Geldstrafe für Ochtruper wegen Schwarzfahrens
Drogentherapie ist zielführender

Ochtrup/Steinfurt/Altenberge -

Ein letztes Mal kam ein 29 Jahre alter Mann beim Amtsgericht Steinfurt mit einer vergleichsweise milden Strafe davon. In der Anklage beschuldigte die Staatsanwaltschaft ihn, im März und April des vergangenen Jahres an drei Tagen mit dem Zug von Altenberge nach Och­trup unterwegs gewesen zu sein, ohne bei der Kontrolle eine gültige Fahrkarte vorweisen zu können. Insgesamt sei ein Schaden von 15,30 Euro entstanden.

Donnerstag, 21.02.2019, 11:30 Uhr
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Symbolbild  Foto: dpa

Der Angeklagte räumte das Vergehen vollständig ein. Er sei von seinem damaligen Wohnort Altenberge auf dem Weg zu seiner Arbeitsstelle in Ochtrup gewesen. Er beteuerte, in allen Fällen eine Monatskarte besessen zu haben, die er jedoch zu Hause vergessen habe. Seine Vergesslichkeit führte er auf den häufigen Konsum von Cannabis und seine angeschlagene Psyche zurück. Keinesfalls habe er den Vorsatz gehabt, sich die Beförderungsleistung widerrechtlich zu erschleichen. Diese Einlassung erschien dem Gericht glaubwürdig, zumal durch einen Kontoauszug der Erwerb einer Monatskarte für den März belegt werden konnte.

Der Richter hielt dem Angeklagten vor, eine Bewährungsstrafe, die im vorherigen Verfahren bereits als „allerletzte Chance“ definiert worden war, trotz eindringlicher Ermahnungen nicht genutzt zu haben. Daher forderte der Staatsanwalt, für diese Straftat und die Einbeziehung der bisherigen Bewährungsstrafen eine Freiheitsstrafe von zwei Monaten, die auch vollstreckt werden sollte.

In einem schriftlichen Bericht hatte der Bewährungshelfer dem Angeklagten eine positive Sozialprognose bescheinigt. Auch in schwierigen Lebenssituationen habe er alle Termine wahrgenommen und vertrauensvoll mit ihm kooperiert. „Die Rückkehr in die Normalität gelingt immer besser“, hieß es im Bericht des Bewährungshelfers. Positiv nannte er auch, dass sich sein Klient außer den drei Schwarzfahrten im Frühjahr seit fast zwei Jahren keiner weiterer Straftat schuldig gemacht habe.

Der Richter beließ es bei einer Geldstrafe und 60 Tagessätzen zu je 20 Euro. In seinem Urteil berücksichtigte er die positive Sozialprognose. Zielführender als eine Gefängnisstrafe sei eine Therapie, um von den Drogen wegzukommen, während er eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung nicht für angemessen hielt. „Letztlich war Ihre Straftat eine Bagatelle, aber sie steht immer noch im Strafgesetzbuch“, begründete er sein Urteil.

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