NRW-Staatssekretärin im Kommunalen Integrationszentrum
„Sind in den Kommunen angekommen“

Kreis Steinfurt -

Auch wenn sich die Politik, wie Tilmann Fuchs einräumte, mit der Gründung eines Kommunalen Integrationszentrums (KI) im Kreis Steinfurt anfänglich schwer getan hat und die Arbeit hier und da heute immer noch kritisch begleitet wird, so könnten sich die nach gut einem Jahr Aufbauarbeit erzielten Fortschritte sehen lassen. Eine Einschätzung des Kreissozialdezernenten, die Serap Güler voll geteilt hat. Die NRW-Integrationsstaatssekretärin hat am Donnerstag den Kreis Steinfurt besucht.

Donnerstag, 05.04.2018, 15:04 Uhr

Lilli Schmidt (l.) schilderte mit ihren Mitarbeiterinnen, wie und wo das KI bereits überall unterwegs ist, Integrationsarbeit zu fördern. Ein gelungenes Beispiel war in 2017 der „Zirkus ohne Grenzen“ in Ochtrup.
Lilli Schmidt (l.) schilderte mit ihren Mitarbeiterinnen, wie und wo das KI bereits überall unterwegs ist, Integrationsarbeit zu fördern. Ein gelungenes Beispiel war in 2017 der „Zirkus ohne Grenzen“ in Ochtrup. Foto: Drunkenmölle

Auch wenn sich die Politik, wie Tilmann Fuchs einräumte, mit der Gründung eines Kommunalen Integrationszentrums (KI) im Kreis Steinfurt zunächst schwer getan hat und die Arbeit hier und da heute immer noch kritisch begleitet wird, so könnten sich die nach gut einem Jahr Aufbauarbeit erzielten Fortschritte sehen lassen. Eine Einschätzung des Kreissozialdezernenten, die Serap Güler voll geteilt hat. „Man merkt, dass

Nahezu das komplette KI-Team hat Staatssekretärin Serap Güler (vorn, 3.v.l.) im Steinfurter Kreishaus empfangen.

Nahezu das komplette KI-Team hat Staatssekretärin Serap Güler (vorn, 3.v.l.) im Steinfurter Kreishaus empfangen. Foto: Drunkenmölle

es hier richtige Teamarbeit gibt“, war die Staatssekretärin im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, beeindruckt, wie gut die Zusammenarbeit zwischen dem Kreis und seinen 24 Städten und Gemeinden bereits funktioniert, allen Menschen, die dauerhaft in der Region leben können, die gleichen Chancen an gesellschaftlicher Teilhabe und somit auch gesellschaftlicher Integration zu ermöglichen.

Lilli Schmidt, KI-Leiterin

Lilli Schmidt, KI-Leiterin Foto: Drunkenmölle

Die 38-jährige CDU-Politikerin hat sich vorgenommen, alle 53 Kommunalen Integrationszentren im Land zu besuchen, und gestern auf ihrer NRW-Tour im Kreis Steinfurt Station gemacht. Sie will sich einen persönlichen Eindruck davon verschaffen und ein Gespür dafür bekommen, was wirklich notwendig ist, Strategien so auszurichten, dass der Bedarf vor Ort erkannt und berücksichtigt wird.

Am Vormittag war Güler zunächst im Kreishaus, dann ging‘s weiter zum Besuch des Vereins Modellierton, einem russisch-sprachigen Kinder- und Jugendclub in Rheine, und der Migrantenorganisation WeBiKul – Westfälisches Bildungs- und Kulturzentrum in Greven.

In Steinfurt ist die Staatssekretärin gestern vom nahezu kompletten KI-Team empfangen worden. „Die Rückmeldung, die wir bekommen, ist groß. Wir sind in den Kommunen angekommen“, fasste Lilli Schmidt die Erfahrungen zusammen. Die Aufgabe, das KI aufzubauen, sei eine sehr große Herausforderung gewesen, erklärte die KI-Leiterin insbesondere mit Blick auf die Größe des Kreises. Dort hat etwa jeder sechste Bürger eine Zuwanderungsgeschichte. Fast 14 Prozent der Bevölkerung besitzt keinen deutschen Pass.

Schmidts Mitarbeiterinnen schilderten, in welchen Handlungsfeldern das KI unterwegs ist. Ob in den Bereichen Frühe Hilfen oder schulische Bildung, sei es bei der Unterstützung bürgerschaftlichen Engagements, der Einbindung des Sports oder von Migrantenorganisationen, bei der Vermittlung von Ausbildung und Arbeit oder beim Aufbau des Sprachmittlerpools, Netzwerkarbeit und Koordination der Angebote seien von zentraler Bedeutung, den Austausch zwischen den Akteuren zu fördern und damit die Qualität der Arbeit und den Erfolg zu steigern. „Das hört sich alles sehr einfach an, das ist aber mit jeder Menge harter Arbeit verbunden“, machte Schmidt deutlich. Die Motivation und Begeisterung, mit der die Angebote von den Flüchtlingen aufgenommen würden, seien aber ein großer Ansporn, im Engagement nicht nachzulassen. Welchen Spaß das alles machen kann, wurde am Beispiel des „Tecklenburger Sprachsommers“ deutlich, zu dem im August zwei Dutzend Kinder mit und ohne Migrationshintergrund zusammenkommen und spielerisch ihre Sprachkompetenz verbessern.

„Das Thema ist für diese Landesregierung sehr, sehr wichtig“, bot Serap Güler zum Abschluss des Treffens allen Beteiligten ihre Unterstützung an. Für die bessere Vernetzung der Integrationsarbeit vor Ort seien die KI mittlerweile unverzichtbar. Die Landesregierung werde der kommunalen Integrationsarbeit neue Struktur verleihen und habe vereinbart, die Voraussetzung für eine auskömmliche Finanzierung der Einrichtungen aus Landesmitteln bis zum Ende der Legislaturperiode 2022 zu sichern. Güler weiter: „Bei aller berechtigten Aufmerksamkeit für die Neuzugewanderten, sollten wir aber auch nicht diejenigen aus dem Blick verlieren, die bereits dauerhaft hier leben.“

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