Weniger regulieren
Von der Yacht bis zum Heimathaus

Altenberge -

Die Christliche Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) besuchte auf ihrer Sommertour quer durch Nordrhein-Westfalen die Köster Möbelwerkstätten.

Montag, 14.08.2017, 18:08 Uhr

Markus Köster (l.) informierte über das Familienunternehmen, das 47 Mitarbeiter und vier Auszubildende beschäftigt. Ralf Brauksiepe (5.v.l., MdB) und Manfred Leuker (2.v.r.), stellvertretender Bürgermeister, nahmen auch am Rundgang teil.
Markus Köster (l.) informierte über das Familienunternehmen, das 47 Mitarbeiter und vier Auszubildende beschäftigt. Ralf Brauksiepe (5.v.l., MdB) und Manfred Leuker (2.v.r.), stellvertretender Bürgermeister, nahmen auch am Rundgang teil. Foto: CDA

Was vor nunmehr über 20 Jahren mit einer spontanen Idee begann, ist inzwischen gelebte Tradition: Die Christliche Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) besucht auf ihrer Sommertour quer durch Nordrhein-Westfalen auch in diesem Jahr wieder mittelständische Familienunternehmen. „Als Parlamentarier und Mandatsträger brauchen wir dieses Bild aus der Praxis“, so Ralf Brauksiepe MdB, der als CDA-Landesvorsitzender von NRW federführend dabei ist. „Unsere Ansprechpartner sind auch und gerade Handwerksunternehmen, wie zum Beispiel die Köster Möbelwerkstätten hier in Altenberge.“

Manfred Leuker, stellvertretender Bürgermeister, ergänzt: „Unsere Betriebe brauchen die Möglichkeit, sich auch einmal direkt mit der Politik auszutauschen.“ Bei dem ausführlichen Rundgang durch die Werkshallen der Köster Möbelwerkstätten gab es dazu reichlich Gelegenheit. Markus Köster veranschaulichte seinen Gästen anhand der einzelnen Produktionsabschnitte seine Firmenphilosophie, die er am Berufsbild des Tischlers festmachte: „Ob der Innenausbau einer Yacht oder die Möbelfertigung auf Maß – wir bauen auf Kundenwunsch, müssen flexibel und qualitätsbewusst arbeiten. Unsere Kunden sind anspruchsvoll. Sie wissen sehr genau, was sie wollen.“

Das 1936 gegründete und inzwischen in der dritten Generation familiengeführte Unternehmen beschäftigt am Standort Altenberge 47 Mitarbeiter und vier Auszubildende. „Wir müssen mit der Zeit gehen, die Digitalisierung ist bei uns längst Alltag“, so Köster. „Deshalb brauchen wir Mitarbeiter, die nicht nur mit unseren Werkstoffen, sondern auch mit dem PC umgehen können.“ Dass der Beruf auch eine soziale Komponente haben kann, zeigen beispielshaft die Türen, die gerade für das örtliche Heimathaus restauriert werden. Das setze wiederum ein hohes Ausbildungsniveau auch an den Berufsschulen voraus, betonte Markus Köster.

Günter Schrade von der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf fügt hinzu: „Gerade die Berufsschullehrer müssen besser qualifiziert werden. Und unsere Azubis hier im ländlichen Raum freuen sich auf das Azubi-Ticket, so wie es die neue Landesregierung in ihrem Koalitionsvertrag angekündigt hat.“ Denn der Tischler sei nach wie vor einer der Berufe, für den es mehr Bewerber – sogar aus Bayern – gebe als freie Plätze.

Bei der Abschlussbesprechung hob Markus Köster hervor, was ihm besonders am Herzen liegt: „Wir haben heute schon Probleme bei der Weiterführung von Familienunternehmen, bei der Übergabe an die nächste Generation. Da gehen selbst gesunde Firmen weg, die keine Nachfolger finden. Deren Mitarbeiter haben dann das Nachsehen. Deshalb brauchen wir nicht mehr, sondern weniger Regulierungen, auch im Bereich der Besteuerungsprinzipien.“

Als ein weiteres dringendes Anliegen sprach Markus Köster die Sprachkurse für Flüchtlinge an, die seiner Erfahrung nach immer nur vormittags stattfänden. „Dann sind die Leute aber im Betrieb. Warum können diese Kurse nicht abends stattfinden? Oder am Wochenende? Damit wäre uns Unternehmen mehr geholfen.“

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