Eine Erfolgsgeschichte
Mit einer Schmiede fing alles an

Altenberge -

Im Jahre 1892 gründet der Schmied Heinrich Schmitz in Altenberge ein Unternehmen, aus dem 125 Jahre später Europas führender Hersteller von Sattelaufliegern, Anhängern und Motorwagenaufbauten für temperierte Fracht, General Cargo sowie Schüttgüter geworden ist.

Dienstag, 29.08.2017, 17:08 Uhr

Firmengründer Heinrich Schmidt (sitzend) lässt sich mit der Familien und seiner gesamten Belegschaft ablichten.
Firmengründer Heinrich Schmidt (sitzend) lässt sich mit der Familien und seiner gesamten Belegschaft ablichten. Foto: Schmitz Cargobull

In den Anfangsjahren ist die Schmiede ein Mischbetrieb, der sich mit Hufbeschlag, Reparaturen, aber auch mit dem Handel von landwirtschaftlichen Maschinen und Eisenwaren befasst. Mit der Motorisierung des Güterverkehrs in den ­20er Jahren beginnt die Herstellung von Fahrzeugen. Entsprechend wird 1932 die Firmierung in „Heinrich Schmitz , Maschinen- und Fahrzeugbau“ geändert. Beschäftigt waren damals 75 Mitarbeiter, heißt es im Pressetext des Unternehmens.

Josef und August Schmitz, die zwei ältesten Söhne des Gründers, führen das Unternehmen ab 1943 weiter, ab 1948 als „Schmitz-Anhänger Fahrzeugbaugesellschaft“. Unter dem Motto „Schmitz-Anhänger vollenden jeden Zug“ erlangt der Fahrzeugbauer in den 50er und 60er Jahren mit seinem vielfältigen Programm und Patenten deutschlandweite Bekanntschaft. Auch im Export sind die Anhänger, Sattelanhänger, Kofferaufbauten, Kipper, Tankfahrzeuge und Spuraggregate aus Altenberge erfolgreich. Im Jahr 1961 bauen die rund 300 Mitarbeiter über 300 Fahrzeuge. Bald ist die Fertigungskapazität im Ort Altenberge ausgereizt, und weitere Werke in Berlin (1967) und Vreden (1969) kommen hinzu.

Anfang der 70er Jahre übernimmt die dritte Generation mit Dr. Heinz Schmitz und Peter Schmitz die Führung, ab 1974 ergänzt Bernd Hoffmann das Team. 1977 beschäftigt Schmitz-Anhänger erstmals über 500, 1992 über 2000 Mitarbeiter.

Das Auslaufen der Projektgeschäfte mit den Ölländern, die deutsche Wiedervereinigung 1990 und der Start des Europäischen Binnenmarktes 1993 verändern den Markt grundlegend, so dass die Unternehmensleitung einen radikalen Kurswechsel verordnet.

1994 wird das Projekt „Genesis“ umgesetzt, und Schmitz-Anhänger baut künftig nur noch Auflieger mit Pritsche und Plane, Kofferaufbau, Kippmulden oder als Container-Chassis. Durch die prozessgesteuerte, industrielle Produktion sinkt die Lieferzeit pro Fahrzeug von fünf Wochen auf fünf Tage. Das Konzept geht auf. Ende 1998 wird das Unternehmen in die Schmitz Cargobull AG umgewandelt.

125 Jahre nach seiner Gründung verfügt Schmitz Cargobull über sechs Werke in Deutschland sowie je ein Werk in Spanien, Litauen, Russland, China und in der Türkei. Konzernweit stellen die etwa 5700 Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2016/17 über 57000 Fahrzeuge her und erwirtschaften einen Umsatz von über zwei Milliarden Euro. Die Zentrale von Schmitz Cargobull befindet sich in Horstmar.

Zum 1. April hat Schmitz Cargobull ein neues Werk in Adapazari/Türkei in Betrieb genommen und produziert dort Sattelcurtainsider und Sattelkoffer. Der jüngste Schritt in einen weiteren Markt ist die Beteiligung an dem südafrikanischen Hersteller GRW.

In nationalen Veranstaltungen wird europaweit an den Standorten das Jubiläumsjahr ab September 2017 gefeiert. Ein Mitarbeiterfest findet am 9. September in Altenberge statt. Ein weiteres Jubiläumsfest für geladene Gäste findet eine Woche darauf, ebenfalls am Gründungsstandort, statt.

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