Umbaupläne: Grüne sind enttäuscht
Blitzer auf der Bahnhofstraße?

Altenberge -

Werner Schneider, Fraktionsvorsitzender Grünen, kann sich vorstellen, auf der Bahnhofstraße eine Blitzanlage aufzustellen. Der Hintergrund: Seine Partei ist mit den Plänen zur Umgestaltung der Boakenstiege und der Bahnhofstraße nicht zufrieden.

Mittwoch, 14.03.2018, 19:03 Uhr

Nach einem Umbau der Bahnhofstraße werden dort wieder 50 Stundenkilometer erlaubt sein. Die Grünen können sich vorstellen, eine Blitzanlage zu installieren.
Nach einem Umbau der Bahnhofstraße werden dort wieder 50 Stundenkilometer erlaubt sein. Die Grünen können sich vorstellen, eine Blitzanlage zu installieren. Foto: mas

Geht es nach dem Willen der Grünen, dann wird in puncto Umbau Boakenstiege und Bahnhofstraße mächtig aufs Bremspedal getreten. „Im Prinzip bleibt jetzt ja alles beim Alten“, ist der Fraktionsvorsitzende Werner Schneider verärgert, wenn er auf die Pläne schaut. Seiner Ansicht nach sei zu darüber zu diskutieren, ob rund drei Millionen Euro für die Umgestaltung der beiden Straßen inklusive des Umbaus des Kreisverkehrs investiert werden müssen. Die Politiker sollten ihre Entscheidung nicht von den Förderrichtlinien abhängig machen. Schneider weiter: „Von dem, was erreicht werden sollte, wurde nichts erreicht.“

„Was ist von dem Ziel geblieben, eine Verkehrsberuhigung des Zentrums zu erreichen?“, fragt sich Werner Schneider. „Tempo 30 in der Boakenstiege auf 200 Metern. Nichts mehr mit ,Shared Space´ am Rathausplatz und auch nichts mehr mit Tempo sieben auf der Boakenstiege und Tempo 30 auf der Bahnhofstraße.“

Die Verkehrsberuhigung sei das Hauptargument bei der Durchsetzung der umstrittenen Umgehungsstraße und der innerörtlichen Entlastungsstraße gewesen, blickt der Fraktionsvorsitzende zurück. „Das hat wohl nicht geklappt.“ Ein Großteil des Verkehrs sei innerörtlich bedingt und nur schwer zu vermeiden. Das habe seine Partei „schon immer gesagt“. Die Boakenstiege ist und bleibt eine verkehrswichtige Achse, eine Sammelstraße für die Erschließung von Altenberge – dies wurde während der Präsentation in der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses noch einmal deutlich.

Auch mit den Plänen für die Bahnhofstraße zeigt sich Werner Schneider wenig zufrieden. Eine Allee sei wohl unter dem Stichwort „Utopie“ einzuordnen. Eine Baumbepflanzung sei hier „neuerdings“ nicht durchgängig möglich, ebenso wie ein von der Straße abgetrennter Radweg, sagt Schneider. Beides sei bei der Vorstellung des Gemeindeentwicklungskonzeptes ein Planungsschwerpunkt gewesen, erinnert sich der Grünen-Politiker.

Dass künftig wieder Tempo 50 auf der Bahnhofstraße gefahren werden darf, gefällt Werner Schneider auch nicht. „Die Realität wird dann anders aussehen und die Planer sollten sich schon mal Gedanken machen, an welcher Stelle eine Blitzanlage installiert werden kann.“

Die Fakten, die jetzt Grundlage für die Umgestaltung der beiden Straßen zugrunde liegen, seien der Verwaltung schon lange bekannt. Dazu gehörten beispielsweise die Breite der Boakenstiege und der Bahnhofstraße, die Verkehrsbelastung und die Tatsache, dass Busse durch die Straßen fahren. Werner Schneider zeigt sich verwundert, dass in der Vergangenheit beauftragte Planungsbüros diese Fakten vernachlässigten und schöne „Wohlfühlpläne“ vorstellten, die nicht realisierbar seien.

Nun werde die Förderfähigkeit der Umbaumaßnahmen in den Vordergrund gestellt. Die Grünen halten das für den falschen Ansatz, betont Schneider. Die Gemeinde dürfe nicht die Gestaltungs- und Planungsfreiheit aufgeben. Es seien genug Geld und Zeit für eine nicht zu realisierende innerörtliche Verkehrsberuhigung „verschwendet worden“, kritisiert Schneider. Ziel der Grünen werde es sein, den Verkehr auf der Boakenstiege zu reduzieren, eine Alleengestaltung der Bahnhofstraße voranzutreiben und sichere Radwege zu planen. Schneider: „Das ist umso wichtiger, wenn die Bezirksregierung eine Geschwindigkeitsreduzierung nicht zulässt.“

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