E-Mobilität und Ladeinfrastruktur
Interesse und Motivation sind groß

Kreis Steinfurt -

Um Elektromobilität zu fördern und eine regionale Ladeinfrastruktur aufzubauen liegt jetzt ein Konzept für den Kreis Steinfurt vor. Es ist im Umweltausschuss am Mittwoch erstmals öffentlich vorgestellt worden.

Donnerstag, 06.12.2018, 17:10 Uhr aktualisiert: 07.12.2018, 16:12 Uhr
Der Ausbau von E-Mobilität soll im Kreis Steinfurt vorangetrieben werden. Ein entsprechendes Konzept ist erarbeitet worden. Inhalte stellten (v.l.) Till Burkhardt, Uli Ahlke, Dr. Klaus Effing, Silke Wesselmann, Tina Brückner und René Pessier gestern noch einmal detalliert vor.
Der Ausbau von E-Mobilität soll im Kreis Steinfurt vorangetrieben werden. Ein entsprechendes Konzept ist erarbeitet worden. Inhalte stellten (v.l.) Till Burkhardt, Uli Ahlke, Dr. Klaus Effing, Silke Wesselmann, Tina Brückner und René Pessier gestern noch einmal detalliert vor. Foto: dpa/dru

Als Antragstellerin war der UWG die ganze Sache deutlich zu langsam gegangen. „Wir hätten uns das viel schneller gewünscht“, machte Ludwig Reichert dem Ärger seiner Fraktion Luft. Eine Haltung, die von Reicherts Mitstreitern im Umweltausschuss allerdings mit jeder Menge Kopfschütteln quittiert wurde. „Hut ab“, zollte die überwiegende Mehrheit der Parteienvertreter dem von der UWG angestoßenen und vom „energieland2050“ jetzt vorgestellten Konzept zur Förderung von Elektromobilität und zum Ausbau einer regionalen Ladeinfrastruktur alle Achtung. Je nach Betrachtungswinkel endlos lange oder bemerkenswert kurze sechs Monate hatte der Verein in Zusammenarbeit mit dem, mit der weiteren Erarbeitung beauftragten Mobilitätswerk-Gesellschaft Dresden benötigt, den 24 Kommunen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie es gelingen kann, der Energiewende im Kreis Steinfurt einen großen Schritt näherzukommen. Ein Thema, das Landrat Dr. Klaus Effing sowie Ulrich Ahlke, Silke Wesselmann und Till Burkhardt vom „energieland2050“ so wichtig war, dass sie Mobilitätswerk-Geschäftsführer René Pessier und seine Mitarbeiterin Tina Brückner nach der Ausschusssitzung am Mittwochabend noch einmal am Donnerstagmittag ins Kreishaus eingeladen hatten, um die Bedeutung dieses Bausteins für die Kreisentwicklung zu unterstreichen.

Die Experten rechnen damit, dass 2030 etwa 55 000 Pkw mit elektrischen Antrieb im Kreis Steinfurt zugelassen sind und der Anteil der Neuzulassungen dann auf 56 Prozent gestiegen ist. 2050 werden, so die Prognose, 95 Prozent der Kfz weder mit Benzin noch Diesel angetrieben. Eine Entwicklung, die, davon sind Analysten überzeugt, sowohl eine große Herausforderung als auch Chance bedeutet. „Wir können eine mächtigen Sprung machen“, warb Effing für Unterstützung.

Schon heute seien die Strukturen für E-Mobilisten im Kreis Steinfurt gut. Durchschnittlich 3,6 Kilometer sind es durchschnittlich bis zur nächsten Ladesäule, von denen es derzeit 54 (mit 131 Ladepunkten) gibt. Geladen wird, wo man am längsten steht – zu Hause oder beim Arbeitgeber. Nur etwa ein Viertel aller Ladevorgänge werden an (halb-)öffentlichen Stationen stattfinden. Das Mobilitätswerk hat dazu für jede Kommune ermittelt, wo es Bedarf gibt und es aufgrund der Berechnungen Sinn macht, Ladekapazitäten zu schaffen – etwa auf Supermarkt- oder Hotelparkplätzen. Die Ergebnisse sollen den Städten und Gemeinden im Januar übergeben werden.

Damit ist die Arbeit für den „energieland“-Verein allerdings längst nicht abschlossen ist. Im Gegenteil. Die Protagonisten (Ahlke: „Die UWG hat uns mit ihrem Antrag wirklich geholfen.“) verstehen das Konzept als Grundlage und Auftrag dafür, die Sache in der Region voranzutreiben. Wesselmann verwies in diesem Zusammenhang auf eine ganze Reihe von Förderprogrammen. Darüber hinaus stehe ein breites Kompetenznetzwerk zur Verfügung, um Unternehmen (wichtige Partner sind schon heute die Stadtwerke, Autohäuser oder Betriebe mit größeren Fuhrparks), Kommunen und Bürger zu sensibilisieren, zu informieren und zu beraten.

Wichtig sei dabei auch, so machte Ahlke deutlich, einheitliche Standards zu entwickeln, die Skepsis gegenüber der Technik abzubauen und die Akzeptanz zu erhöhen. Ahlke: „Wir werden da nicht locker lassen.“ Es gelte, parallel zu wachsender E-Mobilität und Infrastruktur die Motivation und Begeisterung für alternative Mobilitätskonzepte zu steigern. Interesse und Motivation der beteiligten Experten seien bereits groß.

Energie gibt es, davon sind die „energieland“-Vertreter überzeugt, übrigens ausreichend, die Fahrzeuge auf den Straße im Kreis bis 2050 aus eigenen, regenerativen Quellen anzutreiben. Ahlke dazu: „Wenn wir das aus allen Berechnungen rausgerechnet hätte, wäre das ja ’ne Mogelpackung geworden.“

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