Ehrung für Handwerksmeister
Ein ganz besonderer Meisterbrief

Altenberge -

Als Hugo Heinker am 3. Oktober 1947 auf einem DIN-A5-Zettel bestätigt wurde, dass er ab sofort Meister im Elektrohandwerk ist, ahnte er wohl nicht, dass ihm 70 Jahre später dafür zum zweiten Mal die „Diamantene Ehrenurkunde“ überreicht werden würde.

Dienstag, 17.10.2017, 13:10 Uhr

Hugo Heinker (2.v.r.) freut sich über die Ehrenurkunde der Kreishandwerkerschaft, überreicht von Ehrenkreishandwerksmeisterin Erika Wahlbrink, Hauptgeschäftsführer Frank Tischner und Obermeister Karl-Hans Albers (l.).
Hugo Heinker (2.v.r.) freut sich über die Ehrenurkunde der Kreishandwerkerschaft, überreicht von Ehrenkreishandwerksmeisterin Erika Wahlbrink, Hauptgeschäftsführer Frank Tischner und Obermeister Karl-Hans Albers (l.). Foto: Detlef Held

Als Hugo Heinker am 3. Oktober 1947 auf einem DIN-A5-Zettel bestätigt wurde, dass er ab sofort Meister im Elektrohandwerk ist, ahnte er wohl nicht, dass ihm 70 Jahre später dafür zum zweiten Mal die „Diamantene Ehrenurkunde“ überreicht werden würde. Ehrenkreishandwerksmeisterin Erika Wahlbrink , Obermeister Karl-Hans Albers und Hauptgeschäftsführer Frank Tischner nahmen dies vor.

Aus Mangel an geeignetem Papier für die Urkunde wurde das Prüfungsergebnis damals auf einem inzwischen schon etwas vergilbten Zettel überreicht. Den richtigen Meisterbrief erhielt Heinker erst am 1. Juli 1949. „Ich war damals genau so stolz wie heute auch“, sagt der Handwerksmeister, der am Montag zu einer kleinen Feierstunde ins Hotel Stüer eingeladen hatte.

Der am 2. Januar 1922 in Eggerode geborene Hugo Heinker absolvierte von 1936 bis 1939 im Fachbetrieb Wilhelm Kleimann in Altenberge seine Ausbildung zum Elektroinstallateur. „Ich habe mich damals gegen den Wunsch meines Vaters entschieden. Der wollte, dass ich Maler lerne und später den elterlichen Betrieb übernehme. Doch das wollte ich partout nicht“, sagt der rüstige Senior und lächelt.

Nach der Gesellenprüfung war er in Bielefeld für den Siemens-Konzern als Industrie-Elektriker tätig. Dann kam die Einberufung zur Wehrmacht. „Wie durch ein Wunder entkam ich dem Kessel von Stalingrad“, erinnert er sich. Nach der Rückkehr half er beim Wiederaufbau seines zerstörten Elternhauses in Eggerode. Dann zog es ihn erneut nach Altenberge.

Nach der Meisterprüfung wagte er 1948 den Sprung in die Selbstständigkeit und gründete im Bereich des jetzigen Ärztezentrums seinen Elektroinstallationsbetrieb. 1954 eröffnete er zusammen mit seiner Ehefrau Elisabeth – aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor – ein Ladenlokal mit Installationsbetrieb an der Bergstraße. In 40 Jahren bildete er 33 Lehrlinge aus, die teilweise nach ihrer Prüfung lange Jahre bei ihm tätig waren. Fünf von ihnen wurden später selbst Meister. „Die haben bei mir viel gelernt“, sagt Heinker und lächelt. Nach all den erfüllten Jahren freut sich der Jubilar, dass er als langjähriges Mitglied mehrerer Vereine immer noch an den Veranstaltungen, die den Senioren geboten werden, teilnehmen kann.

„70 Jahre Meisterbrief ist ein ganz besondere Ehrung“, stellt Erika Wahlbrink in ihrer Laudatio heraus. „Meister im Handwerk zu sein, ist ein Beweis für fachliches Können, qualifizierte Arbeit und menschliche Führungsqualität. Darauf können Sie wirklich stolz sein.“

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