Lärmaktionsplan sorgte für Unmut im Umweltausschuss
Berechnungen überholt?

Altenberge -

Kopfschütteln und Unverständnis herrschten bei der jüngsten Sitzung des Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschusses. Nahezu alle Ausschussmitglieder und Zuhörer im Bürgerhaus konnten die Ergebnisse des Lärmaktionsplans nicht nachvollziehen. Diese ergaben, dass es im Moment keinen zwingenden Handlungsbedarf für die Gemeinde gibt.

Mittwoch, 23.01.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 24.01.2019, 16:16 Uhr
Einige vom Lärm der B 54 genervte Einwohner aus Altenberge informierten sich im Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss über die Ergebnisse des Lärmaktionsplans. Fotos: Matthias Lehmkuhl
Einige vom Lärm der B 54 genervte Einwohner aus Altenberge informierten sich im Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss über die Ergebnisse des Lärmaktionsplans. Fotos: Matthias Lehmkuhl

Kopfschütteln und Unverständnis herrschten bei der jüngsten Sitzung des Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschusses. Nahezu alle Ausschussmitglieder und Zuhörer im Bürgerhaus konnten die Ergebnisse des Lärmaktionsplans nicht nachvollziehen. Thorsten Brandt vom Osnabrücker Planungsbüro Hahm stellte die Resultate vor. Diese ergaben, dass es im Moment keinen zwingenden Handlungsbedarf für die Gemeinde gibt.

„Berechnet wurde nur der Lärm entlang der B54 und der L579, weil alle anderen Straßen nicht zum Lärmaktionsplan gehören. Die K50N ist dabei noch nicht berücksichtigt worden“, erläuterte Brandt. Der Fachmann berechnete die Lärmbelastung aufgrund der vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) zur Verfügung gestellten Zahlen. Danach sind täglich 29 000 bis 31 000 Fahrzeuge auf der B54 und rund 10 000 Fahrzeuge auf der Laerstraße (L579) unterwegs. „Die Belästigung ist in allen Bereichen unterhalb des Grenzwertes“, zeigte der Brandt mehrere Karten und führte weiter aus: „Das sind keine gemessenen Werte. Daraus folgt, dass Altenberge kein richtiges Lärmproblem hat.“

Dass es keine gemessenen, sondern berechnete Werte waren, die auch noch auf nicht mehr aktuelle Verkehrszählungen basierten, ärgerte die Ausschussmitglieder und auch Zuhörer, die Lärmbetroffene sind. Die Frage an den Referenten, weshalb nicht an prägnanten Standorten gemessen wird, beantwortete dieser damit, dass der Straßenlärm nicht isoliert von anderen Lärmquellen gemessen werden kann. Deshalb nimmt man in der Regel davon Abstand“, so die Begründung Brandts.

Weil die Gemeinde deswegen nicht handeln müsse, bliebe nur noch jedem Einzelnen die Möglichkeit, Mittel für eine Lärmsanierung seines Hauses zu beantragen. „Aber ob sie Geld bekommen, ist nicht sicher, da nur wenige Mittel zur Verfügung stehen“, machte Brandt Betroffenen nur wenig Hoffnung.

Werner Schneider, Fraktionsvorsitzender der Grünen, wies daraufhin, dass Lärm nicht durch Fenster, Türen oder ähnliches gemindert, sondern die Ursache begrenzt werden sollte. Überhaupt kein Verständnis für die Ergebnisse des Lärmaktionsplans zeigte Cordula Nemitz von der UWG: „Man fühlt sich als Bürger schlichtweg veräppelt.“

Das bestätigten einige Zuhörer, die zu Wort kamen. Sie waren der Überzeugung, dass der Lärm signifikant zugenommen habe. Vor allem durch den gestiegenen Lkw-Verkehr. Früher seien nur wenige Lastkraftwagen auf der B54 gefahren. Doch seit einigen Jahren habe der Schwerlastverkehr exorbitant zugenommen. Die Anwohner regten an, auf der Bundesstraße zumindest Flüsterasphalt einzusetzen.

Bürgermeister Jochen Paus schlug vor, zur nächsten Sitzung des Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschusses, einen Vertreter vom Landesbetrieb Straßenbau NRW einzuladen, der verantwortlich sowohl für die B54 und die Laerstraße ist. Paus unterstrich, dass die Lärmschutzauflagen in den bestehenden Bebauungsplänen erfüllt worden seien. Doch eine Aktualisierung sei in einem Fall möglich.

„Sollte wie geplant, die B54 zwischen Nienberge und Altenberge künftig vierspurig ausgebaut werden, fangen wir wieder bei Null an“, so Paus. Trotz der unbefriedigenden Resultate, war der Ausschuss einstimmig dafür, den Lärmaktionsplan für die Dauer eines Monats öffentlich auszulegen.

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