TV-Bericht über Schweinehaltung
Politik fordert Konsequenzen

Kreis Steinfurt -

Die vom WDR ausgestrahlten Bilder von toten, verletzten und kranken Schweinen aus Mastbetrieben in Emsdetten und Rheine haben zu ersten Reaktionen der Politik im Kreis Steinfurt geführt. Grüne, Linke und die FDP nehmen Stellung.

Donnerstag, 19.09.2019, 06:00 Uhr

„Solange wir im Kreis Steinfurt diese Form der industrialisierten Tierhaltung haben, werden uns solche Bilder leider nicht erspart bleiben“, erklärt Jan-Niclas Gesenhues der Sprecher der Grünen-Kreistagsfraktion. Viele Landwirte seien längst Getriebene eines „Wachse oder weiche“-Prinzips, das zu immer größeren Ställen, immer mehr wirtschaftlicher Abhängigkeit und zur Aufgabe hunderter Höfe in der Region geführt habe. Gesenhues weiter: „Wir brauchen hier und jetzt ein konsequentes Umdenken und viel mehr Unterstützung für Betriebe, die sich eine echte Verbesserung ihrer Tierhaltung wünschen.“

Kathrin Vogler , Bundestagsabgeordnete der Linken aus Emsdetten, sieht die Verantwortung nicht nur beim Kreis Steinfurt, sondern auch beim Bund. Der solle klare gesetzliche Regelungen schaffen. „Haltungssysteme müssen an die Tiere angepasst werden, nicht die Tiere an eine möglichst ökonomisch effiziente aber nicht tiergerechte Haltungsform“, sagt Vogler.

Alexander Brockmeier sieht in den Bildern klare Verstöße gegen das Tierwohl. Der FDP-Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende fordert, dass die verantwortlichen Landwirte zur Rechenschaft gezogen werden. Alle Bauern über einen Kamm zu scheren, sei allerdings nicht nur unredlich, sondern auch gefährlich. Brockmeier: „Durch dieses Handeln werden die Familienbetriebe, die alle Auflagen und Gesetze einhalten und für die das Tierwohl an erster Stelle steht, in Misskredit gezogen.“ Gleichzeitig gelte für ihn auch: „Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung auf den Höfen der Landwirte sind nicht zu rechtfertigen.“

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