Der Pferdeliebhaber
Wasserballett hoch zu Ross

Altenberge/Havixbeck -

In einer fünfteiligen Serie zur Bundestagswahl werden die Kandidaten des Wahlkreises 127 Coesfeld/Steinfurt II nach ihren Leidenschaften gefragt. Diesmal besuchte Redakteur Detlef Scherle den CDU-Bundestagskandidaten Marc Henrichmann, der ein großer Pferdeliebhaber ist.

Montag, 18.09.2017, 18:09 Uhr

Im Wasser zu planschen – das bereitet Mensch und Tier gleichermaßen Vergnügen: Tochter Mia (l.) mit Lulu, Ehefrau Judith mit Sunny und Marc Henrichmann.
Im Wasser zu planschen – das bereitet Mensch und Tier gleichermaßen Vergnügen: Tochter Mia (l.) mit Lulu, Ehefrau Judith mit Sunny und Marc Henrichmann. Foto: Scherle

„Lulu, komm! Galopp!“ Mia muss ihr braunes Pony nicht zweimal bitten. Ein ganz vorsichtiges Heben der Peitsche – und dann legt es einen Zahn zu. Sand spritzt. Ihr Papa strahlt. Marc Henrichmann schaut der Zehnjährigen in der Halle des Reit- und Fahrvereins Havixbeck-Hohenholte beim Longieren zu. „Lulu ist ein optimaler Lehrmeister“, erklärt er, während das Pferd in der nächsten Runde wieder langsamer wird. „Wenn Mia etwas falsch macht, setzt das Pony sie schachmatt.“

Zwei Pferde haben die Henrichmanns hier eingestallt. Ehefrau Judith ist gerade zum Ausmisten in der Box von „Sunny“, einem westfälischen Warmblut, das ein wenig an „Black Beauty“ erinnert. Die Henrichmanns sind eine pferdeverrückte Familie, und so musste Bundestagskandidat Marc Henrichmann nicht lange überlegen, als ihn unsere Zeitung nach seiner Leidenschaft fragte. „Ich saß eher auf einem Pferd, als dass ich laufen konnte.“ Schon seine Eltern waren vernarrt in die Vierbeiner.

Das Vereinsgelände liegt nur etwas mehr als einen Kilometer vom Drei-Generationen-Wohnhaus der Henrichmanns entfernt. In wenigen Minuten sind sie mit dem Fahrrad bei den Pferden. „Das ist besonders für Mia klasse“, berichtet der 41-jährige CDU-Kreisvorsitzende. Auf der Anlage werden die Tiere zwar von einem Futtermeister versorgt – „ansonsten kümmert sich aber jeder selbst um seine“, erklärt er. „Dadurch kann der Preis niedrig gehalten werden“, weiß er aus seiner Zeit als Vorsitzender des Vereins. Die Anlage ist für ihn Schicksalsort. Als „Turniertrottel“ („Das heißt wirklich so!“) hat er sich in der Jugendzeit dort erste Sporen verdient – und so manche Finanzspritze fürs Jura-Studium. Er lernte dort seine Frau kennen. Und auch auf einen Einstieg in die Politik wurde er dort angesprochen.

Als Springreiter schaffte er es bis zur Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft. „Heute bin ich nur noch Bodenpersonal“, lächelt er. Die Zeit für mehr fehlt. Und das könnte, wenn er den Sprung in den Bundestag schaffen sollte, noch enger werden.

Sunnys schwarzes Fell glänzt. Judith Henrichmann, die beruflich fünf Jahre lang für die Öffentlichkeitsarbeit von Top-Reiterin Ingrid Klimke verantwortlich zeichnete, hat ihn gestriegelt und sattelt nun auf. Gemeinsam mit der Tochter soll es auf einen Ausritt gehen.

Wenn er seine „Frauen“ reiten sieht, glänzen Henrichmanns Augen. „Mia hat schon ihre ersten Schleifen“, erzählt er stolz. Viele Stunden in der Woche verbringen sie gemeinsam auf dem Vereinsgelände. Striegeln, misten, trainieren: Familienzeit, die keiner von ihnen missen möchte. Die Familie treibt den Rechtsanwalt an. Auch politisch. „Familien mit Kindern müssen noch besser unterstützt werden“, sagt er, während er den Reiterinnen hinterher läuft. „Starke Familien und Kinder sind für mich kein gesellschaftlicher Luxus – sie stehen für Zukunft und Zukunftssicherung“. Und dafür müsse ihnen nicht nur die Politik den Rücken stärken, sondern auch die Wirtschaft.

Die Henrichmannschen Amazonen reiten auf einen vom Schlautbach gespeisten Teich zu. Idylle pur. Im Hintergrund grüßen die Baumberge. Fast lautlos folgt Henrichmann. Ein politischer Leisetreter ist er nicht, hat sich auf Parteitagen und Regionalkonferenzen sogar schon mit der Kanzlerin angelegt, die er ansonsten „sehr schätzt“. „Ich bin nicht in der CDU , damit ich alle beklatsche“, sagt er. Schon früh hat er sich eingemischt. „Und dabei habe ich erfahren, dass das Klischee, dass die da oben ja doch machen, was sie wollen, nicht stimmt.“ Zuletzt war der CDU-Kreisverband mit einem Antrag zur Begrenzung der Überhangmandate im Bundestag erfolgreich.

Die beiden Pferde staksen ins Nass. Erst vorsichtig. Dann erwartungsfroh. Judith und Mia Henrichmann lassen sie fürs Foto mit den Hufen scharren. Es spritzt und sprudelt. Wasserballett vom Feinsten. Der Familienvater lacht. „So was geht nur, wenn Reiter und Pferd Vertrauen haben“, erklärt er. Der Reiter sei nicht Herr des Pferdes, sondern auf dessen Partnerschaft angewiesen. So sieht er es auch in der Politik, wo die Regierenden den Bezug zur Basis nicht verlieren dürften. Auch deswegen tritt er am 24. 9. an.

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