„Hanse Steinfurt“ liebt das Mittelalter
Handys oder Zigaretten sind tabu

Nordwalde -

Kurt Jendryke war in einem anderen Leben Tierpfleger im Allwetterzoo Münster. Heute zieht er unter dem Pseudonym „Knut van Rieken“ als Kaufmann mit Gleichgesinnten durch die Lande. Die Mittelalter-Gruppe „Hanse Steinfurt“ ist vielerorts auf Mittelaltermärkten vertreten.

Montag, 30.07.2018, 17:30 Uhr

Knut van Rieken und Hildeburgis zur Emsinsel stellten die „Hanse Steinfurt“ vor.
Knut van Rieken und Hildeburgis zur Emsinsel stellten die „Hanse Steinfurt“ vor. Foto: Rainer Nix

Kurt Jendryke war in einem anderen Leben Tierpfleger im Allwetterzoo Münster . Heute zieht er unter dem Pseudonym „Knut van Rieken“ als Kaufmann mit Gleichgesinnten durch die Lande. Die Mittelalter-Gruppe „Hanse Steinfurt“ ist vielerorts auf Mittelaltermärkten vertreten, das nächste Mal Anfang September in Bielefeld.

Am Sonntag stand der vierteljährliche Infonachmittag auf dem Programm. Im Speicher auf dem Bispinghof gaben Mitglieder der Hanse die Geheimnisse ihrer Aktivitäten in malerischen Gewändern preis. Vielleicht ist ja der eine oder andere für ein Mitwirken zu begeistern, denn die Darstellung des Mittelalters hat nach wie vor Hochkonjunktur. „Hanse“ bedeutet so viel wie „Gruppe“, „Gefolge“ oder „Schar“.

Einstmals zogen regelrechte Handelskarawanen durch das Land, und genau nach diesem Vorbild handeln die Akteure aus Steinfurt und Umgebung. Bekannte Hanse-Städte sind bis heute etwa Hamburg, Bremen, Lübeck. Obschon die Gruppe Handelsreisende verkörpert wird nichts verkauft. Alles, ob Stockfische, Pelze, Stoffe oder Ähnliches sind zum Anschauen gedacht, und Fragen werden gern beantwortet.

„In unserer Gruppe gibt es eine gewisse Fluktuation“, erklärt der Hanse-Steinfurt Gründer Jendryke. Manche, die zu der Gruppe stießen machten sich im Vorfeld ein anderes Bild über das Leben im Mittelalterlager. „Das ist natürlich etwas anderes als Camping“, betont der Kopf der Akteure. Allein die Zelte aufzubauen und die Infrastruktur einzurichten dauert mehrere Stunden. Doch wer einmal so richtig mittendrin war, dem macht es in den meisten Fällen auch Riesenspaß.

Auf jede Errungenschaft der Neuzeit wird verzichtet, denn da sind die Fans pingelig. Handy, Thermoskannen, Zigarettenrauchen oder Colatrinken gehen gar nicht. Alles, was nicht ins Mittelalter gehört, sticht dem Publikum sofort ins Auge und wehe, da stimmt etwas nicht.

Das Publikum bekam auf dem Infotag Kuchen angeboten und Kaffee kredenzt. „Kuchen wurde im Mittelalter auch schon gebacken“, weiß Hanse-Mitglied „Hildeburgis zur Emsinsel“ zu berichten, „da gab’s natürlich auch richtige Feinschmecker“. Beliebt waren Mürbe- und Hefeteig, belegt mit Früchten. „Die Leckereien gehen bis in die Römerzeit zurück“, so die Enthusiastin, die als Kräuterfrau und Heilerin mit der Gruppe reist.

Nach rund fünf Jahren seit Hanse-Gründung ist die Ausrüstung komplett und lässt nichts mehr zu wünschen übrig. Wichtigste Requisiten sind der Planwagen und die Zelte. Dargestellt werden Szenarien des Hoch- und Spätmittelalters. „Wer bei uns mitmacht sollte sich schon näher mit der Epoche befassen“, rät Jendryke. Oft ist das Publikum sehr an Details interessiert und möchte entsprechende Auskünfte. Das ganz besondere Flair fasziniert Jung und Alt. Ein Hauch von Geheimnis umweht das Zeitalter. Ohne Zweifel ging es dort oft rau zu. Auf der anderen Seite bestand die Epoche aber nicht nur aus Kampf, Krankheit, Hunger und Leid. Die eher romantischen Seiten herauszukitzeln ist sicherlich auch das Anliegen von Mittelalter-Gruppen. Wer Interesse an der Hanse Steinfurt hat, findet weitere Infos unter

 

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