Ziel Indien
Hilfsbereit und offen

Altenberge -

Beeindruckt von ihrer Reise nach Indien kehrten nun Edith und Rolf Lindemann zurück. Sie gehören dem Freundes- und Förderkreis Pater Joy an, der hilfsbedürftige Kinder und Jugendliche unterstützt. Vor Ort erlebte das Ehepaar eine große Offenheit und Hilfsbereitschaft.

Samstag, 12.11.2016, 12:11 Uhr

Edith und Rolf Lindemann besuchten das vom Freundes- und Förderkreis Pater Joy unterstützte Projekt in Indien. Rechts ein Blick ins Klassenzimmer.
Edith und Rolf Lindemann besuchten das vom Freundes- und Förderkreis Pater Joy unterstützte Projekt in Indien. Rechts ein Blick ins Klassenzimmer.

Wenn Edith und Rolf Lindemann über ihren Besuch im indischen Kumbalgodu, etwa 30 Kilometer von Bangalore entfernt, erzählen, fallen immer wieder Worte wie Respekt, Offenheit und Hilfsbereitschaft. Seit einigen Jahren gehören sie dem Freundes- und Förderkreis Pater Joy an und sammeln Spenden für das sogenannte NEST. Eine Einrichtung, die Waisen, Halbwaisen und Kinder aus sozial benachteiligten Familien eine Unterkunft bietet und ihnen zugleich Bildung vermittelt. Nun waren sie in Indien – zusammen mit Pater Joy erlebten sie den Alltag der Einrichtung und machten sich ein Bild davon, wie die Spendengelder – auch von vielen Altenbergern – eingesetzt werden. Ihr Fazit: „Die Kinder werden unglaublich gut versorgt. Sie sind dort nicht Außenseiter, sondern ein wertvoller Bestandteil der Gesellschaft“, sagen die beiden 74-jährigen Altenberger.

Es sind viele Eindrücke, die bei den Lindemanns Spuren hinterlassen haben. Zum Beispiel das montags, mittwochs und freitags stattfindende „Antreten“ auf dem Basketballplatz. Dann wird die Nationalhymne gesungen und anschließend geht es „geordnet“ in die Klassen – mit einer kurzen Unterbrechung. Edith Lindemann: „Alle Schüler müssen ihre Hände vorzeigen.“ Und das aus gutem Grund: Schließlich sind saubere Finger unerlässlich: Grundsätzlich wird in Indien nur mit den Händen gegessen. Und das ist im NEST nicht anders.

Jeden Mittag holen die Kinder ihr Blechgeschirr hervor und holen ihr Essen ab. Dann wird sich auf den Boden gesetzt und gemeinsam gegessen. „In unmittelbarer Nähe befindet sich ein Raum, wo sich vor und nach dem Essen alle die Hände waschen können“, erzählt Edith Lindemann. Das Essen – „ja, das ist schon ganz schön scharf“. Aber Edith und Rolf Lindemann haben sich den Gewohnheiten angepasst. Allerdings mit einer kleinen Ausnahme: Mit den Fingern essen, damit konnten sich die beiden nicht anfreunden – für sie gab es Besteck.

Den Schulalltag beschreibt das Ehepaar Lindemann als „ziemlich fordernd“. Die Maßstäbe seien „sehr streng und werden vom Staat vorgegeben“. Der Unterricht geht von 9 bis 15.30 Uhr, unterbrochen von einer 35-minütigen Mittagspause. „Natürlich müssen auch noch die Hausaufgaben erledigt werden“, so Edith Lindemann.

Im NEST sind derzeit 44 Mädchen und Jungen im Alter von sechs und 13 Jahren untergebracht. Auf dem Gelände befindet sich zudem eine Schule, die nach christlichen Grundsätzen geleitet wird, erzählen die Lindemanns. Christen und Hindus – „das Zusammenleben „ist überhaupt kein Problem“, hat Edith Lindemann festgestellt. Nur etwa 20 Prozent der Kinder seien Christen, die übrigen Hindus. „Alle leben friedlich nebeneinander und respektieren gegenseitig ihre Religion“, sagt die 74-Jährige. Indien – für Edith und Rolf Lindemann ein „offenes Land mit sehr hilfsbereiten Menschen“.

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Über ihre Reise nach Indien informieren Edith und Rolf Lindemann im Rahmen eines Vortrags, der am 29. November (Dienstag) im Karl-Leisner-Haus stattfindet.

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