Statue soll restauriert werden
Bald wieder in alter Schönheit?

Altenberge -

Seit einigen Jahren fristet die Christusstatue im Garten der Kaplanei ein tristes Dasein. Der Kopf fehlt, ebenso die Hände. Nun soll die Statue restauriert werden. Die Christusfigur hat der münsterische Bildhauer Anton Rüller geschaffen.

Samstag, 05.10.2013, 12:10 Uhr

Wird eine von Bildhauer Anton Rüller geschaffene Christusfigur schon bald wieder in neuem Glanz erstrahlen? Das ist durchaus möglich. Doch zunächst ein Blick zurück – und zwar ins Jahr 1897:

Nach der Gründung des Altenberger Kriegervereins am 13. Februar 1897 wurde bald der Wunsch laut, im Dorf ein Kriegerdenkmal zu errichten, wo die Kriegsveteranen ihre gefallenen Kameraden ehren konnten. Allgemein war man der Ansicht, dass der Standort an zentraler Stelle im Dorf sein sollte. Nach Meinung des langjährigen Vorsitzenden des Kriegervereins, Anton Schulze Schwicking, war dafür der „hiesige Schildplatz vor Grotemeyers Garten“ am besten geeignet‘: Wie sich viele Altenberger erinnern, hatte dort auf der Kirmes jahrzehntelang „Heemanns Kuchenbude“ ihren traditionellen Standort.

Durch den Ausbruch des 1. Weltkriegs Anfang August 1914 traten alle Pläne zunächst in den Hintergrund. Nach dem verlorenen Krieg (1914-18) nahm man Abstand von einem freistehenden Ehrenmal. Wie nach dem Krieg 1870/71 durften mit Genehmigung des Generalvikariates auch jetzt Kriegerehrenmale in der Kirche errichtet werden. Der damalige Pfarrer Franz Tüllinghoff bestimmte die Taufkapelle am Ende des nördlichen Seitenschiffes als Standort.

Das von dem Bilderhauer Anton Rüller gestaltete Altenberger Ehrenmal war in der Mitte zwischen zwei Fenstern der Taufkapelle aufgestellt. Es wurde beherrscht von einer mit hochgehobenen Händen segnenden Christusfigur, die auf einem altartischähnlichen Podest aufgestellt war. Zu Füßen der Figur, die oberhalb mit neugotischem Gesprenge verziert war, stand die in Stein gehauene Inschrift nach dem Johannes-Evangelium Kap.11,Vers 25: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist.“ Auf zwei Tafeln rechts und links der Figur waren die Namen der Altenberger Gefallenen der Kriege 1864, 1866, 1870/71 und 1914-18 verzeichnet.

Nach dem letzten Krieg entschied man sich, auf dem Gelände des alten Friedhofes ein neues Denkmal zu errichten. Damit war das Werk Anton Rüllers in der renovierten Kirche überflüssig geworden. Statt die Statue für die neue Kriegergedenkstätte zu verwenden, wo ein stilisierter Bronzechristus im Zeitgeschmack aufgestellt worden ist, fand man für sie schließlich nur einen Standort an der Ostseite der Kirche. Damit war das baldige Ende der Sandsteinfigur programmiert. Schon nach wenigen Jahren zeigten sich die ersten Verfallserscheinungen (beide Hände abgebrochen). Im weiteren Verlauf wurde mutwillig der Kopf abgehauen, sodass die Figur beseitigt werden musste.

Nach jahrzehntelangem tristen Dasein will Pfarrer Dr. Josef Wieneke sozusagen als Abschiedsgeschenk sie zu neuem Leben erwecken. Ein paar Steinmetze haben schon ein Angebot zur Renovierung unterbreitet, auch einige Spenden sind eingegangen. So könnte die Rüller-Figur bald wieder in alter Schönheit erstrahlen.

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