Verkehrssicherheit auf der B 54
Unfallrisiko „Faktor Mensch“

Kreis Steinfurt -

Die SPD-Kreistagsfraktion hat nicht lange auf Antworten auf ihre Anfrage an den Landrat warten müssen, wie es um die Verkehrssicherheit auf der Bundesstraße 54 steht (wir berichteten). In einem zweieinhalbseitigen, von Dr. Klaus Effing unterzeichneten Schreiben kommen Behördenleitung, Kreispolizei und Straßenverkehrsamt zu dem Ergebnis, dass der Eindruck täusche, bei der B 54 handele es sich um eine „gefährliche Straße“.

Montag, 20.08.2018, 15:56 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 20.08.2018, 15:56 Uhr

Es habe sicherlich dort in den vergangenen Jahren schwere und auch tödliche (seit Juni 2016 insgesamt acht) Unfälle gegeben. Von einem „Unfallhäufungspunkt“ oder einer „Unfallhäufungsstrecke“, wie sie in den Statistiken definiert werde, könne man aber nicht sprechen. Ein unmittelbarer Bezug dazu, dass Unfälle aufgrund überhöhter Geschwindigkeiten passieren, bestehe ebenfalls nicht. Sowohl die Berichte der Polizei als auch die Überprüfungen der Unfallkommission des Kreises hätten immer wieder ergeben, dass Unfälle vielmehr auf individuelle Fahrfehler zurückzuführen seien. Heißt: Der „Faktor Mensch“ hat in kritischen Situationen den größten Einfluss auf sicheres Handeln.

Beschrieben wird in der Stellungnahme, dass die B 54 aufgrund ihrer überregionalen Bedeutung die höchste Verkehrsbelastung im Kreis Steinfurt hat, das Unfallrisiko dort aber nicht zuletzt aufgrund des 2+1-Systems und der damit verbundenen wechselseitigen Überholmöglichkeiten unter dem Durchschnitt vergleichbarer Strecken liege. In Bereichen, in denen die Betongleitwand fehle, habe der grün eingefärbte und zusätzlich eingefräßte Mittelstreifen dazu beigetragen, Fahrer zu warnen und ihre Aufmerksamkeit zu erhöhen. Dort, wo sich der Verkehr wieder von zwei auf eine Spur einfädelt, komme es sicherlich zu der einen oder anderen kritischen Situation durch menschliches Fehlverhalten. Unfälle seien aber aufgrund der Verkehrsführung nicht dokumentiert.

Darüber hinaus seien an unterschiedlichen Orten die Geschwindigkeiten mit dem Ergebnis gemessen worden, dass das Tempolimit von 85 Prozent der Verkehrsteilnehmer eingehalten werde. Mit zwei stationären Radaranlagen und einem zusätzlichen eingesetzten Provida-Pkw und eines entsprechend ausgerüsteten Motorrades sei die Polizei außerdem dabei, Raser zu stoppen und Tempoverstöße zu ahnden.

Darüber hinaus sei die Verkehrssicherheit auf dieser Strecke immer wieder ein Thema, über das sich Polizei, Straßenbaulastträger und Straßenverkehrsamt austauschen würden. „Letztlich“, so heißt es in der Antwort auf die Anfrage, „wird der vierstreifige Ausbau zwischen Altenberge und dem Abzweig Nordwalde, der für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet ist, noch zu einer weiteren Verbesserung führen.“ Eine Weiterführung der Betonwand in Fahrtrichtung Gronau, wie sie (wie von der SPD angeführt) beispielsweise in der Petition von Katharina Kramer aus Ochtrup gefordert worden ist, sei nicht möglich. Dazu sei die vorhandene Fahrbahn nicht breit genug. „Weitere Blitzer werden erst dann für erforderlich gehalten, wenn sich Unfallschwerpunkte mit der Ursache ,überhöhte Geschwindigkeit’ abzeichnen würden“, heißt es abschließend in der Stellungnahme des Kreises.

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