Heimische Gehölze sind wertvoll für Klima- und Naturschutz
Auch ein einziges Wildgewächs im Garten hilft

Altenberge -

In Stenings Scheune waren kürzlich etwa 100 Zuhörer gekommen, um den Vortrag der Gärtnermeister Gerhard und Rainer Lösing über einheimische Pflanzen zu hören. Eingeladen hatten der Heimatverein und die Gemeinde. 70 Wildgehölze und 22 robuste heimische Stauden stellten die versierten Gärtner und Landschaftsbauer vor.

Samstag, 13.10.2018, 08:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 13.10.2018, 08:00 Uhr
Gärtnermeister Gerhard und Rainer Lösing referierten über den Nutzen heimischer Wildgehölze für Bienen und Insekten.
Gärtnermeister Gerhard und Rainer Lösing referierten über den Nutzen heimischer Wildgehölze für Bienen und Insekten. Foto: Gemeinde

In Stenings Scheune waren kürzlich etwa 100 Zuhörer gekommen, um den Vortrag der Gärtnermeister Gerhard und Rainer Lösing über einheimische Pflanzen zu hören. Eingeladen hatten der Heimatverein und die Gemeinde. 70 Wildgehölze und 22 robuste heimische Stauden stellten die versierten Gärtner und Landschaftsbauer vor. Von fast allen Gehölzen hatten sie ein paar Zweige mitgebracht.

Ihr Fokus lag auf dem Nutzen der einheimischen Wildpflanzenarten für die Insekten- und Tierwelt, heißt es in der Pressemitteilung der Gemeinde. Besonders die früh blühenden Kornelkirschen und Weidenkätzchen sind die ersten Nahrungsquellen für Insekten und Wildbienen, dornige Wildsträucher wie Berberitze, Weißdorn, Schlehe und der inzwischen selten ge-wordene Apfeldorn bieten den Vögeln im Herbst nicht nur genügend Nahrung, sondern auch das ganze Jahr über Rückzugsmöglichkeiten vor Katzen und anderen Beutejägern.

„Zwar blühen und fruchten diese Sträucher kaum noch, wenn sie als Hecke regelmäßig geschnitten werden“, erläutert Gerhard Lösing. „Aber sie erhalten ihre Schutzfunktion und sind immer noch nützlich und vom Blattschmuck oft wesentlich hübscher als manch andere Heckenpflanze.“

Vater und Sohn unterstützen auch das Aktionsbündnis „Rettet die Wildbienen!“, das durch Wiesenpflanzungen und andere Maßnahmen die Lebensbedingungen für Wildbienen, Schmetterlinge und Co. verbessern möchte. „Nur ein einziges Wildgehölz in jedem Garten wäre dabei eine großartige Hilfe“, meinte ein Besucher im Anschluss, und sprach damit aus, was viele dachten. Vor allem, da der Naturschutz nicht der einzige gute Grund für die Rückkehr der einheimischen Wilden ist. „Auch die gute Frosthärte und die Unempfindlichkeit gegenüber Pilzkrankheiten und Schädlingen und die Blühwilligkeit der Sträucher lässt kaum Wünsche offen“, sagt Gerhard Lösing.

Bezüglich möglicher Nachteile wusste er zu beruhigen: „Von vielen Wildformen gibt es langjährig erprobte Züchtungen, die niedriger oder schlanker im Wuchs sind, sich weniger versamen oder kaum unerwünschte Ausläufer bilden, und trotzdem ihren Nutzen beibehalten.“ Auch sind heimische Sträucher oft deutlich kostengünstiger als fremde Exoten. Nur der Klimawandel macht manchen Gattungen zu schaffen. Anhand der mitgebrachten Zweige konnte Lösing zeigen, wie die hohen Temperaturen insbesondere in diesem Sommer bei manchem Gewächs Spuren hinterlassen haben. In Zukunft sollte man bei der Pflanzenauswahl für den Garten neben Bodenbeschaffenheit und Lage auch diesen Aspekt berücksichtigen. Das Publikum war beeindruckt und spendete einen Geldbetrag für das Bündnis „Rettet die Wildbienen“.

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