Eiskeller: Heimatverein begrüßt 80 000. Besucherin
„Liäbenslänglick“ für Scharfenberg

Altenberge -

Blumen und ein besonderes Kaltgetränk gab es für die 80000. Besucherin im Eiskeller.

Montag, 01.10.2018, 19:00 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 01.10.2018, 19:00 Uhr
Anne Scharfenberg (M.) bekam einen Blumenstrauß von Werner Witte (5.v.l.) und eine Flasche Kräuterlikör von Thomas Harbich (5.v.r.).
Anne Scharfenberg (M.) bekam einen Blumenstrauß von Werner Witte (5.v.l.) und eine Flasche Kräuterlikör von Thomas Harbich (5.v.r.). Foto: nix

Der Eiskeller der ehemaligen Brauerei Beuing, die 1860 errichtet wurde gilt als eines der interessantesten Baudenkmäler im Münsterland. Im Zuge der „Regionale 2004“ und auf Initiative der Gemeinde Altenberge wurde die Anlage zur Touristenattraktion ausgebaut. Dazu gehörten die Errichtung eines Ausstellungspavillons sowie der Einbau von Durchgangsstegen und Podesten für das Publikum. Während der Eiskeller sich im Besitz der Gemeinde befindet, ist der Heimatverein für die Führungen zuständig.

Am Samstag konnten der zweite Vereinsvorsitzende Werner Witte , der das Eiskeller-Team 14 Jahre lang leitete, und der jetzige Leiter Thomas Harbich , ebenfalls Vorstandsmitglied, die 80 000. Besucherin seit 2004 beglückwünschen. Anne Scharfenberg aus Gescher war sehr überrascht, als die Beiden sie aus ihrer Besuchergruppe herauswinkten und ihr einen bunten Blumenstrauß sowie den Kräuterlikör der Marke „Liäbenslänglick“ überreichten. Dieser stammt aus der traditionsreichen Altenberger Schnaps- und Likörmanufaktur Geuker-Wiedemann. Der Name „Liäbenslänglick“ geht scherzhaft auf das „Heimathaus Kittken“ zurück, in dem noch ein kleines „Gefängnis“ aus alter Zeit existiert.

„Die Besucherzahlen liegen durchschnittlich bei 4000 jährlich, in Spitzenzeiten waren es auch schon 7000“, erläutert Harbich. „Wir dachten damals, nach zwei bis drei Jahren hat jeder den Eiskeller schon einmal gesehen und keiner würde sich weiter dafür interessierten“, erinnert sich Witte. Da irrten sich die Heimatfreunde gewaltig. So erweitern, erneuern oder korrigieren sie ihr Wissen ständig, um es an viele Besucher weiter zu geben. Um die Führungen noch interessanter zu machen, variieren die Schwerpunkte. Mal geht es mehr um die Brautechnik in früheren Zeiten, mal ist es die Architektur des mehr­etagigen Eis-, Lager- und Gärkellers, die im Mittelpunkt des Interesses liegt.

Manchmal geht es auch um die späteren Bewohner des unterirdischen Bauwerks, die Fledermäuse. Fledermausführungen sind bei den Kindern beliebt, sie machen Bekanntschaft mit der Handpuppe „Ferdinand“, die erstaunlich viel über ihre Spezies weiß. Schließlich geht’s mit dem Bat-Detektor zum alten Friedhof, um die echten Flattermänner aufzuspüren, die während des Winters im Eiskeller wohnen. Im Jahr 2017 stellten Künstler der Kulturwerkstatt Bilder und Plastiken im Gewölbe aus und öfter mal gibt’s dort auch Musik-Events zu erleben.

„Immer mehr an Bedeutung gewinnt für uns die Eiskeller-Forschung“, erklärt Harbich. Wie ging es hier zu Bierbrau-Zeiten wirklich zu, was ist Wahrheit und was Fiktion? Manche Besucher geben erstaunliche Hinweise. So war es zum Beispiel bei einer vermeintlichen Pumpe oder Quetsche. Man dachte, das bei den Umbauten gefundene Objekt sei gebaut worden, um damit Malzkörner aufzubrechen. Nach heutigem Stand des Wissens ist es jedoch sehr wahrscheinlich, dass es sich um ein sogenanntes Roots-Gebläse handelt, einen Luftverdichter zur Malzherstellung.

So lernt das engagierte Team immer wieder mal dazu. Die Trinkgelder werden übrigens gesammelt, um damit unterhaltsame Aktionen für die Heimatfreunde zu finanzieren, die sich der Geschichte des Eiskellers widmen. Geselligkeit ist nämlich ganz wichtig, wenn es um die Motivation geht.

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