Mit Poulenc und Bartók in die Fastenzeit
Ein exzellentes Konzert

Altenberge -

Ungewöhnliche Werke zur Fastenzeit spielte ein Trio im Karl-Leisner-Haus – und zwar von Poulenc und Béla Bartók.

Montag, 18.03.2019, 19:00 Uhr
Johannes Gehring, Dimitri Grigoriev und Andreas Hermanski (v.l.) bestachen durch ihr perfektes Zusammenspiel. Ein aufmerksames Publikum war den Instrumentalisten sicher.
Johannes Gehring, Dimitri Grigoriev und Andreas Hermanski (v.l.) bestachen durch ihr perfektes Zusammenspiel. Ein aufmerksames Publikum war den Instrumentalisten sicher. Foto: Nix

Ungewöhnliche Klänge waren am Sonntagnachmittag aus dem Pfarrzentrum Karl-Leisner-Haus zu vernehmen. Ein Kammerkonzert zur Fastenzeit mit Werken von Francis Poulenc (1899 – 1963) und Béla Bartók (1881 – 1945) lockte zahlreiche Zuhörer in den Saal.

„Das heutige Programm entspricht nicht der üblichen geistlichen Musik“, begrüßte Kirchenmusiker Marco Schomacher die Zuhörer, „aber ich glaube, dass die Klangsprache der beiden Komponisten aus dem vergangenen Jahrhundert uns ganz viel geben kann.“

Als Interpreten überzeugten die studierten Musiker Andreas Hermanski (Klarinette), Johannes Gehring (Violine) und Dimitri Grigoriev (Piano). „Was die Drei verbindet ist, dass sie ihr Examen mit Auszeichnung bestanden haben“, sagte Schomacher anerkennend. Nach der Sonate für Violine und Piano ( FP 119) von Poulenc folgte seine Sonate für Klarinette und Klavier (FP 184). Klanglich bewegten sie sich zwischen ruhig und gesanglich wirkenden Passagen sowie rhythmischen Parts. Den zweiten Satz prägt ein lyrisches Thema, das variantenreich fortgeführt wird. Nach eher melancholischen, schwermütigen Melodien führt der dritte Satz in ein fröhliches, schnelles, geradezu beschwingtes Finale.

Bartóks „Kontraste“ (BB 116) gehen zurück auf ungarische und rumänische Tanzmelodien. Die ausgezeichneten Musiker meisterten das technisch extrem anspruchsvolle Werk mit Bravour. Zahlreiche schnelle Passagen mit komplexer Rhythmusstruktur verlangen von den Instrumentalisten hohe Virtuosität.

Interessant ist, wie die „Kontraste“ entstanden. Sie gehen, so die Historie, auf ein Gespräch zwischen dem für die damalige Zeit bemerkenswerten Geiger Jozsef Szigeti (1892-1973) und dem legendären Jazzmusiker und Bandleader Benny Goodman (1909-1986) zurück. Offiziell gab Goodman die „Kontraste“ bei Bartok dann in Auftrag. Lang anhaltender Applaus belohnte das Trio Hermanski, Gehring und Grigoriev für ihren eindrucksvollen Vortrag im Karl-Leisner-Haus.

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Der nächste Termin von St. Johannes Baptist ist am morgigen Mittwoch (20. März). Um 6.33 Uhr beginnt der „Impuls zur Fastenzeit“ in der Friedhofskapelle. Die Leitung hat Diakon Prof. Dr. Stefan Schlatt.

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