Nachspiel nach Schlägerei
Raufbolde begraben Kriegsbeil

Altenberge/Steinfurt -

Glück für einen 19-Jährigen: 200 Euro Geldbuße verhängte ein Richter und stellte damit das Verfahren ein.

Mittwoch, 20.03.2019, 15:04 Uhr aktualisiert: 20.03.2019, 15:06 Uhr
 
  Foto: Mike Oelerich

Der Alkohol senkt bekanntlich die Frustrationsgrenze. So auch am 2. September vergangenen Jahres vor einem Festzelt in der Altenberger Bauerschaft Hansell. Da gerieten mehrere junge Männer aneinander und hauten sich die Köpfe ein. Ein 19 Jahre alter Borghorster musste sich deswegen wegen Körperverletzung vor dem Amtsgericht Steinfurt verantworten. Doch das Gericht stellte das Verfahren mit einer Geldauflage gegen den Auszubildenden ein. 200 Euro muss der junge Mann an „Ärzte ohne Grenzen“ überweisen.

Sechs Zeugen sollten im Prozess aussagen. Doch nur zwei von ihnen wurden angehört. Der Angeklagte gab zu, zunächst einem 21 Jahre alten Altenberger eine Backpfeife erteilt zu haben. Nach der ersten Tat wurde der Angeklagte von Sicherheitsleuten vom Festgelände verwiesen. Doch der Borghorster kehrte zurück und schlug dann die Köpfe eines Brüderpaars – ebenfalls aus Altenberge – aneinander. „Wir haben uns gegenseitig beleidigt. Und dann eskalierte es“, schilderte der Borghorster, der nach der Schlägerei eine Kieferprellung, wackelige Zähne und Blutergüsse im Gesicht davontrug. Er gab an, nur angetrunken gewesen zu sein. Das Brüderpaar zog sich mehrere Beulen zu, war aber noch fähig, seinem Kontrahenten auf dem Boden liegend, diese Verletzungen zuzufügen. Derjenige, der den Borghorster anzeigte, wurde nur unerheblich lädiert. „Ich habe keinen Strafantrag gestellt“, meinte der 21-Jährige, der nur die Backpfeife zu spüren bekam. „Sie haben aber bei der Polizei eine Anzeige gegen den Angeklagten unterschrieben“, entgegnete der Richter. „Allerdings ist ihre Unterschrift ziemlich unleserlich“, deutete der Richter an, dass der vermeintlich Geschädigte zum Zeitpunkt der Anzeige noch ziemlich alkoholisiert gewesen sein müsse.

Einer der beiden Brüder – ein 20 Jahre alter Altenberger – informierte das Gericht, dass sie sich mit dem Angeklagten am zweiten Weihnachtsfeiertag beim Stephanus-Steinigen ausgesprochen und wieder vertragen hätten. „Das ist damals blöd gelaufen und wird bestimmt nicht wieder vorkommen“, versicherte der Zeuge. Das bestätigte auch der Angeklagte und entschuldigte sich anschließend noch einmal bei dem Altenberger.

Das Gericht entschloss sich daraufhin, keine weiteren Zeugen zu vernehmen. Weil ein vorher stattgefundenes Verfahren wegen Körperverletzung gegen das Brüderpaar schon eingestellt worden war und der Betreuer der Jugendgerichtshilfe dem Angeklagten eine gute Sozialprognose ausstellte, waren Richter und Staatsanwältin einverstanden, diesen Prozess gegen eine geringe Geldauflage ebenfalls einzustellen.

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