„0 wu schön is 0llenbiärge“
Die Melodie des Altenberger Heimatliedes ähnelt einem alten Rheinlied

Altenberge -

Nach dem letzten Krieg ist von dem Schreibwarengeschäft der Geschwister Lütke Brinkhaus an der Kirchstraße eine kolorierte Postkarte mit dem Bild des Altenberger Wahrzeichens „Krüsellinde“ (unter dem Foto fälschlich leider nur mit einem „L“) und dem plattdeutschen Heimatlied „0 wu schön is 0llenbiärge“ veröffentlicht worden.

Samstag, 10.11.2012, 17:11 Uhr

Den Text dichtete Rudolf Große Lordemann von der Beerlage (Bauerschaft der Stadt Billerbeck), der verwandt ist mit der Familie Lütke Brinkhaus in der Altenberger Bauerschaft Westenfeld. Als Versicherungsbezirksleiter lernte er eine große Kundschaft in seinem Umland kennen, weilte besonders gern und häufig im Hügeldorf, wo er seine Schwester, die auf dem Althof Lütke Brinkhaus als eingeheiratete Bäuerin wirkte, immer wieder aufsuchte. Dabei lernte er die Schönheiten der hügeligen Altenberger Parklandschaft kennen und ließ sich offenbar spontan zu seinem Heimatlied inspirieren. Während auf eine vierte Strophe, die vom Ersten Weltkrieg mit vielen Gefallenen und großer Not berichtet, auf der Postkarte nach dem Zweiten Weltkrieg wohlweislich verzichtet worden ist, stammt die Melodie des Liedes auf jeden Fall aus studentischen Kreisen. Diese präsentierten interessanterweise eine signifikante Affinität zu früher überall bekannten Rheinliedern , die wohl nur aufgrund der „vaterländischen Erziehung“ in den Schulen der Kaiserzeit‘ erklärt werden kann. Demzufolge sollte der „Vater Rhein “ als deutscher Strom immer geschützt und (gegen alle Feinde) verteidigt sowie durch Lied und Dichtung entsprechend besungen und geehrt werden. Nicht nur das hochdeutsche Heimatlied „Dort, wo ein Dorf im schönen Münsterlande“ trägt die Melodie vom „Vater Rhein“, auch das plattdeutsche Lied „0 wu schön is 0llenbiärge“ hat seine Melodie aus dem bekannten „Freiburger Taschen-Liederbuch“ von 1909 übernommen, nämlich vom „Rheinlied“ (Seiten 210 und 211) in B-Dur: „Strömt herbei, ihr Völkerscharen, an des deutschen Rheines Strande!“ Möglicherweise ist die Melodie des Altenberger Heimatliedes dem bekannten plattdeutschen „Westfaolenleed“ nachempfunden worden, das ähnlich beginnt, nämlich: „0 wu schön is mien Westfaolen“ von August Kraus. Die Melodien des plattdeutschen Altenberger Heimatliedes und des Westfalenliedes stimmen mit dem genannten Rheinlied vollkommen überein.

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