Neues Mikroskop im Museum
Blicke in eine „neue Welt“

Altenberge -

Über ein neues Auflichtmikroskop freut sich Eugen Zurholt vom Museum zur regionalen Erdgeschichte. Die Uni Münster stellte es Zurholt zur Verfügung, sodass er weiter in der Welt der regionalen Erdgeschichte forschen kann.

Donnerstag, 08.05.2014, 18:05 Uhr

Dass der alte Bauernhof an der Lindenstraße, Ecke Siemensstraße – breit und behäbig – fast ganz von Grün überwuchert, im Innern mehr als 100 000 Steine beherbergt und damit ein einzigartiges Museum für Minerale und Fossile ausmacht, ist im Münsterland bekannt. Was dies aber mit der regionalen Erdgeschichte des „Altenberger Höhenrückens“, sowie der Klimaentwicklung unserer erdgeschichtlichen Vergangenheit zu tun hat, erlauben erst intensive Studien. Darüber kann Eugen Zurholt, einst Weber und Textilexperte, inzwischen längst Fachmann für Steine und Fossilien, Chef des Museums stundenlang fachsimpeln.

Präzise geschult von seinem Mentor und Berater, Professor Dr. Herbert Kroll , Mineraloge am Institut für Mineralogie der Uni Münster . Was aber der Altenberger Eugen Müsch, Mitarbeiter des Naturkundemuseums in Münster, gerade erst entdeckt hat, dürfte das wissenschaftliche Angebot des „Zur­holt-Museums“ um eine neue, erstaunlich große Komponente erweitern. Denn der umtriebige Naturfreund nahm sich diesmal nicht Steine, sondern den sogenannten Altenberger Matsch, mit Mergel vermischtes Erdreich vor, das hier an vielen Stellen in tieferen Bodenschichten vorkommt.

Und dieser „Kreide-Mergel“, mit viel Wasser aufgeschlämmt und am Ende bis auf einen dünnen Restsatz abgesiebt, enthält unzählige, mikroskopisch kleine, längst versteinerte, kristalline Fossilien einstiger Moostierchen. „Die Winzlinge, deren Artenvielfalt schon jetzt auf gut 1800 verschiedene Formen geschätzt wird, lebten vor gut 80 Millionen Jahren in den warmen Flachwasser-Kreidemeeren – auch hier im Münsterland“, so Zurholt. Unter dem Mikroskop gleichen die Mikro-Fossilien, auch als Foraminiferen bezeichnet, die oft nicht mal einen halben Millimeter groß wurden, wunderschön zu erkennen. Und weil die Universität Münster Eugen Zurholt – aus Hochachtung vor den Arbeiten im Altenberger „Steinmuseum“ – gerade erst ein Auflichtmikroskop besonderer Qualität übergab, hoffen die Mitarbeiter, den Besuchern bald eine neue Welt regionaler Erdgeschichte vorführen zu können.

Neben den spannenden, oftmals moderner Kunst gleichenden, ästhetisch wirkenden „Schliff“-Fotos vom Innern kristalliner sogenannter Rapakivi-Granite, (vor 200 000 Jahren mit der Eiszeit aus Finnland hierher verfrachtet), bekommt der interessierte Besucher nun auch vertiefte Kenntnisse von der Wunderwelt eines prähistorischen Mikrokosmos. Sicherlich Anreiz genug, sich unter der Internetseite www.museum-zurholt.de um einen baldigen Besuchstermin zu bemühen.

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