Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen ehrte Wigbert Stermann
Politisch weitsichtig agiert

Altenberge -

Vor 40 Jahren steckte die Partei der Grünen noch in den Kinderschuhen. Doch es gab Visionäre, die in der Bewegung ein großes Zukunftspotenzial erblickten. So auch der Altenberger Wigbert Stermann (80), dem der Kreisverband jetzt seine Anerkennung aussprach.

Donnerstag, 25.04.2019, 17:32 Uhr aktualisiert: 25.04.2019, 18:01 Uhr
Verdiente Ehrung für Wigbert Stermann (v.l.): Karl Reinke (OV-Sprecher), Ines Brehe (Kreisverbandssprecherin), Winfried Pabst (OV), Wigbert Stermann, Winfried Nachtwei, Michael Kösters-Kraft, Wilhelm Conrads (OV) und Heinz Beckmann (Vorstand OV Altenberge).
Verdiente Ehrung für Wigbert Stermann (v.l.): Karl Reinke (OV-Sprecher), Ines Brehe (Kreisverbandssprecherin), Winfried Pabst (OV), Wigbert Stermann, Winfried Nachtwei, Michael Kösters-Kraft, Wilhelm Conrads (OV) und Heinz Beckmann (Vorstand OV Altenberge). Foto: Rainer Nix

Vor 40 Jahren steckte die Partei der Grünen noch in den Kinderschuhen. Doch es gab Visionäre, die in der Bewegung ein großes Zukunftspotenzial erblickten. So auch der Altenberger Wigbert Stermann (80), der damals die gleichnamige Gaststätte in Hansell betrieb. Er gehört zu den Gründern des Grünen-Ortsverbands (OV) Altenberge.

Belegt ist, dass es sich um einen der ersten Ortsverbände in Nordrhein-Westfalen handelt. Stermann fuhr mit Werner Wickenbrock nach Karlsruhe, um beim Gründungsparteitag der Partei „ Die Grünen “ dabei zu sein.

Der Kreisverband ehrte den Altenberger für sein Engagement. Weggefährten des OV und Kreisverbandsmitglieder würdigten ihn als einen Grünen der ersten Stunde. „Man war vor vier Jahrzehnten auf der Suche nach neuen Organisationsformen, die etablierten Parteien konnten junge Menschen nicht mehr überzeugen“, blickte Kreisverbandssprecher Dr. Michael Kösters-Kraft zurück. „Ich erinnere an die Anti-Atomkraft- oder an die Friedensbewegung. Es waren Zeiten in denen die Sozialdemokratie die Fähigkeit verlor, rebellisches Potenzial zu binden.“

In Altenberge gründete sich zunächst die „Bunte Liste“, in Münster war es die „Grüne Alternative Liste“. Es war noch unklar, wohin das alles führen sollte bis der Gründungsparteitag der Grünen in Karlsruhe stattfand.

„Wigbert, du hast zum Aufbau der Grünen im Kreis Steinfurt sehr viel beigetragen. Die Konstanz über einen so langen Zeitraum Grünen-Politik zu machen finden wir enorm“, hob der Kreisverbandssprecher hervor. Überreicht wurde dem „Grünen Aktivisten“ ein großen bunter Blumenstrauß und eine Urkunde für sein Engagement. Stermann nimmt im Übrigen noch heute an den Ortsverbands-Sitzungen teil.

„Vor 40 Jahren hast du im ländlichen Bereich an der Gründung einer neuen Partei teilgenommen“, sagt Winfried Nachtwei, lange Jahre Bundestagsabgeordneter der Grünen und noch heute politisch aktiv. Schnell stellte sich der erste Wahlerfolg ein, denn gleich zwei Grüne saßen Ende der 70er Jahre im Rat der Gemeinde. „Ihr wart offensichtlich sehr bodenverwachsen“, so Nachtwei.

„Der Wahlerfolg war eine erste große Anerkennung für die neue Partei, obschon nicht jeder in Altenberge ihnen gewogen war. Bodenverwachsen und politisch weitsichtig seien die Eigenschaften gewesen, die aber trotzdem von vielen anerkannt worden waren.

So erinnerten sich die Teilnehmer an manches Detail aus der politischen Vergangenheit, auch wenn viele Kämpfe nicht immer erfolgreich endeten.

Letztlich waren zehn Jahre engagierter Kampf gegen die Südumgehung vergeblich. Da half auch nicht der Protest einer beeindruckenden Menschenkette. Von Erfolg gekrönt war dagegen die Verhinderung des Baues einer aus Sicht der Grünen architektonisch indiskutablen Grundschule.

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