Pegasus macht zu
Das Aus nach 25 Jahren

Altenberge -

Nach einem Vierteljahrhundert gibt Annette Hinricher auf: Ende Januar schließt sie das Geschäft „Pegasus“ an der Kirchstraße.

Freitag, 13.01.2017, 13:33 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 11.01.2017, 19:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 13.01.2017, 13:33 Uhr
Nach 25 Jahren gibt Annette Hinricher ihr Schreib- und Spielwarengeschäft an der Kirchstraße auf. Wie das Geschäft künftig genutzt wird, steht noch nicht fest.
Nach 25 Jahren gibt Annette Hinricher ihr Schreib- und Spielwarengeschäft an der Kirchstraße auf. Wie das Geschäft künftig genutzt wird, steht noch nicht fest. Foto: Anke Sundermeier

Ende Januar ist Schluss. Im 25. Jahr seines Bestehens bleiben die Türen des Schreib- und Spielewarengeschäfts „Pegasus“ ab Februar für immer geschlossen. „Es ist ein Vierteljahrhundert und damit ein guter Zeitpunkt für einen Abschluss“, erklärt Inhaberin Annette Hinricher die Entscheidung, ihren Laden an der Kirchstraße aufzugeben. Jetzt einen Schlussstrich zu ziehen, sieht sie mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Schließlich war der Laden lange Zeit ein Teil ihres Lebens gewesen. Aber eben nur ein Teil.

Viele Altenberger kennen Annette Hinricher als Künstlerin und Gründungsmitglied der Kulturwerkstatt Altenberge und dortige Kursleiterin. Dabei dreht es sich in ihren Kursen hauptsächlich um Skulpturen. Ein Projekt ist vielen Altenbergern sicherlich noch in Erinnerung geblieben; die blauen Figuren. „Das war ein Skulpturprojekt mit den Landfrauen. Die in blau gehaltenen Arbeiten durften wir dann im ganzen Dorf aufstellen“, erzählt Hinricher. Und mit diesem zweiten Standbein soll es künftig weitergehen. Denn eigentlich hat Hinricher in Berlin Kunst studiert und in Koblenz eine Lehre zur Goldschmiedin absolviert. Doch ihre privaten Lebensumstände führten dazu, dass sie sich zuerst in Legden und dann auch in Altenberge mit einem Schreib-, Spiel- und Buchladen selbstständig machte und sich zusätzlich bei mehreren „Kunst am Bau“-Projekten im Ruhrgebiet engagierte.

„Das war dann allerdings als Alleinerziehende nicht mehr alles zu schaffen und deshalb habe ich mich nur noch auf Altenberge konzentriert“, erinnert sich Hinricher.

Ab Februar sieht ihr Tagesablauf dann anders aus. Den Altenbergern bleibt sie mit einem Angebot für Kunstkurse, auch in Malen und Zeichnen, sowie Skulpturprojekten in der Kulturwerkstatt treu. Zudem plant sie weitere Angebote in ihrem Atelier in Münster im „Haus Coerde“ in den Rieselfeldern. Das Schreib- und Spielwarengeschäft an der Kirchstraße hatte übrigens eine lange Standorttradition. Es wurde dort nach Kriegsende gegründet und später dann mit samt den damaligen Mitarbeitern von Annette Hinricher übernommen. „Ich habe im Laufe der 25 Jahre schon gemerkt, dass kleine Inhaber geführte Geschäfte mittlerweile an den Rand ihrer Existenz kommen. Man ist gezwungen, sich immer wieder neu zu erfinden um zu überleben“, so Hinricher. Dem Wettbewerb und Preiskampf von Internet und Großkonzernen könne man sicherlich auf Dauer so nicht Stand halten.

Ob nach der Renovierung und Sanierung des Gebäudes wieder ein Schreib- und Spielwarengeschäft in das Ladenlokal einziehen wird, sei noch nicht entschieden, so Annette Hinricher abschließend.

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