Großer Andrang beim Infotag für angehende Imker
Schleudern ist besser als verschleudern

Altenberge -

Fast schon erschrocken registrierte Imker Werner Gerdes am frühen Samstagmorgen das große Interesse an seinem Ganztages-Fachvortrag über Imkerei und Honig-Produktion. Gut drei Dutzend Zuhörer, vom Schüler bis zum Rentner, hatten sich im Altenberger Heimathaus versammelt, um ihr Wissen über dieses Thema aufzufüllen. Gerdes: „Sollten Sie alle anfangen Bienen zu züchten, kriegen wir Probleme.“

Dienstag, 11.03.2014, 15:03 Uhr

Auch wenn ein schlauer Kopf mal gesagt hat, die Bienenzucht sei mehr als ein reiner Gelderwerb, sie sei die Poesie der Landwirtschaft, unterlag das Wissen über die Bienenzucht doch über viele Jahrzehnte der Geheimhaltung. Heute darf das jeder. So lehrte der Havixbecker Experte: „Drei bis fünf Völker genügen zum Einstieg, der vor allem zeitaufwendig und in den Anfängen auch kostspielig ist.“

Werner Gerdes , Vorsitzender des Havixbecker Imkervereins, assistiert von seinem Stellvertreter Klaus Lülff , zeigte seinen Besuchern bereitwillig die notwendigen Utensilien zur Haltung von Bienenvölkern. Fotos von Menschen, die über und über mit Bienen bedeckt sind, hatte er nicht dabei. „Das ist mehr oder weniger Quatsch. Da streichen sich Versuchspersonen mit Honigwasser ein, wissend, dass die Bienen sie nur abschlecken und nicht stechen.“

Da Bienenstiche aber auch bei größter Sorgfalt vorkommen können, riet der Imker: „Wenn, dann ziehen Sie den Stachel möglichst schnell mit der Fingernagelspitze seitlich raus. Nicht drücken, das treibt das Gift noch tiefer in die Haut.“

Gerdes mahnte auch: „Bienen zu züchten, ist zeitaufwendig und teils auch schwere körperliche Arbeit. Und sie muss nicht immer finanziell günstig verlaufen. Selbst wenn ein Bienenvolk rund 20 Kilo Honig abliefert, was dem Imker im Moment fünf Euro pro Kilo einbringt, kann es sein, dass ein Hobby-Imker mit zu vielen Völkern erst einmal auf seinem Honig sitzen bleibt.“ Dann heiße es nicht mehr „Honig schleudern, sondern verschleudern“.

Doch zuvor noch ein paar „Bienen-Geheimnisse“: Im Frühsommer wächst ein Volk auf bis zu 50.000 „bienenfleißige“ Pollen- und Nektarsammlerinnen. Und das geht äußerst effektiv zu. Denn hat eine dieser Bienen eine ertragreiche Quelle, wie zum Beispiel ein blühende Rapswiese entdeckt, „tanzt“ sie im Stock so lange auf einer Wabe, bis ihr die anderen Bienen zu dem bewussten Feld folgen. So schafft es ein Volk, an einem einzigen Tag bis zu 30 Millionen Blüten zu besuchen und folglich auch zu bestäuben. Ihre Königin sitzt derweil im untersten Teil der „Unterkunft“ und legt Eier für den Nachwuchs. Mit Tipp-Ex oder Permanent-Schreibern malen gute Imker ihren besten Königinnen Kennzeichen auf den Rücken. Sie könnten ja mal ausschwärmen….

Und dann riet er seinem „Schnupperkurs“: „Wenn Sie mehr wissen wollen, informieren Sie sich bei uns Fachleuten. Wir helfen Ihnen gerne. Denn Bienen zu halten ist spannende Natur vor der eigenen Haustür.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2295072?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F167%2F2580335%2F2580338%2F
Billerbecks Klage abgewiesen: Bahn muss Brücke nicht sanieren
Die Brücke in der Billerbecker Bauerschaft Bockelsdorf will keiner haben. Sie ist dringend sanierungsbedürftig.
Nachrichten-Ticker