Altenberge
Brandstifter bleibt auf freiem Fuß

Freitag, 09.07.2010, 13:07 Uhr

Altenberge / Borghorst - Der 25-jährige Brandstifter aus Neunkirchen, der im Januar 2010 eine Scheune und Stallungen in Schutt und Asche gelegt hat, war am Tattag offenbar nicht Herr seiner Sinne, da er an einem akuten Psychoseschub litt. Die 9. Große Strafkammer des Landgerichts folgte mit ihrem Urteil den Empfehlungen der psychiatrischen Sachverständigen und sprach den Studenten vom Tatvorwurf frei. Da er aufgrund seiner genetischen Anlagen behandelt werden muss, ordneten die Richter die Unterbringung in der Psychiatrie ab, die allerdings zur Bewährung ausgesetzt wurde. Der junge Mann, der inzwischen bereits aus der Haft entlassen wurde, bleibt auf freiem Fuß muss sich aber einer ambulanten psychiatrischen Behandlung und Betreuung unterziehen.

Die Bewährungszeit dauert fünf Jahre. Wie der Vorsitzende erklärte, könne die genetisch bedingte Psychose jederzeit wieder zum Ausbruch kommen, daher werde der 25-Jährige einer Führungsaufsicht unterstellt und müsse alle zwei Wochen zum Arzt. Ferner müsse er auf Drogen und Alkohol verzichten. Der Richter drohte ihm an, wenn er die Auflagen nicht erfülle, würde er in eine geschlossene Anstalt eingeliefert. Die Kammer folgte mit ihrer Entscheidung exakt den Anträgen der Staatsanwältin und der Verteidigung.

Der 25-Jährige hatte im Januar in der Alternberger Bauernschaft Kümper zunächst eine Scheune in Brand gesteckt. Die Feuer griff schnell um und vernichtete auch die angrenzenden Stallungen. Dabei waren etwa 50 Bullen gefährdet. Ein Glück, dass der Hofeigentümer den Feuerteufel auf frischer Tat ertappte, als er auch im Wohnhaus mit einer Gasflasche und Zündhölzern zuschlagen wollte. Der Landwirt und seine Helfer überwältigen den Täter und hielten ihn fest, bis die Polizei eintraf. Die Beamten führten ihn in Handschellen ab.

Der Beschuldigte hatte sich nach eigenen Angaben am Tattag eingebildet, Darsteller eine „Big-Brother-Fernsehserie“ zu sein. Überall habe er Kameras und Beobachter gewittert. Er habe gewollt, dass dieses aufhört. Das Feuer sei ein „Zeichen“ gewesen, erklärte der Psychotiker.

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