Improtheater 005 begeistert
„Wie tief muss ich geh’n?“

Altenberge -

Es gibt keinen Regisseur und kein Textbuch, genau das ist der besondere Reiz. Das „Improvisationstheater 005“ aus Münster zu Gast in der Kulturwerkstatt.

Montag, 23.04.2018, 17:04 Uhr

Die Akteure des Improtheaters 005 aus Münster zogen jedes denkbare Register überzeugender Darstellungskraft.
Die Akteure des Improtheaters 005 aus Münster zogen jedes denkbare Register überzeugender Darstellungskraft. Foto: Nix

Es gibt keinen Regisseur und kein Textbuch, genau das ist der besondere Reiz. Am Freitagabend war das „Improvisationstheater 005“ aus Münster zu Gast in der Kulturwerkstatt. Draußen herrschte hochsommerliches Wetter, dennoch spielten die Akteure vor vollem Haus. Die Impro-005-Shows im Kreativ-Haus der Westfalenmetropole sind lange Kult, das wissen eben viele.

Improtheater kommt gut an

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  • Das Improtheater 005 war in der Kulturwerkstatt zu Gast und begeisterte die Zuschauer. Foto: Nix
  • Das Improtheater 005 war in der Kulturwerkstatt zu Gast und begeisterte die Zuschauer. Foto: Nix
  • Das Improtheater 005 war in der Kulturwerkstatt zu Gast und begeisterte die Zuschauer. Foto: Nix
  • Das Improtheater 005 war in der Kulturwerkstatt zu Gast und begeisterte die Zuschauer. Foto: Nix
  • Das Improtheater 005 war in der Kulturwerkstatt zu Gast und begeisterte die Zuschauer. Foto: Nix
  • Das Improtheater 005 war in der Kulturwerkstatt zu Gast und begeisterte die Zuschauer. Foto: Nix
  • Das Improtheater 005 war in der Kulturwerkstatt zu Gast und begeisterte die Zuschauer. Foto: Nix

„Wir sind ganz auf eure und unsere Fantasie angewiesen“, verkündete das Ensemble. Das Publikum rief ein Thema zu, dann ließ es den Schauspielern fünf Sekunden zum „Eingrooven“, wobei es den Countdown laut zählte. Zu Anfang wurde aus der Zuschauermenge erst einmal Andrea ausgeguckt. Sie bekam den Auftrag bei guten Gags, von denen es unzählige gab, eine Welle der Begeisterung anzustoßen.

Action, Komik und Dramatik, musikalisch untermalt, gaben sich stakkatoartig die Hand. Wild grimassierend und gestikulierend nutzten die Impro-Meister die gesamte Breite der Bühne. Dabei ging es häufig um Gefühle. Ein dankbares Feld, das sich in zahlreichen Variationen darstellen ließ. Es gab Themenvorgaben, die das Publikum konkretisieren sollte. Die Ergebnisse waren phänomenal. Wer hätte gedacht, dass „Butter“ bei der Frage nach einem „Grund zum Grillen“ den entscheidenden Anstoß geben würde? Der Begriff entfachte wilde Emotionen von Eifersucht über Wut bis hin zu Belustigung. Wunderbar die schockierend-witzigen Gesichter, der ekstatische Körpereinsatz der Mimen bis hin zum dramatisch-inszenierten Sturz auf die Bühne.

Genial auch die spontan erfundenen Liedtexte, beispielsweise zum Thema „Gärtnern“. Die Frage nach der Pflanztiefe von Stiefmütterchen inspirierte zu den melancholischen Zeilen: „Wie tief muss ich geh’n, wie tief muss ich steh’n, hast du schon mal Stiefmütterchen liegen gesehen?“

Das Interview anlässlich einer Erfindung aus dem landwirtschaftlichen Bereich übersetzten die Mimen in eine äußerst fantasievolle Gebärdensprache, bei der das Ensemble nun wirklich jedes Register schauspielerischer Kompetenz zog. Komik der wüsten und der sanften Art reichte sich die Hand. Ein toller Abend den keiner bereute, auch wenn vielerorts die Rauchwolken der Holzkoh legrills in den Himmel stiegen.

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