Trockenobstproduktion im Denkmalpflege-Werkhof Hollich
Zum Anbeißen knusprig

Kreis Steinfurt -

Und in den ersten Supermarktregalen und Bioläden liegen sie mittlerweile auch schon in Augenhöhe zum Verkauf bereit: Apfelchips, Ringe und Schoko-Knusperlis, hauchdünn mit Zartbitter und Vollmilch überzogen und zum Anbeißen knusprig aus der Trockenobstproduktion des Denkmalpflege-Werkhofs in der Burgsteinfurter Bauerschaft Hollich. Alles 100 Prozent in Bio-Qualität. Alles 100 Prozent bio-zertifiziert. Produktion und Handel bilden das jüngste Standbein der Einrichtung. Beides funktioniert nach zweieinhalb Jahren finanzieller Unterstützung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) so gut, dass sich der Trägerverein entschlossen hat, das Projekt ohne jede weitere Förderung selbstständig fortzuführen.

Freitag, 02.06.2017, 18:06 Uhr

Mitstreiter, Freunde und Förderer des Denkmalpflege-Werkhofs hatten sich den gestrigen Vormittag freigehalten, um mit dem Trägerverein den Startschuss in die nun selbstständige Produktion von Trockenobst zu geben.
Mitstreiter, Freunde und Förderer des Denkmalpflege-Werkhofs hatten sich den gestrigen Vormittag freigehalten, um mit dem Trägerverein den Startschuss in die nun selbstständige Produktion von Trockenobst zu geben. Foto: Drunkenmölle

Und in den ersten Supermarktregalen und Bioläden liegen sie mittlerweile auch schon in Augenhöhe zum Verkauf bereit: Apfelchips, Ringe und Schoko-Knusperlis, hauchdünn mit Zartbitter und Vollmilch überzogen und zum Anbeißen knusprig aus der Trockenobstproduktion des Denkmalpflege-Werkhofs in der Burgsteinfurter Bauerschaft Hollich. Alles 100 Prozent in Bio-Qualität. Alles 100 Prozent bio-zertifiziert.

Produktion und Handel bilden das jüngste Standbein der Einrichtung. Beides funktioniert nach zweieinhalb Jahren finanzieller Unterstützung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) so gut, dass sich der Trägerverein entschlossen hat, das Projekt ohne jede weitere Förderung selbstständig fortzuführen.

Gestern ist dazu, sozusagen auf einer Gründungsfeier, der Startschuss mit zahlreichen Mitstreitern, Wegbegleitern, Freunden und Förderern gegeben worden. Alle betonten die Bedeutung des Konzepts, mit dem nicht nur eine Marktnische gefüllt, sondern auch, entsprechend des Leitbildes des Werkhofes, eine neue Beschäftigungsmöglichkeit für Langzeitarbeitslose und Brückenjobber geschaffen worden ist. Nicht zu vergessen der Beitrag, den das Geschäftsmodell zum Erhalt der Kulturlandschaft leistet.

Geschäftsführer Rainer Brömmelhaus erklärte, dass die Ernte von Streuobstwiesen in Steinfurt, Emsdetten, Saerbeck, Rheine und Nordwalde eingefahren wird, dass auf einer Fläche von 44 000 Quadratmetern mehr als 300 neue Apfelbäume, darunter insbesondere alte Sorten wie Dülmener Rose und verschiedene Arten der Renetten, gepflanzt und 14 Bienenvölker angesiedelt worden sind, die für die Bestäubung sorgen. „Das macht bislang sonst keiner“, hob Brömmelhaus das Alleinstellungsmerkmal hervor. Alles in allem ein Beispiel dafür, wie ökonomische, ökologische und soziale Komponenten erfolgreich in einem Geschäftsmodell umgesetzt werden können.

Darauf gingen auch Landrat Dr. Klaus Effing als Vorsitzender des Trägervereins, Rolf Echelmeyer, Geschäftsführer der Stadtwerke Steinfurt, und Heinz-Peter Hochhäuser, Leiter des Regionalforstamtes Münster, in ihren Ansprachen ein.

Sie würdigten die Arbeit, die der Werkhof seit Anfang der 1990er Jahre für leistet, wie gut der Verein in der Region vernetzt ist, wie groß der Beitrag zur lokalen Wertschöpfung und wie groß das Vertrauen der Bevölkerung in die dort geleistete Arbeit ist.

Weil Staatssekretär Karl-Josef Laumann in Koalitionsverhandlungen in Düsseldorf steckt, hatte Karl-Heinz Hagedorn kurzfristig das Hauptreferat übernommen. Auch der Vorsitzende der Christlich demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) im Kreis Steinfurt und Vorstand des Jobcenters Kreis Steinfurt sprach in seiner Rede zum Thema „Mensch, Natur und Nachhaltigkeit“ über das Leitbild des Werkhofs und darüber, dass dort nicht die Produktivität vielerorts abgewiesener und ausgegrenzter Menschen, sondern die Förderung ihrer Persönlichkeit im Mittelpunkt stehe. Diesen Menschen eine Perspektive zu geben, das mache auch dieses Projekt zu mehr als einer normalen Produktionsstätte: „Alle Akteure profitieren von dieser Idee.“

Die Teilnehmer der Veranstaltung nutzten die Gelegenheit, sich auch die Verarbeitungsstätten anzusehen. „Wir wollen Fuß fassen“, verwies Brömmelhaus auf viel versprechende Gespräche mit Handelsorganisationen, den Absatz alter Apfelsorten im neuen Gewand anzukurbeln.

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