Warten auf Angebote
Orgel ist ein Sanierungsfall

Altenberge -

Die Orgel von St. Johannes Baptist muss dringend saniert werden. Derzeit warten Kirchenmusiker Marco Schomacher und die Verantwortlichen der Pfarrgemeinde auf Kostenvoranschläge. Wenn diese vorliegen, wird über die Finanzierung gesprochen. Derzeit kann nur auf der Italienischen Orgel gespielt werden.

Samstag, 12.01.2019, 07:00 Uhr
Kirchenmusiker Marco Schomacher kann derzeit nicht auf der großen Orgel in St. Johannes Baptist spielen. Zunächst muss das Instrument umfassend saniert werden.
Kirchenmusiker Marco Schomacher kann derzeit nicht auf der großen Orgel in St. Johannes Baptist spielen. Zunächst muss das Instrument umfassend saniert werden. Foto: mas

Kirchenmusiker Marco Schomacher geht nur noch ganz selten die engen Stufen hinauf zur großen Orgel in St. Johannes Baptist. Nur dann, wenn Besucher einen Blick auf das betagte Instrument werfen möchten, schreitet Schomacher zur „Königin der Instrumente“. Seit dem vergangenen Herbst wurde die Orgel sozusagen „stillgelegt“. Denn: Besonders der Spieltisch (auf und zwischen den Tasten) ist von Schimmel befallen und es besteht Gesundheitsgefahr. Dies ist einer Stellungnahme des Bischöflichen Generalvikariats zu entnehmen, die Marco Schomacher in seinen Händen hält. Das Urteil des Experten aus Münster fällt nicht gerade gut aus: „Das Instrument befindet sich derzeit in einem nicht hinreichend bespielbaren Zustand“, heißt es dort wörtlich.

Die Liste der Mängel ist lang: starke Verschmutzungen, insbesondere des Pfeifenwerks, der Windladen und des Gehäusesockels, die elektrische Steuerung der Handregistratur ist defekt, Manuale und Pedal sind stark verschlissen und die mechanische Traktur labil. Fazit: „Es besteht Handlungsbedarf, will man die Orgel nicht einem fortschreitenden Verfall preisgeben“, heißt es in dem Bericht des Generalvikariats weiter.

Einige der Mängel sind Marco Schomacher längst bekannt. Töne kommen „nicht pünktlich oder gar nicht“, erklärt der Kirchenmusiker. Mittlerweile spielt er seit einigen Monaten an der Italienischen Orgel und begleitet den Gesang der Gottesdienstbesucher. Das sei zwar auch möglich, allerdings in einem sehr bescheidenem Rahmen, sagt Schomacher.

Doch wie geht es weiter? Mittlerweile wurden mehrere Orgelbaufirmen angeschrieben, um Angebote für eine Renovierung abzugeben. Fest steht: Für das Generalvikariat ist das historische Pfeifenwerk aus der Vorgänger-Orgel „von besonderem Wert, das unbedingt erhalten werden sollte“. Die Orgel in St. Johannes Baptist stammt aus den 70er Jahren – damals wurden Pfeifen aus der Vorgänger-Orgel (Baujahr 1902) übernommen.

Im Zuge der Sanierungsfrage soll zudem geklärt werden, kündigt Marco Schomacher an, inwieweit das rückwärtige nicht-isolierte Fenster im Orgelbereich für den maroden Zustand des Instruments verantwortlich ist.

Das Generalvikariat schlägt auch einen neuen Standort für die Orgel vor – und zwar im vorderen Emporenbereich, als sogenannte Brüstungsorgel. Ebenso sei eine Digitalisierung der Orgeltechnik für den späteren Anschluss eines externen Spieltisches denkbar.

Zudem muss in den nächsten Monaten die Kostenfrage geklärt werden. Das Generalvikariat geht von einem Investitionsvolumen von etwa 400 000 Euro aus. Aus der Taufe gehoben wurde bereits ein Orgelbauverein, um Spenden zu sammeln. Wenn im Frühjahr die Kostenvoranschläge vorliegen, geht es konkret an die Finanzierung des Vorhabens. Das Bistum, die Pfarrgemeinde und der Orgelbau-Förderverein sind dann gefordert, um Lösungen zu finden.

Dass die Altenberger Orgel nun zu einem Sanierungsfall geworden ist, „ist kein Einzelfall“, sagt Schomacher. Ein prominentes Beispiel ist beispielsweise die Orgel am Xantener Dom, die ebenfalls aus den 60/70er Jahren stammt. Dort strebe man einen kompletten Neubau an, so Marco Schomacher abschließend.

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