Wilhelm Schulten neuer Sozialarbeiter der Gemeinde
„Flüchtlingsarbeit ist komplex“

Altenberge -

Um die Asylbewerber und Flüchtlinge kümmert sich seit Kurzem in der Gemeindeverwaltung Wilhelm Schulten. Der 47-Jährige war zuvor Leiter einer Flüchtlingseinrichtung mit 65 Personen. Das in Altenberge praktizierte Patensystem lobt der der Diplom-Sozialpädagoge: „Darauf können Sie stolz sein.“

Donnerstag, 13.09.2018, 19:00 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 13.09.2018, 19:00 Uhr
Wilhelm Schulten ist neuer Sozialarbeiter in der Gemeindeverwaltung.
Wilhelm Schulten ist neuer Sozialarbeiter in der Gemeindeverwaltung. Foto: mas

„Ich bin froh, hier in Altenberge zu sein.“ Das hörten die Mitglieder des Schul-, Sozial-, Sport- und Kulturausschusses in ihrer jüngsten Sitzung natürlich gerne. Schließlich wohnt Wilhelm Schulten, neuer Sozialarbeiter der Gemeinde, mit seiner Frau und drei Kindern in Münster. Da er in der Grafschaft Bentheim aufgewachsen sei, freue er sich in Richtung seiner Heimat zu bewegen.

Die Menschen, mit denen sich der 47-jährige Wilhelm Schulten beschäftigt, haben ihre Heimat nicht aus beruflichen Gründen verlassen. Die meisten sind aus Kriegsregionen dieser Welt geflohen – derzeit leben alleine in Altenberge 93 Menschen, die ihr Zuhause in Syrien aufgegeben haben und als Flüchtlinge anerkannt wurden oder bei denen ein subsidiärer Schutz vorliegt.

„Die Flüchtlingsarbeit ist komplex und spannend“, sagt Wilhelm Schulten. Sein Ansatz lautet: „Wenn ein Problem auftaucht, muss mit allen Beteiligten zusammengearbeitet und gemeinsam nach Lösungen gesucht werden.“ Ob es Probleme in der Unterkunft, in den Kitas oder in der Grundschule gebe, bei Konflikten seien alle Seiten gefordert.

Die Diplom-Sozialpädagoge Schulten kennt sich mit der Asyl- und Flüchtlingsarbeit aus: Bevor er seine Arbeit in Altenberge begann, leitete er eine kommunale Flüchtlingsunterkunft mit 65 Personen.

Außerdem arbeitete er 18 Jahre in der stationären Altenhilfe – von der Einzelfallbetreuung bis zum Beschwerdemanagement reichte das Aufgabenfeld des Sozialpädagogen. Schulten: „Ich habe alle Felder der sozialen Arbeit kennengelernt.“

Das in Altenberge praktizierte Patensystem begrüßt der 46-Jährige ausdrücklich. „Es hat sich bewährt. Darauf können Sie stolz sein“, lobte Wilhelm Schulten die vielen Ehrenamtlichen in Altenberge, die sich hier auf verschiedenste Weise einbringen. Schon nach seinen ersten Wochen im Hügeldorf habe er das „großes Miteinander“ in der Flüchtlingsarbeit erfahren.

Als Angestellter der Gemeindeverwaltung müsse er auch immer seine Funktion als Vertreter einer Behörde im Blick haben, sagte Wilhelm Schulten. Da können es schon mal zu einem „Spagat mit den Flüchtlingen“ kommen. Beratung und Hilfestellung gehören zum Alltagsgeschäft eines Sozialarbeiters in der Gemeindeverwaltung. Aber: „Die Flüchtlinge müssen sich auch bemühen und je nach Möglichkeit selbst aktiv werden und mit anpacken.“

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