Altenberge
„Durchstich“ - Bürger sagen Nein

Altenberge - Für die Mehrheit der Anwohner rund um das geplante Baugebiet unterhalb der Krüsellinde steht fest: Sie möchte nicht zusätzlichem Verkehr ausgesetzt werden und spricht sich dafür aus, dass die Zu- und Abfahrt für das Wohngebiet ausschließlich über eine Anbindung zur Münsterstraße erfolgt. Lediglich eine „Hand voll“, wie Bürgermeister Jochen Paus während der...

Sonntag, 12.06.2011, 00:06 Uhr

Altenberge - Für die Mehrheit der Anwohner rund um das geplante Baugebiet unterhalb der Krüsellinde steht fest: Sie möchte nicht zusätzlichem Verkehr ausgesetzt werden und spricht sich dafür aus, dass die Zu- und Abfahrt für das Wohngebiet ausschließlich über eine Anbindung zur Münsterstraße erfolgt. Lediglich eine „Hand voll“, wie Bürgermeister Jochen Paus während der Bürgerversammlung am Donnerstagabend beim Durchzählen zu Protokoll gab, sprach sich für einen Durchstich zur bestehenden Bebauung Richtung Norden aus. Der Rest, und das war die große Mehrheit von weit über 100 Altenbergern, möchte nur die Zu- und Abfahrt über die Münsterstraße. Im Vorfeld der Versammlung hatte Jochen Paus betont, sich ein „Stimmungsbild“ verschaffen zu wollen. Und dieses fiel eindeutig aus. Nun wird sich der Bauausschuss in seiner Sitzung am 27. Juni (Montag) wieder mit dem Thema beschäftigen. In der Ratssitzung am 18. Juli (Montag) soll bereits der Entschluss fallen, den Grunderwerb zu tätigen. Dann folgt die Bauleitplanung - und voraussichtlich schon im September sollen erste Pläne für das Baugebiet vorgestellt werden. Jochen Thiessen vom Planungsbüro Hahm aus Osnabrück stellte drei mögliche Erschließungsvarianten und deren Auswirkungen auf den Verkehr vor. Während die Variante eins nur eine Anbindung über die Münsterstraße vorsieht (rund 600 Pkw pro Tag), gehen die beiden anderen von einem Durchstich Richtung Krüsellinde aus. Dann erhöhe sich die Anzahl der Pkw auf etwa 1300 pro Tag, die durch das neue Baugebiet auf die Münsterstraße abbiegen. „Der Durchstich macht keinen Sinn“, so eine Anliegerin und gab die Meinung vieler Bürger wieder. Zudem, so eine weitere Anliegerin, sei zu berücksichtigen, dass bei einem Durchstich der Naherholungswert „stark beeinträchtigt“ werde. Des Weiteren sei durch den zu erwartenden zusätzlichen Pkw-Verkehr ein erhöhtes Unfallrisiko zu erwarten - und das bei einem viel befahrenen Kindergarten- beziehungsweise Schulweg. „Wir brauchen keinen Durchstich - und das spart auch noch eine Menge Geld“, resümierte ein weiterer Bürger. Im Rahmen seiner Verkehrsanalyse ging Thiessen auch auf die Auswirkungen der Südumgehung ein. Zwar nehme der Pkw-Verkehr in Altenberge bis zum Jahr 2025 um etwa sieben Prozent zu - der Ortskern werde aber „erheblich entlastet“. Derzeit passieren rund 23 000 Pkw den Kreisel an der Münsterstraße/Bahnhofstraße/Laerstraße. Auch die „Schleichverkehre“ nehmen künftig ab, prognostizierte Thiessen. Für die Südstraße rechnet er künftig mit rund 1000 Pkw pro Tag - derzeit sind es zwischen 1800 und 2400 Pkw.

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