Bürgermeisteramt: SPD, UWG und Grüne suchen gemeinsamen Kandidaten
„Versuchen, die Wahl zu gewinnen“

Nordwalde -

Sie wollen nicht chancenlos ins Rennen gehen, sondern dass ihr Kandidat neuer Bürgermeister von Nordwalde wird. SPD, UWG und Bündnis 90 / Die Grünen wollen einen konkurrenzfähigen Gegenkandidaten zu Amtsinhaberin Sonja Schemmann für die Wahl im Herbst 2020 finden.

Donnerstag, 18.07.2019, 19:36 Uhr
Für die Kandidatensuche haben sich SPD, UWG und Bündnis 90 / Die Grünen zusammengeschlossen (v.l.): Jörg Ebbing (Grüne), Annette Bösert (SPD), Klaus Kormann (Grüne), Dr. Rudolf Fischer und Ludwig Reichert (beide UWG).
Für die Kandidatensuche haben sich SPD, UWG und Bündnis 90 / Die Grünen zusammengeschlossen (v.l.): Jörg Ebbing (Grüne), Annette Bösert (SPD), Klaus Kormann (Grüne), Dr. Rudolf Fischer und Ludwig Reichert (beide UWG). Foto: Vera Szybalski

Wenn im Herbst 2020 die Bürgermeisterwahl in Nordwalde ansteht, dann soll neben Amtsinhaberin Sonja Schemmann ein konkurrenzfähiger Gegenkandidat von SPD , UWG und Bündnis 90 /  Die Grünen auf dem Wahlzettel stehen. Das streben die drei der vier Oppositionsfraktionen im Gemeinderat an.

„Wir versuchen, die Wahl zu gewinnen“, sagt Annette Bösert , Ortsvereinsvorsitzende der SPD. Einen reinen Zählkandidaten wollen SPD, UWG und Grüne nicht aufstellen: „Wir erhoffen uns, einen richtig guten Kandidaten zu finden, der als Gegenkandidat seinen Hut in den Ring wirft.“

Offen für alle Bewerbungen

Vor zehn Jahren war das schon mal recht erfolgreich. „Das Wahlergebnis fiel sehr knapp aus“, erinnert sich Bösert. Die beiden Parteien und Wählergemeinschaft unterstützten bei der Wahl im Jahr 2009 Lothar Fink, der sich schließlich mit einem Ergebnis von 44,2 Prozent Sonja Schemmann geschlagen geben musste. Damals hatten SPD, UWG und Grüne drei mögliche Kandidaten zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Nach der Entscheidung für Fink stellten sie ihren Bewerber bei Veranstaltungen im Ort vor.

So könnte es nun auch laufen. Mit Anzeigen und einem Flyer im Internet wollen SPD, UWG und Grüne bundesweit nach möglichen Kandidaten suchen. Bewerbungsschluss ist der 27. September. „Wir sind offen für alle Bewerbungen“, sagt Klaus Kormann, zweiter Vorsitzender der Nordwalder Grünen, der für die Suche nach einem geeigneten Bewerber auch die internen Kanäle der Partei nutzen möchte.

Neue Wege gehen, andere Ideen zulassen

Wie ihr Traumkandidat aussieht, da haben die Kommunalpolitiker alle ihre Vorstellungen. Grünen-Ortsvereinsvorsitzender Jörg Ebbing etwa wünscht sich eine Person, die „alte Strukturen aufbricht, neue Wege geht und auch mal andere Ideen zulässt“. Annette Bösert favorisiert jemanden, der auf die Verwaltungsvorgänge, die in Nordwalde Usus sind, „mit einem anderen Blick drauf schaut“.

Die UWG hat auf ihrer Homepage aufgelistet, wie ihr Traumkandidat aussähe. Dass dieser das Wohl des Ortes als oberstes Ziel habe und keine Klientelpolitik betreibe, zählt da ebenso zu wie eine Vertrauensbasis für eine Zusammenarbeit und dass die Gremien nicht überrumpelt werden. Der Bewerber sollte zudem eine Verwaltungsausbildung haben und sich möglichst im Gemeinderecht auskennen.

„Kann das jemand, der das Münsterland gar nicht kennt?“

Dass SPD, UWG und Grüne gemeinsam auf Kandidatensuche gehen, habe sich praktisch „wie von selbst ergeben“, sagt UWG-Ortsvereinsvorsitzender Dr. Rudolf Fischer. In Gesprächen seien die Kommunalpolitiker sowieso immer wieder. „Es war relativ schnell klar, dass wir einen Versuch starten“, sagt Klaus Kormann.

Die Funktionäre von SPD, UWG und Grünen wissen, dass bei der bundesweiten Suche nicht immer geeignete Bewerber gefunden werden. „Das haben wir diskutiert“, sagt Kormann, der mit Blick auf die Kontroverse um Laers Bürgermeister Peter Maier ergänzt: „Die Nachbargemeinde hat mit ihrem Bürgermeister ja einen nicht ganz so guten Griff gemacht.“ Unabhängig von Maier haben sie sich auch gefragt: „Kann das jemand, der das Münsterland gar nicht kennt?“

Hoffnung auf rege Beteiligung

Es gebe möglicherweise geeignete Kandidaten, die ursprünglich aus dem Münsterland kommen, irgendwann weg gezogen sind und „die gerne zurückkehren möchten“, vermutet Fischer. Bis zum 27. September müssen sich diese, wie alle anderen interessierten Bewerber, gemeldet haben. Bösert: „Wir hoffen auf eine rege Beteiligung.“  

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