Lückener-Objekt
Noch mehr Kunst im Eiskeller

Altenberge -

Die Kulturwerkstatt hat eine Skulptur von Martina Lückener angekauft und stellt sie als Dauerleihgabe dem Heimatverein zur Verfügung – sie ist weiter im Eiskeller zu sehen.

Mittwoch, 28.06.2017, 19:06 Uhr

Die Skulptur von Martina Lückener (3.v.r.) hat die Kulturwerkstatt angekauft und bleibt als Dauerleihgabe im Eiskeller: Darüber freuen sich (v.l.) Christine Westenberger, Franziska Mahlmann, Susanne Opp Scholzen, Werner Witte sowie Uli Krass und Bürgermeister Jochen Paus.
Die Skulptur von Martina Lückener (3.v.r.) hat die Kulturwerkstatt angekauft und bleibt als Dauerleihgabe im Eiskeller: Darüber freuen sich (v.l.) Christine Westenberger, Franziska Mahlmann, Susanne Opp Scholzen, Werner Witte sowie Uli Krass und Bürgermeister Jochen Paus. Foto: dk

Mit der ungewöhnlich facettenreichen Ausstellung „Echolote“ hat der Eiskeller weit über Altenberge hinaus für Furore gesorgt. Über 1000 Besucher kamen innerhalb von zwei Wochen ins Hügeldorf, um die Kunstobjekte zu betrachten. Während Lesungen, Theater oder Chorkonzerte letztlich „nur“ sinnliche Erinnerungen zurückließen, haben die Freunde bildender Künste mit „Echolote“ entdecken können, dass in dem triefenden, nasskalten Gemäuer unter der Erde selbst Gemälde, Skulpturen und Kunstarrangements einen im wahrsten Sinne tiefen Eindruck hinterlassen. Vorausgesetzt man verpasst ihnen – ähnlich wie draußen – witterungsgerechten Schutz.

Was nun an Bedeutung wie Dichte bald schon weitere Ausstellungen dieser Klasse bringen könnte, weil, wie Bürgermeister Jochen Paus , am Dienstagnachmittag stolz verkündete: „Der Eiskeller wird aus Sicht des westfälischen Amts für Denkmalschutz nun endgültig als Baudenkmal eingetragen.“

Nur Stunden nach dieser Feststellung hatte der Bürgermeister einen weiteren Grund zur Freude. Denn gleich zwei Kunstwerke der „Echolote-Ausstellung werden auch in Zukunft an Ort und Stelle im Eiskeller verbleiben. Und damit als Zeitzeugen der Vergangenheit wie zur Erhellung der Gegenwart dienen.

Zum einen ist es das Werk der Künstlerin Martina Lückener mit dem Titel „never fade completely“, zum anderen eine Rosendahl-Licht-Komposition „oben wie unten“ (wir berichteten). Letztere hat die Gemeinde aufgekauft, um Besuchern noch mehr von der architektonischen Einmaligkeit dieser lange vergessenen „Industriebaracke“ zu offerieren.

Das Bildnis von Martina Lückener hat die Kulturwerkstatt angekauft und es als Dauerleihgabe dem Altenberger Heimatverein, also den Betreuern des Eiskellers, zur Verfügung gestellt. Die Künstlerin hat in ihrem Bild in eindrucksvoller Weise noch einmal auf die Bedeutung des Eiskellers als Luftschutzbunker während des Zweiten Weltkriegs hingewiesen. Mit Ölpastellkreide, Papier und Tusche schuf Martina Lückener das düstere Abbild eines verschreckt in sich duckenden Mädchens.

Auch Uli Krass vom Heimatverein freut sich über den Lückener-Ankauf. So erzählte er, dass seine Mutter während des Krieges als Luftschutzbeauftragte in Altenberge dafür zu sorgen hatte, dass bei drohendem Fliegerangriff die Menschen möglichst schnell tief unten im Keller Schutz fanden.

Zum Kreis dieser erweiterten Nutzung des Eiskellers, nun also auch als Kunstmuseum, trafen sich neben Bürgermeister Jochen Paus Franziska Mahlmann und Christine Westenberger, die beiden Projektleiterinnen von „Echolote, Susanne Opp Scholzen, Leiterin der Jugendkreativwerkstatt, sowie Werner Witte und Uli Krass vom Altenberger Heimatverein.

Sie alle waren sowohl von der Idee als auch von der praktizierten Realisierung, Kunst im Eiskeller zu sammeln, begeistert. „Das wird Altenberge zu noch mehr Besuchern verhelfen“, ist sich das Heimatvereinsduo sicher. Werner Witte: „Wir rechnen seit Beginn der Führungen im Eiskeller in diesem Jahr mit dann rund 75 000 Besuchern. Menschen, die sicher immer wieder gerne nach Altenberge zurück kommen möchten.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4964656?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F167%2F
Nachrichten-Ticker