Armut täglich vor Augen
Damit Leben lebenswert wird

Altenberge/La Paz -

Seit fast fünf Monaten absolviert die Altenbergerin Birthe Eierhoff ein Freiwilliges Soziales Jahr in Boliviens Hauptstadt La Paz. Sie engagiert sich bei der „Fundación Arco Iris“ (FAI) in dem Projekt „Proyecto Calle“ (Projekt Straße).

Dienstag, 09.01.2018, 17:01 Uhr

Täglich ein Heißgetränk und ein Snack: Das ist oft die einzige Mahlzeit am Tag, die Straßenkinder in La Paz zu sich nehmen können. Die Verteilung gehört mit zu den Aufgaben, die die Altenbergerin Birthe Eierhoff (2,vr,), die seit September ein Freiwilliges Soziales Jahr in Bolivien leistet. .
Täglich ein Heißgetränk und ein Snack: Das ist oft die einzige Mahlzeit am Tag, die Straßenkinder in La Paz zu sich nehmen können. Die Verteilung gehört mit zu den Aufgaben, die die Altenbergerin Birthe Eierhoff (2,vr,), die seit September ein Freiwilliges Soziales Jahr in Bolivien leistet. .

Sie gehört zu einer von den Gruppen, die täglich Kinder und Jugendliche auf der Straße besuchen. Die Einsatzorte sind auf verschiedene Plätzen von La Paz. Bei den Besuchen auf der Straße werden an die dort lebenden Snacks und heiße Getränke verteilt. Danach wird oft Fußball gespielt. Aber auch andere spielerische Aktivitäten werden initiiert. „Zudem gibt es für alle die Möglichkeit im „Casa de Paso“ (Haus der Vergangenheit) ein warmes Mittagessen für umgerechnet 25 Cent zu bekommen“, sagt Eierhoff . An Nachmittagen besteht die Möglichkeit, einfach vorbeizukommen um Gesellschaftsspiele zu spielen, zu Basteln oder sich nur zu unterhalten.

Alle, die auf der Straße leben, haben durch das Projekt auch die Chance eine Ärztin oder Zahnärztin zu besuchen. Das ist für sie die einzige Möglichkeit einer ärztlichen Betreuung, denn sie alle können sich einen Arztbesuch nicht leisten, hat Birthe Eierhoff festgestellt.

Doch die freiwillige Sozialarbeit ist inzwischen umfassender geworden. Die Altenbergerin betreut nicht nur die Straßenkinder, sondern unterstützt auch Familien, die eine Vergangenheit auf der Straße haben, jetzt aber in festen Unterkünften wohnen. Sie werden monatlich mit Lebensmitteln und Hygieneprodukten versorgt.

Bei Hausbesuchen wird die momentane Lebenssituation der Familie begutachtet und Verbesserungen überlegt. Bei diesen Besuchen begleitet Eierhoff die Sozialarbeiterin oder den Psychologen. Benötigt werden immer Kleidung aber auch Matratzen, hat sie festgestellt. Es gibt eben viele Familien, die sich mit mehreren Personen ein Bett teilen müssen. Ein extremes Beispiel dafür ist eine neunköpfige Familie, die kürzlich in das Projekt aufgenommen wurde und nur zwei Betten zur Verfügung hat. Das Leben spielt sich in nur einem Zimmer ab, das zugleich Wohnzimmer, Schlafzimmer und Küche ist. „Da wird die Armut schmerzhaft spürbar, auch wenn es immer noch besser ist, als nur auf der Straße zu (über-)leben“, sagt Birthe Eierhoff.

Um ein wenig Abwechslung in diesen tristen Alltag zu bringen, werden von Zeit zu Zeit Aktivitäten angeregt, die allen Spaß machen. So hat sie mit ihrer Gruppe in Kooperation mit anderen Hilfsverbänden ein Fußballturnier organisiert. Im Ort Jupapina – hier besitzt die FAI ein Haus – wurde ein Gartenprojekt umgesetzt. Es wurden Kartoffeln, Zwiebeln, Kräuter und Obstbäume angepflanzt. Dies alles soll Straßenkindern Perspektiven aufzeigen und ihnen helfen, von der Drogensucht loszukommen.

„Leider“ , so bedauert Birthe, „gibt es wenig Fortschritte.“ Es dauert, so ihre Einschätzung nach den ersten fünf Monaten, Jahre bis man diese Kinder wirklich von der Straße holen oder sie wieder in ihre Familie zurückgeben kann. Nicht wenige sterben auch auf der Straße. Doch sie lässt sich nicht entmutigen: „Mir macht die Arbeit in meinem Projekt sehr viel Spaß. Es ist immer wieder schön zu beobachten, wenn Kinder und Jugendliche Fortschritte machen mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft.“

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