Volksbanken im Kreis Steinfurt
Windkraft beflügelt Volksbanken

Kreis Steinfurt -

Ein „bemerkenswertes Jahr“ mit „außergewöhnlichen Zahlen“ – diese Worte kennzeichnen bei Bankenvertretern häufig, dass das Jahr erfolgreich verlaufen ist. Die Volksbanken im Kreis blicken auf ein sehr gutes Jahr zurück.

Mittwoch, 10.01.2018, 20:01 Uhr

Die Sprecher der Volksbanken  im Kreis Steinfurt Andreas Hartmann (l.) und Ulrich Weßeler halten die Zukunft in Händen: Bankgeschäfte per Mobiltelefon oder Tablet – das wird die Zukunft bestimmen.
Die Sprecher der Volksbanken  im Kreis Steinfurt Andreas Hartmann (l.) und Ulrich Weßeler halten die Zukunft in Händen: Bankgeschäfte per Mobiltelefon oder Tablet – das wird die Zukunft bestimmen. Foto: Peter Henrichmann

Wenn die seriösen Herren mit den dunklen Anzügen mal so richtig gute Laune haben, sprechen sie von „außergewöhnlichen Zahlen“ und einem „bemerkenswerten Jahr“. Die Rede ist von 2017 – und man darf sagen, es war ein absolutes Super-Spitzen-Top-Jahr für die fünf selbstständigen Volksbanken im Kreis Steinfurt. Ulrich Weßeler (Vorstand VR-Bank Kreis ST) und sein Kollege Andreas Hartmann (Volksbank Greven) haben jetzt in einem Pressegespräch in Rheine erklärt, weshalb 2017 so exorbitant gut gewesen ist.

Alle, aber auch wirklich alle Zeichen der bundesweiten Konjunktur stehen auf Wachstum: Der DAX steigt, das Bruttoinlandsprodukt wächst, und „wir fünf selbstständigen Volksbanken arbeiten im Kreis Steinfurt, einer wirtschaftlich sehr starken Region“, sagte Bankensprecher Weßeler.

Übersetzt in Zahlen aus dem Geschäft der Volksbanken heißt das: Steigerung bei der Bilanzsumme um 6,7 Prozent, Steigerung bei den Kundeneinlagen um 6,1 Prozent, Steigerung bei den Krediten 10,6 Prozent. Kein Druckfehler: „Die Kreditvergabe ist in 2017 explodiert“, sagt Weßeler. Private Bauinvestitionen wie auch Unternehmens-Investitionen haben daran gleichen Anteil.

Herausragend – und sicher ein Sondereffekt 2017 – ist das Thema Finanzierungen im Bereich Windkraft: Seit 2015 sind allein im Kreis mit einem Investitionsvolumen von weit jenseits von 200 Millionen Euro zehn Bürgerwindparks mit 41 Windkraftanlagen gebaut worden. Allein die Volksbanken haben 100 Mio. Euro davon finanziert. „Die Windkraft hat das Kreditwachstum in 2017 geprägt. Das wird in 2018 wieder anders werden, das Land NRW hat ja auch die Rahmenbedingungen verändert“, blickt Weßeler nach vorne. Sei´s drum: Auch ohne das Windkraft-Sahnehäubchen wäre das Kreditgeschäft um sieben Prozent gewachsen.

„Die gute Konjunktur spielt eine sehr große Rolle für uns. Wir sind da sehr abhängig“, sagt Weßeler. Er räumt ein, dass die Vorstände der fünf selbstständigen Volksbanken Ochtrup-Laer, Saerbeck, Westerkappeln, Greven und auch der VR-Bank Kreis ST in Rheine „für das Geschäftsjahr 2017 mit Steigerungen in allen Bereichen in dem Maße nicht gerechnet haben.“

Also: alles prima? Fast, bis auf die schwierigen Rahmenbedingungen fürs Bankgeschäft, auf die Bankensprecher Weßeler hinweist. An den historisch niedrigen Zinsen wird sich auf Jahre hinaus nichts ändern, die pingeligen Behörden-Anforderungen und die kostenintensive Digitalisierung drücken auf die Erträge.

„Und so wird es auch weitere Umwandlungen von personenbesetzen Geschäftsstellen in SB-Bereiche geben“, kündigt Co-Bankensprecher Andreas Hartmann an. Auch im Personalbereich werden die fünf Häuser nach seinen Worten weiter auf die Kosten achten und maßvoll Stellen reduzieren. Und das, obwohl der Fachkräftemangel inzwischen auch bei den Banken angekommen ist: Manche spezialisierten Stellen können gar nicht oder nur nach sehr langer Personalsuche besetzt werden.

Eine Karriere ist immer noch möglich im regionalen Bankensektor: „Wir suchen händeringend nach guten Auszubildenden“.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5415542?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F
Stadtverwaltung muss nachsitzen
196,83 zusätzliche Stellen hat die Verwaltung für 2019 von der Politik gefordert. 
Nachrichten-Ticker