Das Treffen in Telgte
Ein ganz besonderes Gemeinschaftserlebnis

Altenberge -

Immer am letzten Sonntag im Juni, in diesem Jahr ist das der 25. Juni, machen sich Altenberger Fuß-, Rad- und Buspilger auf den Weg zum Gnadenbild der „Schmerzhaften Mutter“ nach Telgte

Mittwoch, 21.06.2017, 18:06 Uhr

Seit 15 Jahren organisieren und begleiten Marlies und Rudolf Rickers die Radpilger nach Telgte.
Seit 15 Jahren organisieren und begleiten Marlies und Rudolf Rickers die Radpilger nach Telgte. Foto: Detlef Held

Immer am letzten Sonntag im Juni, in diesem Jahr ist das der 25. Juni, machen sich Altenberger Fuß-, Rad- und Buspilger auf den Weg zum Gnadenbild der „Schmerzhaften Mutter“ nach Telgte. „Nur wer sich auf den Weg begibt, macht Erfahrungen. Und das gemeinsame Unterwegssein als Pilger führt Menschen zusammen“, heißt es im Gebetsheft zur Wallfahrt nach Telgte. „Die Fußwallfahrt führte mich an meine körperlichen Grenzen, aber noch heute denke ich an die erlebte Gemeinschaft und das Gefühl, es geschafft zu haben, zurück“, erinnert sich ein Altenberger, nachzulesen im Pfarrbrief.

Seit 1754 pilgern Altenberger nach Telgte. 1350 Hügeldörfler zogen im Jubiläumsjahr 1854 in einer Prozession zum Gnadenbild. 1954 waren es noch 660 Pilger, die mit einem Sonderzug bis zur ehemaligen Bahnstation Jägerhäuschen fuhren und dann zu Fuß nach Telgte gingen. Insgesamt etwas 100 00 Pilger zieht es Jahr für Jahr zum Gnadenbild, das schon Günter Grass in seiner Erzählung „Das Treffen in Telgte“ (1979) erwähnte.

„Mit Maria – Gottes Wort leben“ , dem diesjährigen Telgter Wallfahrtsleitspruch, werden sich die Altenberger Fusspilger am Sonntag um 5.30 Uhr in der Pfarrkirche treffen. Nach einem Gebet geht es mit dem Bus zur Mauritzkirche in Münster. Dort beginnt um 6.45 Uhr die etwa zehn Kilometer lange Fußwallfahrt. Auf einem Weg, der teilweise über den bekannten Mauritzer Prozessionsweg verläuft und seit mehr als 400 Jahren Pilger zum Telgter Gnadenbild geführt hat.

Seit 15 Jahren immer dabei sind Marlies und Rudolf Rickers , die die Pilgerfahrt auf dem Rad organisieren. „Für viele war der 30 Kilometer lange Weg einfach zu beschwerlich, hatten beide erkannt und sorgten für diese Alternative. „Heute sind wir fast immer mehr als 30 Radler, darunter auch Familien mit Kindern, die diese Strecke quer durch die Natur und auf immer anderen Wegen auch als Sonntagsausflug genießen“, sagt Rudolf Rickers. Er plant immer einen anderen Weg und viele freuen sich eben auch auf die Geselligkeit, stellen die Eheleute immer wieder fest. Auch Dank E-Bikes ist der Zuspruch jedes Jahr größer „Viele fahren damit die gleiche Strecke wieder zurück, auch wenn eine Rückfahrt mit dem Bus möglich wäre“, so Rudolf Rickers.

Die Radpilger starten nach dem Reisesegen um 8 Uhr an der Pfarrkirche. Die Hanseller, Entruper und Hohenhorster Pilger stoßen um 8.15 Uhr an der Hanseller Kirche dazu. Der Weg führt Richtung Sprakel, durchkreuzt die Münsteraner Rieselfelder, streift den Gelmeraner Ortsbereich und führt über den Werse-Radweg und Handorf nach Telgte. Die Buspilger starten um 9.30 Uhr ab Parkplatz Bergstraße.

„Teil einer Gemeinschaft zu sein, verbunden mit den anderen Pilgern“, dieses Wallfahrererlebnis wünscht Pfarrer Heinz Erdbürger allen Pilgern. Deshalb werden sich alle Pilgergruppen an der Kapelle des St. Rochus-Hospitals um 10.30 Uhr treffen und die letzte Wegstrecke gemeinsam singend und betend zur Gnadenkapelle gehen. Nach einer kurzen Andacht vor dem Gnadenbild sind alle zu einem Imbiss ins Pfarrheim St. Clemens eingeladen. Die feierliche Pilgermesse schließt sich um 14 Uhr in der Propstteikirche an.

Die Busse fahren um 16.30 Uhr zurück. Fuß-, Bus- und Radpilger, die den Rückweg mit dem Bus fahren möchten, müssen sich im Pfarrbüro anmelden.

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