Johanna Müller und Dirk Volkmer reparieren Kaffeeautomaten
Tüfteln für den Genuss

Altenberge -

Woraus sich doch alles eine richtig gute Geschäftsidee entwickeln lässt. . . Am Anfang stand die gemeinsame Leidenschaft für Cappuccino aus frisch gemahlenen Bohnen und richtig heißem Wasser. So kamen Johanna Müller und Dirk Volkmer zu ihrem ersten Kaffeeautomaten. „Es gibt aber nichts Schlimmeres, als wenn Du morgens aufstehst, Dir einen Kaffee ziehen willst und die Kiste streikt“, schmunzelt Johanna Müller und ist damit bei der Erklärung, wie es zur Gründung ihrer Firma „Sorglos-Kaffee“ kam. . .

Freitag, 18.09.2015, 18:09 Uhr

Johanna Müller liegt mit ihrer „Sorglos“-Geschäftsidee voll im Trend.
Johanna Müller liegt mit ihrer „Sorglos“-Geschäftsidee voll im Trend. Foto: Axel Roll

Heute ist es extrem unwahrscheinlich, dass die beiden zum Frühstück keinen Kaffee bekommen. In ihrer Küche auf dem Hof in Kümper stehen um die 20 Vollautomaten. In der Scheune nebenan, wo Dirk seine Werkstatt hat, wird es unübersichtlich. Zählen unmöglich. Dirk Volkmer ist der Typ Tüftler. Und als solcher wurde die Neugierde irgendwann einmal so groß, dass er sich einen Spezialschraubenzieher besorgte, um sich das Innenleben so eines elektrischen Kaffeekochers mal genauer anzugucken.

Nach einer mehrmonatigen „Lehre“ ist Dirk mittlerweile Experte, weiß genau, was sich zum Beispiel hinter „Fehler 8“ verbirgt (Brühwerk kaputt). Für seine „Sorglos-Kaffee“-Chefin Johanna repariert er defekte Kaffeeautomaten, am liebsten die der Marke „Jura“. Nicht nur im Kundenauftrag. Die eigentliche Geschäftsidee ist nämlich folgende: Das Paar kauft defekte Maschinen auf, repariert und bringt sie wieder für relativ kleines Geld an den Mann. „Und das mit einem Jahr Garantie“, wie Werkstattleiter Dirk Volkmer betont.

An solch ausrangiertes Rohmaterial zu kommen, ist offensichtlich überhaupt kein Problem. Johanna Müller: „Man glaubt gar nicht, wie viele Leute so ein altes Teil im Keller stehen haben.“ Der Internet-Marktplatz Ebay ist eine weitere Fundgrube, in der es sich immer zu stöbern lohnt. Fehlen nur noch die Original-Ersatzteile, die sich auch pro­blemlos im Web besorgen lassen.

„Das Geschäft läuft richtig gut. Und nur durch Mund-zu-Mund-Propaganda“, wundert sich Volkmer. Aber er glaubt, mit dem Aufarbeiten alter und defekter Kaffeeautomaten auch noch aus einem anderen Grund voll im Trend zu liegen. Das Stichwort lautet Nachhaltigkeit. „Die Leute sind es leid, alles einfach wegzuschmeißen.“

Es kommt immer öfter vor, dass in der Werkstatt erst nach Mitternacht das Licht ausgeht. Als Zaubertrank, um fit zu bleiben, schwört der Kaffeeexperte auf was wohl? Natürlich auf einen frisch gemachten Cappuccino. . .

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