Orgelwoche in St. Johannes Baptist beendet
Eine perfekte Vorstellung

Altenberge -

Lang anhaltenden Applaus gab es zum Abschluss der Konzertwoche in St. Johannes Baptist.

Mittwoch, 30.01.2019, 13:38 Uhr aktualisiert: 30.01.2019, 15:48 Uhr
Zum Abschluss der Orgelwoche in St. Johannes Baptist sang auch der Kammerchor „Venestra Musica“ unter Leitung von Thorsten Schlepphorst.
Zum Abschluss der Orgelwoche in St. Johannes Baptist sang auch der Kammerchor „Venestra Musica“ unter Leitung von Thorsten Schlepphorst. Foto: Veranstalter

Wer am vergangenen Sonntagabend die Pfarrkirche St. Johannes Baptist besuchte, der bekam im Rahmen der dritten Altenberger Orgelwoche ein Konzert der Extraklasse geboten. Dabei hatten die Veranstalter den Blick nicht in die Ferne schweifen lassen, sondern die Künstler direkt aus dem benachbarten Nordwalde und der Kreisstadt Steinfurt in das Hügeldorf eingeladen.

Der Kammerchor „Venestra Musica“ unter Thorsten Schlepphorst, der auch die Orgel spielte, und das Holzbläserensemble der Musikschule im Kulturforum Steinfurt unter der Leitung von Arndt Winkelmann stellten ihr Konzert unter das Motto „Kontraste“. Da erklang nun Musik aus Renaissance, Barock, Romantik und der Moderne. Polyphone „Contrapunkte“ aus Johann Sebastian Bachs „Kunst der Fuge“ BWV 1080 trafen mit der „Deutschen Messe“ DV 872 auf ihr genaues Gegenteil.

Die Messe aus der Feder des Parade-Romantikers Franz Schubert kam dabei in ganz anderem Gewandt daher, als gewohnt. Bekannt ist gerade das „Heilig“, das wohl bei fast jeder katholischen Beerdigung und/oder Hochzeit zu den Wunschstücken gehört. Auch der Eröffnungschor und das „Ehre sei Gott“ fanden, nach einer Verbannung durch den Zeitgeschmack der 70er Jahre, jüngst wieder Eingang in das neue „Gotteslob“, das Gesangbuch der deutschsprachigen katholischen Diözesen. Doch am Sonntag präsentierte der bestens aufgelegte Chor das Werk ohne jenen verstaubten Pathos aus der großen Ära der mannstarken Männerchöre. Schlank und durchsichtig wurde dort musiziert.

Der fein abgestimmte Chorklang konnte, bei all den Kontrasten der Werkauswahl, auch in der Verbindung mit den Bläsern einen großen Bogen über all die Epochen spannen. Bemerkenswert waren sicherlich auch die beiden Ordinariumskompositionen des lettischen Komponisten Ugis Praulins, die den genannten Bogen bis in die Gegenwart führten. Der 1957 in Riga geborene Komponist hatte seine Missa Rigensis, wie der Name bereits andeutet, Anfang dieses Jahrhunderts ursprünglich für den Chor der Kathedrale von Riga geschrieben. Auch diese hoch-komplexe a-capella Komposition meisterte der Chor ebenfalls perfekt.

Die etwa 130 Zuhörer in St. Johannes Baptist konnten sich im Laufe des Konzertes gleich zweimal über die geschickte Ausnutzung des Kirchenraumes durch den Chor freuen. Sowohl beim „Heilig“, als auch bei einem auf der historisch italienischen Orgel gespielten Recercar von Girolamo Frescobaldi, bei welchem eine obligate Stimme zu singen war, umstellten der Chor, beziehungsweise Teile von ihm, die Zuhörer und ließen ihre Stimmen aus allen Teilen der Kirche ertönen.

Lang anhaltender Applaus belohnten, vor und nach einer Zugabe, die Akteure des Abends und ließen die Konzertwoche nach fünf Veranstaltungen würdig ausklingen.

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