Grüner Bürgermeister
„Chemie muss stimmen“

Altenberge -

Wer als Kommunalpolitiker Erfolg haben möchte, muss sich insbesondere auch um die kleinen Dinge des Alltags kümmern – diese meinte Telgtes Bürgermeister bei einem Treffen im Bürgerhaus.

Mittwoch, 10.04.2019, 19:00 Uhr
Auf Einladung der Grünen war Telgtes Bürgermeister Wolfgang Pieper (4.v.r.) ins Bürgerhaus gekommen. Begrüßt wurde er von Werner Schneider (r.), Fraktionsvorsitzender der Grünen.
Auf Einladung der Grünen war Telgtes Bürgermeister Wolfgang Pieper (4.v.r.) ins Bürgerhaus gekommen. Begrüßt wurde er von Werner Schneider (r.), Fraktionsvorsitzender der Grünen. Foto: Lehmkuhl

Im konservativ geprägten Münsterland ist ein „grüner“ Bürgermeister eine Seltenheit. Deswegen hatte Bündnis 90/ Die Grünen aus Altenberge Telgtes Bürgermeister Wolfgang Pieper am Dienstagabend ins Bürgerhaus eingeladen.

„Ich wurde kürzlich von einer Altenbergerin gefragt, wie komme ich eigentlich in den Rat?“, sagte Werner Schneider , Fraktionsvorsitzender der Grünen. Eine gute Frage. „Wolfgang Pieper soll heute Abend mal darstellen, welche unterschiedlichen Möglichkeiten es gibt“, so Werner Schneider.

Wolfgang Pieper schilderte seine politische Karriere von Beginn an bis zum Amt des aktuellen Bürgermeisters. „Ich war zunächst Anfang der 80er Jahre aktiv in der Friedensbewegung tätig und setzte mich als Jugendlicher für unsere Belange ein. Anfangs war ich nur Sympathisant der Grünen“, erzählte der gebürtige Telgter. Immer stärker habe er sich in den Jahren mit den Vorstellungen der Grünen identifiziert und für die Gruppe eingebracht, bis er dann 2009 im „schwarzen“ Telgte 72 Prozent der Stimmen bei der Bürgermeisterwahl gegen einen gemeinsamen Kandidaten von CDU und SPD holte. Und das, obwohl er keinen Führerschein besäße.

Während seines Wahlkampfes hätte ihn ein Rentner aus Telgte darauf angesprochen und gesagt, wenn er Bürgermeister werden würde, könnten er und seine Freunde ihn chauffieren. „Wir sind fünf Rentner und haben viel Zeit, teilte mir der ältere Herr mit“, erinnerte sich Pieper und appellierte an die Anwesenden: „Wenn Sie als Politiker vom Bürger akzeptiert werden wollen, müssen Sie abseits von Parteipolitik Verantwortung auch im Kleinen übernehmen. Und wenn Sie Ihre Aufgabe ernst nehmen, ist das viel Arbeit und anstrengend. Letztendlich muss die Chemie stimmen.“

Pieper schlug vor, junge Menschen mit Hilfe eines Jugendparlamentes aktiv an Politik zu beteiligen. Telgtes Bürgermeister unterstrich, dass dieses verantwortungsvolle Amt sehr oft nicht allein durch Entscheidungen geprägt werden solle, sondern in der Funktion eines Mediators und Moderators.

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