Briefmarken für guten Zweck
„Sammeln wird schwieriger“

Altenberge -

Wieder einmal hatten Hedwig und Ludwig Wiesmann zahlreiche Kartons mit Briefmarken gefüllt, die Pater Pierk nun abholte.

Donnerstag, 05.10.2017, 19:10 Uhr

Hedwig und Ludwig Wiesmann übergaben ihre Briefmarken an den Steyler Pater Georg Pierk. Aus dem Verkaufserlös werden weltweit Hilfsprojekte unterstützt.
Hedwig und Ludwig Wiesmann übergaben ihre Briefmarken an den Steyler Pater Georg Pierk. Aus dem Verkaufserlös werden weltweit Hilfsprojekte unterstützt. Foto: dk

Auf den ersten Blick hin erscheint Hedwig Wiesmann wie die Oma aus dem Märchenbuch. Würde auch passen, wenn man sie auf dem bildschön gelegenen Wiesmann-Hof in der Altenberger Bauerschaft Westenfeld trifft. Dort, wo sich an Festtagen bis zu zehn Enkelkinder einfinden, um von Hedwig Wiesmann mit leckeren Süßspeisen verwöhnt zu werden.

In dieser Woche, am „ Tag der Deutschen Einheit “, aber waren es keine Enkel, die von der Großmutter verwöhnt werden wollten, sondern Pater Georg Pierk von den Steyler Missionaren. Denn der weiß nicht nur um die Gastfreundschaft von Hedwig und Ludwig Wiesmann , sondern vor allem um die Großherzigkeit der Familie um Menschen in Ländern, in denen es diesen lange nicht so gut wie denen in Altenberge geht. Und da hat gerade Hedwig Wiesmann ein „goldenes Händchen“ entwickelt. Sie sammelt Briefmarken, die dann von Pater Pierk abgeholt werden, wenn „die Tür der kleinen Sammelstelle nicht mehr zugeht“, sagt Ludwig Wiesmann mit einem Schmunzeln im Gesicht.

So wie dieser Tage. Da stapelten sich Kisten und Kasten, Beutel und Säcke, ja sogar komplette Briefmarkenalben, die von den Steyler Missionaren später bei deutschen und niederländischen Briefmarken-Händlern „versilbert“ werden. Hunderttausende Marken waren es sicher. Manche noch topp und ungestempelt hinter Zellophan vor Verschmutzung geschützt. Die meisten aber von Briefen und Paketen ab- und ausgerissen.

In Altenberge und Umgebung wird die Sammelaktion seit Jahren gefördert. Ob im Rathaus, bei der Volksbank oder zahlreichen Geschäften – überall stehen Sammelkartons für Postwertzeichen. Deren Verkauf allein im vergangenen Jahr 31 202 Euro Unterstützung für die Missionsarbeit der Steyler in aller Welt erbrachte. Mit dem Geld wurde unter anderem arbeitslose junge Mexikaner geholfen. Eine Schreinerwerkstatt in New Longoro in Ghana konnte sich passendes Werkzeug und Maschinen kaufen. Des Weiteren wurden glasmalende chinesische Schwestern unterstützt, die damit Menschen, die nie lesen und schreiben gelernt haben, zu neuen Perspektiven verhelfen konnten. Oder es wurden Medikamente gekauft, die auf einer Krankenstation von Hanyigba Duga in Togo dringend gebraucht wurden. „Leider wird das Sammeln immer schwieriger. Die Menschen schreiben ja heute vielfach nur noch digital“, befürchtet Hedwig Wiesmann. „Sollen sie – wie meine Enkel – schließlich ja auch. Doch wir sollten weiter den Armen in aller Welt helfen.“

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