Runder Tisch zur Zukunft der Kreissportlerehrung
Was kommt nach Sportissimo?

Kreis Steinfurt -

Das Zuschauerinteresse an der Sportshow Sportissimo ist in den vergangenen Jahren gesunken. Die Macher beschlossen jetzt das Aus der Veranstaltung. Jetzt wird nach einer neuen Lösung für eine Kreissportlerehrung gesucht.

Mittwoch, 03.04.2019, 23:00 Uhr
Das Aus der tollen Show Sportissimo bedauern der Emsdettener Stadtsportverband als Veranstalter ebenso wie Landrat Klaus Effing und der Sport-Dezernent des Kreises, Tilman Fuchs.
Das Aus der tollen Show Sportissimo bedauern der Emsdettener Stadtsportverband als Veranstalter ebenso wie Landrat Klaus Effing und der Sport-Dezernent des Kreises, Tilman Fuchs. Foto: Bernd Oberheim

Für die beiden Shows am 12. Januar dieses Jahres war noch einmal eine Schüppe draufgelegt worden. Finanziell, bei der Werbung, vor allem beim ehrenamtlichem Einsatz, um mehr Menschen für Sportissimo zu begeistern. Trotzdem zählten die Macher erneut weniger Zuschauer. 2018 waren es noch 400 mehr, 2015 sogar 1200.

Reißleine ziehen

Der Emsdettener Stadtsportverband (SSV) als Veranstalter sah keinen anderen Weg, als die Reißleine zu ziehen, als Sportissimo in der bisherigen Form zu beenden: Zu wenig Zuschauerzuspruch außerhalb Emsdettens bei weiter steigendem Aufwand – das vor allem finanzielle Risiko sei nicht mehr zu tragen, erläuterte SSV-Vorstand Heino Hausfeld bei einer Pressekonferenz am Dienstagabend in Emsdetten, bei der Veranstalter, die Stadt Emsdetten und der Kreis Steinfurt Stellung bezogen.

Es ist besser, mit einer tollen letzten Veranstaltung abzutreten als mit einer leeren Halle.

Sport-Dezernent Tilmann Fuchs

Bei allem Bedauern über das Ende sieht Landrat Dr. Klaus Effing keinen Grund für Gram oder Ärger. Vielmehr dankte er Veranstaltern, Partnern, Ehrenamtlichen und Sponsoren, dass Sportissimo der Kreissportlerehrung lange Jahre eine so außergewöhnliche Bühne bescherte. „Besser geht es nicht“, ließ der Landrat noch einmal das letzte Programm Revue passieren. „Aber gegen schwindende Zuschauerzahlen kann man nicht anarbeiten“, zumal der Kreis sein finanzielles Engagement 2018 noch einmal auf 14 000 Euro pro Jahr ausgeweitet habe, sich auch die Sponsoren stärker engagiert hätten.

Dass der Stadtsportverband diesen klaren Schnitt vollziehe, ist laut Effing „mutig und hochanständig“. Jetzt müsse es darum gehen, „auch ab 2020 einen würdigen Rahmen für die Kreissportlerehrung zu schaffen“. Ein schnell einzuberufender Runder Tisch solle bis zum Herbst Vorschläge unterbreiten. „Im bisherigen Kostenrahmen lässt sich sicherlich eine gute Veranstaltung realisieren – wenn auch nicht auf Sportissimo-Niveau“, sagte Effing.

Vereine und Verbände einbinden

Sport-Dezernent Tilmann Fuchs möchte schon im Planungsstadium die Sport-Vereine und Verbände einbinden – damit bei den Sportlern eine höhere Identifikation mit der Ehrung entsteht. Dabei ginge es nicht nur um die Frage, ob eine Ehrung intern gehalten wird oder sich der Öffentlichkeit öffnet und damit mehr Show-Anteile bieten müsse. „Wir werden uns auch fragen müssen, wen wir künftig ehren wollen“, erklärte Fuchs. Denn: Legt man wie gehabt „olympische Richtlinien“ zugrunde, blieben viele Rand- und Trendsportarten außen vor.

„Keiner muss sich etwas vorwerfen lassen. Und es ist besser, mit einer tollen letzten Veranstaltung abzutreten als mit einer leeren Halle“, blickt auch Tilmann Fuchs zufrieden auf das Kapitel Sportissimo.

Das nahm Heino Hausfeld gerne auf – denn den Seitenhieb von Christoph Borgert (CDU) im Kreisausschuss, möglicherweise sei der ehrenamtliche Stadtsportverband mit einer Veranstaltung wie Sportissimo überfordert, wollte er so nicht stehen lassen. „Wir haben nachweislich mit großer Professionalität gearbeitet. Es gab nichts, was man noch hätte unternehmen können, um mehr Zuschauer für Sportissimo zu gewinnen.“

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