Anrührend und sensibel
Eine Reise voller Wunder

Altenberge -

Der auf der Beerlage aufgewachsene Sozialarbeiter und Schriftsteller Stefan Holtkötter hat sich mit seinem neuesten Buch „Willems letzte Reise“ an einem neuen Genre versucht. Er schrieb seine „kleine Familiengeschichte“ unter dem Pseudonym Jan Steinbach. Diese stellte der Autor am Freitag im Schlepper- und Gerätemuseum Altenberge vor.

Sonntag, 27.05.2018, 08:52 Uhr

Jan Steinbach alias Stefan Holtkötter las im Schleppermuseum, einstmals Produktionswerk der Wesseler Traktoren.
Jan Steinbach alias Stefan Holtkötter las im Schleppermuseum, einstmals Produktionswerk der Wesseler Traktoren. Foto: Nix

Der alte Willem steht früh auf und ist gleich mitten in einer dieser „magischen Morgenstunden“ Ostfrieslands. Doch das macht ihn keineswegs froh. Es ist sein letzter Arbeitstag, allerdings nicht so ganz freiwillig. Der krebskranke Mann hat viele Jahre den Familienhof bewirtschaftet und nun ist die Landwirtschaft nicht mehr rentabel.

Willem wartet auf den Viehtransporter, der seine Kühe abholt. Besonders mit Kuh „Aggi“ verbinden ihn so einige Ereignisse auf dem Hof. „Mit Tieren war es leicht auszukommen, schwierig wurde es mit Menschen“, heißt es.

Diese melancholisch stimmende Szene leitet das Buch „Willems letzte Reise“ ein. Der bürgerliche Name des Autors lautet Stefan Holtkötter, er schrieb seine „kleine Familiengeschichte“ unter dem Pseudonym Jan Steinbach. Das hat seinen Grund. Eigentlich ist der auf einem Hof in der Beerlage aufgewachsene Sozialarbeiter und Schriftsteller ein Krimiautor. Bekannt sind unter anderem seine Bücher „Bullenball“, „Düstermühle“ und „Schützenbrüder“. Der Wahl-Berliner ließ seine Handlungen in der Hauptstadt oder im Münsterland spielen.

Am Freitag war der Autor im Schlepper- und Gerätemuseum Altenberge zu Gast, um sein neustes Werk „Willems letzte Reise“ vorzustellen. „Ich wollte schon immer mal was anderes als Krimis schreiben“, verriet er dem erwartungsvollen Publikum, das in großer Zahl erschienen war. Der Ausflug in ein anderes Genre ging mit dem Namenswechsel einher, um sich abzugrenzen.

Eingeladen hatte Beate Janning von der gleichnamigen Buchhandlung. Die Idee der besonderen Location für die Lesung stammte von Holtkötter selbst.

Die Geschichte um den todkranken Willem, seinem Enkel Finn und den 1957-er Traktor der legendären Marke „Lanz Bulldog“ ist anrührend, erschöpft sich jedoch nicht in Sentimentalitäten. Um seinem Enkel, der für Oldtimer-Trecker schwärmt und familiär nicht unbelastet ist, eine Freude zu machen, bringt der Bauer seinen alten Lanz wieder auf Vordermann.

In einer kühnen Aktion machen Willem und sein Enkel sich auf den Weg um mit dem tuckernden Ungetüm quer durch Deutschland zu fahren – von Leer in Ostfriesland bis nach Speyer. Willem will es noch einmal wissen, denn es bleibt ihm nur noch ein Jahr.

Sensibel, gewürzt mit einer guten Prise Humor, beschreibt der Autor den Weg der drei, der sogar am Schleppermuseum in Altenberge vorbeifährt.

Letztlich ist diese Reise nicht nur für Finn, sondern auch für Willem voller Wunder.

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