Frau. Und: Karliczek hat die Nase vorn. 79 Stimmen für sie, 65 für Weiß, so gehen die beiden in den zweiten Wahlgang. 191 Stimmen sind gültig, gebraucht werden 96. Karliczek bekommt schließlich 99, drei Stimmen mehr als nötig. Ein denkbar knapper Sieg, aber ein Sieg. 

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