Start für „Repair-Café“
Einfach Wegwerfen muss nicht sein

Altenberge -

Zahlreiche Bürger kamen zum ersten „Öffnungstag“ des „Repair-Cafés“ ins Haus der Begegnung. Der Hintergrund ist die Ressourcenschonung. Defekte Dinge sollen nicht direkt weggeworfen, sondern gemeinsam repariert werden. Die Idee dazu hatten Pfarrer Ulf Schlien und Hans-Joachim Pelz.

Mittwoch, 06.04.2016, 15:04 Uhr

Hier werden ein Laptop fit gemacht und ein Staubsauger repariert. Pfarrer Ulf Schlien (stehend l.) gehört zu den Mitorganisatoren des Raper-Cafés.
Hier werden ein Laptop fit gemacht und ein Staubsauger repariert. Pfarrer Ulf Schlien (stehend l.) gehört zu den Mitorganisatoren des „Repair-Cafés“. Foto: nix

Am Dienstagabend fiel der Startschuss für die Umsetzung einer guten Idee, die mittlerweile zur weltumspannenden Initiative geworden ist. Erstmals lud das „Repair-Café“ im „ Haus der Begegnung “ ab 18 Uhr dazu ein, defekte (Elek­tro-)geräte, Spielzeuge oder auch Textilien von Fachleuten reparieren zu lassen. Schließlich muss ja nicht alles gleich in den Müll wandern, nur weil es nicht mehr einwandfrei funktioniert. Oft ist nur ein geringer Aufwand notwendig, um kaputte Teile wieder instand zu setzen. Elektrik-, Elektronik- und Nähexperten beziehungsweise -expertinnen fanden sich an diesem Abend ein, um mit ihren Diensten bei einer Tasse Kaffee dem Wegwerftrend entgegenzuwirken

Pfarrer Ulf Schlien und Hans-Joachim Pelz organisieren das „Repair-Café“ in Altenberge . „Die aus den Niederlanden stammende Idee dahinter ist, miteinander Dinge zu reparieren, die man nicht gleich wegwerfen möchte und gleichzeitig ins Gespräch zu kommen“, erläutert Schlien. „Dabei geht es nicht zuletzt auch um die Schonung unserer Ressourcen, die nicht unendlich zur Verfügung stehen“, betont der Pfarrer. Nachhaltigkeit wird auf diese Weise gefördert.

Ein alter Staubsauger bekam einen neuen Stecker und war prompt wieder einsatzfähig. Elektronik-Ingenieur Peter Füllhase nahm sich unter anderem gemeinsam mit weiteren Mitstreitern eine Kettensäge vor, deren Spannvorrichtung nicht mehr funktionierte. „Mit einem Ersatzteil für zehn Euro läuft sie wieder“, erklärte er. Das Ersatzteil muss der Besitzer bezahlen, ihre Arbeitskraft stellen die Reparatur-Teams ehrenamtlich zur Verfügung. Auch ein lahmes Laptop rechnet jetzt wieder mit akzeptabler Geschwindigkeit.

„Wir haben die Idee vor drei Jahren in der evangelischen Kirchengemeinde schon einmal in die Öffentlichkeit getragen“, sagt Schlien. Die Reaktion darauf war verhalten. Jetzt fanden sich neue Interessenten. „Wir haben das noch mal mit der Kommunalgemeinde zusammen in den Stiel gestoßen“, so der Pfarrer. „Man kann das Ganze nur im Team auf den Weg bringen“, erläutert Pelz. „Wir haben in der Zeitung einen Aufruf veröffentlicht, mit dem wir Reparatur-Fachleute suchten“, so der Mitinitiator weiter. Es fanden sich Experten, die Freude daran haben, in ihrer Freizeit etwas Sinnvolles zu tun. Als Konkurrenz zu Fachgeschäften ist die Initiative nicht gedacht.

► Künftig soll das „Repair-Café“ an jedem ersten Dienstag des Monats von 18 bis 20 Uhr seine Tore öffnen.

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