Wahlpanne
„Ich kann es mir nicht erklären“

Altenberge -

Die Stimmung von Werner Schneider, dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen, ist nicht gut. Schließlich war er Wahlvorstand im „Bürgerhaus“. Dort wurden die Stimmen von CDU und SPD vertauscht. „Ich kann mir das nicht erklären“, sagt Werner Schneider.

Donnerstag, 25.05.2017, 09:05 Uhr

 
  Foto: mas

Werner Schneider ist Fraktionsvorsitzender der Grünen und wirkt seit Anfang dieser Woche etwas „zerknirscht“, wenn er an die Landtagswahl am 14. Mai zurückdenkt. Als wäre es für den Grünen-Politiker nicht schon bitter genug, dass seine Partei auf Landesebene auf 6,3 Prozent-Punkte abrutschte (Minus 5 Prozent), muss er nun in seiner Funktion als Wahlvorsteher für die Panne im Stimmbezirk „Bürgerhaus“ Stellung nehmen. „Ich kann mir das nicht erklären“, sagt Werner Schneider auf Anfrage unserer Zeitung.

Um 7.30 Uhr haben sich, so Schneider, am 14. Mai alle sechs für den Stimmbezirk „Bürgerhaus“ verantwortlichen Wahlhelfer eingefunden. Neben Werner Schneider gehörten auch Mitglieder der CDU , der SPD , zwei Auszubildende der Altenberger Gemeindeverwaltung und ein weiterer Altenberger zum Team.

Anschließend wurden die „Schichten“ aufgeteilt, sodass mindestens immer drei Wahlhelfer vor Ort waren, erläuterte Schneider. Doch schon nach der Mittagspause musste der Grünen-Fraktionsvorsitzende die erste Überraschung verkraften: „Ein Wahlhelfer hatte sich krank gemeldet.“ Da waren es nur noch fünf – immer noch ausreichend für einen ordnungsgemäßen Ablauf der Wahl.

Als um 18 Uhr das Wahllokal schloss, machten sich noch fünf verbliebene Frauen und Männer an die Arbeit und zählten die Stimmen aus. Nicht nur einmal, sagt Werner Schneider. „Es gibt immer eine zweite Kontrollzählung.“

677 Bürger gaben dabei ihre Stimmen ab – wahlberechtigt waren im Bezirk „Bürgerhaus“ 1208 Personen. Durch den offensichtlichen Tausch der Stimmen von CDU und SPD veränderte sich auch das Gesamtergebnis für Altenberge: So landete die SPD nun bei 24,3 Prozent und verlor damit in Altenberge 7,4 Prozent gegenüber der Landtagswahl 2012. Die CDU steigerte ihr Ergebnis um 6,6 Prozent und erreichte 43,5 Prozent. Richtig gezählt wurden dagegen die Stimmen für Grüne und FDP. Ein Zählfehler schlich sich auch bei der AfD ein, die nach der korrigierten Fassung auf 3,3 Prozent kommt. Bei der ersten Ergebnisübermittlung kam die AfD auf 3,1 Prozent der Stimmen.

Werner Schneider ist seit vielen Jahren bei zahlreichen Wahlen als Helfer ehrenamtlich im Einsatz gewesen – schon mehrere Male an vorderster Front in einem Stimmbezirk. Am 14. September finden die Bundestagswahlen statt. Ob der Grünen-Fraktionsvorsitzende wieder als Helfer in einem Stimmbezirk „antritt? „Dazu sage ich jetzt lieber nichts“, so seine Antwort.

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