Grundschul-Diskussion
Tritt auf die Bremse

Altenberge -

Die von der Gemeindeverwaltung vorgeschlagene Zusammenlegung der beiden Grundschulen stößt nicht überall auf Zustimmung. Geplant war eine Verlegung in die Ludgeri-Hauptschule. Das wird so schnell nicht passieren. Jetzt wird ein externes Beratungsbüro mit ins Boot geholt, um die Lage zu analysieren.

Dienstag, 30.05.2017, 19:05 Uhr

Was wird aus der Ludgeri-Hauptschule? Diese Frage ist derzeit wieder offen. Die Gemeinde hatte vorgeschlagen, beide Grundschulen zusammenzulegen und in die Hauptschule zu verlagern.
Was wird aus der Ludgeri-Hauptschule? Diese Frage ist derzeit wieder offen. Die Gemeinde hatte vorgeschlagen, beide Grundschulen zusammenzulegen und in die Hauptschule zu verlagern. Foto: mas

In den vergangenen Monaten muss es hinter den Grundschulkulissen gewaltig rumort haben. Denn nur so ist es zu erklärten, dass die von der Gemeindeverwaltung vorgeschlagene Zusammenlegung von Borndal- und Johannes-Grundschule in die bisherige Ludgeri-Hauptschule zunächst auf Eis gelegt worden ist. Wie sich künftig die Altenberger Grundschullandschaft darstellen soll, scheint offen zu sein: „Wir sollten komplett neu und anders denken“, forderte Hauke Rosenow , Leiter der Johannes-Grundschule, am Montagabend während der Sitzung des Schul-, Sozial-, Sport- und Kulturausschusses. Ein externes Beratungsbüro wird nun mit ins Boot geholt, um mit allen Beteiligten ein Konzept zu entwerfen, „damit ein breiter Konsens erreicht werden kann“, meinte Bürgermeister Jochen Paus . „Und dafür brauchen wir Zeit.“ Deshalb legte sich der Verwaltungschef auch nicht auf eine Zeitschiene fest. Der Hauptausschuss der Gemeinde muss in seiner nächsten Sitzung noch grünes Licht geben, damit das Büro beauftragt werden und sich dann an die Arbeit machen kann.

Insbesondere die Grünen scheinen nicht begeistert von dem Vorschlag der Gemeinde zu sein, die Borndalschule nicht mehr für schulische, sondern ausschließlich für die Übermittag-Bereuung zu nutzen. „Wir sollten alle Möglichkeiten ausloten und uns nicht jetzt schon festlegen“, meinte Ursula Kißling (Grüne). Das Hauptproblem, so Dr. Thomas Weide (Grüne), sei der Offene Ganztag (OGS). „Borndal- und Johannes-Grundschule „funktionieren sehr gut“, ergänzte Weide. Zudem brachte er eine Erweiterung der Borndalschule ins Spiel. Ideen dazu habe es bei der Planung der neuen Schule in den Jahren 1996/97 gegeben. Darauf sei allerdings damals verzichtet worden, „weil die Notwendigkeit nicht bestand“, blickte Jochen Paus zurück.

Da die Ludgeri-Hauptschule mit Ende dieses Schuljahres ausläuft, können die Grundschulen oder die OGS im Bedarfsfall Klassen in Anspruch nehmen. Paus: „Der unmittelbare Raumdruck ist weg.“

Thomas Weide hatte aber das Gefühl, dass sich die Gemeinde schon auf die Ludgerischule „eingeschossen“ habe. „Wir sind ergebnisoffen“, entgegnete Jochen Paus. Er verwies aber zugleich auf Berechnungen eines Architekturbüros. Demnach habe eine fünfzügige Grundschule genügend Platz in der Ludgerischule. „Jede Klasse hätte sogar einen Differenzierungsraum.“ Paus geht davon aus, dass das Grundkonzept, künftig beide Schulen unter einem Dach zu führen, „gesetzt ist“. Diesen Eindruck vermittelten die Grünen keineswegs. „Neubau, Abriss, Erweiterung – alles ist möglich“, meinte Ursula Kißling am Montagabend.

Dörthe Plettendorf, Leiterin der Borndalschule, habe kürzlich bei einem Rundgang mit Kommunalpolitikern festgestellt, dass die Ludgeri-Hauptschule auch als OGS-Gebäude in den Blick genommen werden sollte. Verschiedene Varianten, auch ein Abriss oder Neubau, seien diskutiert worden.

CDU und SPD hielten sich am Montagabend in der Grundschuldiskussion dezent zurück. Sie begrüßten lediglich das Verfahren, jetzt Fachberater mit einzubeziehen.Für Hauke Rosenow steht fest: „Wir müssen eine gute Lösung für alle Kinder in Altenberge finden. Und dafür müssen wir nach links und rechts schauen.“

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