19-Jährige verurteilt
80 Sozialstunden

Altenberge/Steinfurt -

Wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Unfallflucht verurteilte das Jugendschöffengericht in Rheine eine 19-jährige Angeklagte aus Steinfurt zu 80 Sozialstunden, der Fortsetzung ihrer Traumatherapie und stellte den Führerschein für weitere acht Monate sicher.

Mittwoch, 17.05.2017, 16:05 Uhr

 
  Foto: dpa

Wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Unfallflucht in Altenberge am 27. Oktober 2016 verurteilte das Jugendschöffengericht in Rheine gestern eine 19-jährige Angeklagte aus Steinfurt zu 80 Sozialstunden, der Fortsetzung ihrer Traumatherapie und stellte den Führerschein für weitere acht Monate sicher.

Der Staatsanwalt indes sah in dem Verhalten der jungen Frau den Vorsatz „des Herbeiführens eines Unfalls mit Gefährdung von Leib und Leben anderer Menschen“ und beantragte acht Monate mit Bewährung. Zudem verlangte er, den Führerschein für weitere zweieinhalb Jahre einzuziehen.

„Den Vorsatz sehen wir nicht“, sagte der Richter in der Urteilsbegründung, weil die Angeklagte offensichtlich im letzten Augenblick den Wagen von der linken auf die rechte Straßenseite gelenkt und das Fahrzeug auf der Gegenseite nur hinten gestreift habe. Deswegen fielen das Urteil und die Führerscheinsperre gemäßigter aus. Vorbestraft war sie nicht. Die Fragen vor Gericht beantwortete sie alle.

Laut Anklage soll die junge Frau ihren Pkw bewusst auf die linke Straßenseite gelenkt haben, als sie sah, dass ihr Freund mit anderen ihr in einem Fahrzeug entgegenkam. Nur durch das Ausweichen des Fahrers auf eine Bushaltespur habe ein schwerer Unfall verhindert werden können. Sie habe den Pkw gestreift und sei weitergefahren, ohne sich um den Schaden zu kümmern. Unfallflucht. Fremdschaden 750 Euro, die sie bezahlt habe, wie ihr Anwalt sagte.

Die Angeklagte räumte ihr Fehlverhalten sofort schuldbewusst ein. „Wir hatten eine sehr schwierige Beziehung mit viel Streit und auch Körperverletzungen“, erklärte sie die Hintergründe. Offensichtlich schwankte die Beziehung ständig zwischen Sein und Nichtsein. Nach einer längeren Pause hätten sie sich aber wieder getroffen und seien zusammengekommen. An dem Abend habe sie auf seinem Handy diverse Kontakte mit anderen Mädchen gesehen. Sie habe die Beziehung beendet. Kurz darauf habe einer aus seiner Gruppe ihr ein Foto aus einer Spielothek geschickt, wo ihr Freund gerade sei. Das habe sie auf die Palme gebracht. Sie sei dorthin gefahren. Als der Wagen der Clique ihr entgegenkam, „wollte ich ihnen Angst machen, aber keinen Unfall herbeiführen“, sagte sie vor Gericht. Sie sei auf die linke Fahrbahn gefahren, der Fahrer in dem entgegenkommenden Fahrzeug habe Fernlicht eingeschaltet, das sie geblendet habe. Ihre Geschwindigkeit habe etwa 40 km/h betragen, die Begrenzung auf der Straße lag bei 30 km/h.

Aus Angst vor den Jungs sei sie nach der Kollision weitergefahren und irgendwo stehen geblieben. So fuhr zwar zum Unfallort zurück, hielt aber nicht. Kurze Zeit stellte sie sich dann. Die drei Zeugen bestätigten den Unfallhergang bis auf das Aufblenden, auf Vorhalt der Verteidigung auch die Provokation.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4850954?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F167%2F
Mehr Buchen, bitte!
Buchen unter Eichen: Förster Holger Eggert zeigt einen "zweischichtigen Bestand."
Nachrichten-Ticker